Geschichte des EFR

Die Europäische Kommission hat die Schaffung eines Europäischen Forschungsraums in ihrer Mitteilung "Hin zu einem europäischen Forschungsraum" vom Januar 2000 vorgeschlagen. Dieses Dokument bleibt die wichtigste Referenz zu diesem Thema.

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Kurz darauf wurde das Ziel, den EFR zu schaffen, von der EU auf dem Europäischem Rat in Lissabon im März 2000 bekräftigt.

Die folgenden Abschnitte bieten eine kurze Einschätzung der bisherigen Erfolge und Defizite.
Weitere Informationen finden Sie im Grünbuch zum EFR und seinem Anhang.


Was bisher erreicht wurde...

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Seit dem Jahr 2000 wurden viele Maßnahmen zur Schaffung des EFR ergriffen. Besonders:

  • Das Forschungsrahmenprogramm der EU wurde eigens darauf hin entworfen, die Schaffung des EFR zu unterstützen. Neue Initiativen, die im Zusammenhang mit dem 7. Rahmenprogramm (2007-2013) gestartet wurden, wie zum Beispiel der Europäische Forschungsrat, werden einen bedeutenden Einfluss auf die europäische Forschungslandschaft haben. Auch das künftige Europäische Technologieinstitut verfügt über das Potenzial, eine wesentliche Rolle bei der Schaffung von "Wissens- und Innovationsgemeinschaften" von Weltniveau zu übernehmen.
  • Es wurden Initiativen ins Leben gerufen, um die Koordinierung von Forschungstätigkeiten und -programmen zu verbessern. Dazu gehören die Europäischen Technologieplattformen, innerhalb denen die Industrie und sonstige Interessengruppen gemeinsame langfristige Zielvorstellungen und strategische Forschungspläne auf Gebieten von wirtschaftlichem Interesse entwickeln, sowie das auf einem "Bottom-up"-Konzept beruhende 'ERA-Net'-System, das die Koordinierung nationaler und regionaler Programme unterstützt.
  • Politikkoordinierung wird durch die 'offene Koordinierungsmethode' und die Anwendung freiwilliger Leitlinien und Empfehlungen verwirklicht. Dies setzt einen Prozess der Auseinandersetzung und Reformen auf einzelstaatlicher Ebene in Gang, was wiederum dazu geführt hat, dass alle Mitgliedstaaten im Rahmen des generellen FuE-Investitionsziels der EU von 3% des BIP nationale FuE-Investitionszielvorgaben festgelegt haben und Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Forschungs- und Innovationssysteme treffen.
  • Die EU hat eine 'breit angelegte Innovationsstrategie' verabschiedet, die die Rahmenbedingungen für Forschung und Innovation verbessern wird. In diesem Zusammenhang wurden im November 2006 ein modernisierter Gemeinschaftsrahmen für staatliche Beihilfen für Forschung, Entwicklung und Innovation 2006 sowie Orientierungshilfen zu einer wirksameren steuerlichen Förderung von FuE verabschiedet. Ferner wird an einer europäischen Patentstrategie gearbeitet, um aus der Sackgasse hinsichtlich des Gemeinschaftspatents herauszukommen, und es werden Initiativen vorbereitet, um die Entstehung europäischer "Leitmärkte" in vielversprechenden technologieintensiven Sektoren zu unterstützen.
  • Die EU-Kohäsionspolitik und ihre Finanzinstrumente - die Strukturfonds - räumen der Entwicklung von Forschungs- und Innovationskapazitäten, insbesondere in den Regionen mit Entwicklungsrückstand, deutlich Vorrang ein. Zusammen mit der schwerpunktmäßigen Behandlung dieser Kapazitäten in den innerstaatlichen Strategien der meisten Mitgliedstaaten kann dies dazu beitragen, dass ganz Europa am Europäischen Forschungsraum mitwirkt und umfassend Nutzen aus ihm zieht. Diese Initiativen sind wertvolle Bausteine, auf denen weitere Fortschritte aufgebaut werden können.

... und was noch getan werden muss.

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An den Fundamenten des EFR muss noch intensiv gearbeitet werden, insbesondere, um die Fragmentierung zu überwinden, die nach wie vor ein hervorstechendes Merkmal der öffentlichen Forschungsbasis in Europa ist. Die Fragmentierung hindert Europa daran, das Forschungs- und Innovationspotenzial voll auszuschöpfen, was eindeutig auf Kosten der europäischen Steuerzahler, Verbraucher und Bürger geht:

  • Die Möglichkeiten der Laufbahnentwicklung von Forschern sind noch immer durch rechtliche und praktische Barrieren eingeschränkt, was ihrer Mobilität zwischen Einrichtungen, Sektoren und Ländern im Wege steht.
  • Unternehmen finden es oft schwierig, mit Forschungseinrichtungen in Europa zusammenzuarbeiten und Partnerschaften aufzubauen, vor allem länderübergreifend.
  • Die nationale und regionale Forschungsfinanzierung ist nach wie vor weitgehend unkoordiniert. Dies führt zu einer Streuung der Ressourcen, übermäßigen Doppelarbeiten, mangelnder Nutzung der Vorteile von potenziellen Quereffekten und dem Unvermögen, die globale Rolle zu spielen, die Europas FuE-Kapazität ansonsten durchaus zuließe, vor allem was die Behandlung großer globaler Herausforderungen angeht.
  • " Auf einzelstaatlicher Ebene ergriffenen Reformen mangelt es häufig an einer echten europäischen Perspektive und an Kohärenz über Ländergrenzen hinweg.

Dass ein erneutes Nachdenken über den EFR dringlich erscheint, rührt daher, dass die Globalisierung von Forschung und Technologie immer rascher vonstattengeht und dass neue wissenschaftliche und technologische Mächte - China, Indien und andere Schwellenländer - beträchtliche, stetig wachsende FuE-Investitionen anziehen. Diese Entwicklungen eröffnen Europa und der Welt neue Möglichkeiten. Gleichzeitig werfen sie die Frage nach Europas Vermögen auf, bei Forschung und Innovation konkurrenzfähig zu bleiben, was das Kernstück der erneuerten Lissabonner Strategie für Wachstum und Beschäftigung bildet.

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