Erfolgreiche FuE ist entscheidend für die Aufrechterhaltung
der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie,
kommt den EU-Bürgern zugute und verbessert ihre Lebensqualität.
Daher übernimmt die Europäische Kommission einen bedeutenden
Teil bei der Finanzierung und Koordination von Forschung und technologischer
Innovation in der Union sowie der Ausarbeitung politischer Strategien
auf europäischer Ebene. Ein wichtiges Instrument während
der letzten zehn Jahre war das Brite-Euram Programm "Industrielle
und Werkstofftechnologien"zur Stimulierung von FuE im Fertigungssektor.
Spezielle Studien
Ein Schlüsselelement in Brite-Euram war die Beurteilung
der tatsächlichen Auswirkungen dieser von der Kommission
geförderten Aktivität mit Hilfe spezieller Folgenbewertungen.
Diese Broschüre gibt einen Überblick über diese
Studien.
Die Broschüre beginnt mit einer Einführung in das
Programm Brite-Euram, über das ein guter Teil der Fördermittel
der Europäischen Kommission für FuE und Innovation im
europäischen Fertigungssektor geflossen ist. Im Wesentlichen
zielte das Programm darauf ab:
- technologische Innovation anzuregen;
- traditionelle Industriesektoren zum Gebrauch neuer Technologien
und Verfahren zu ermutigen;
- multisektorale und multidisziplinäre Technologien zu
fördern;
- wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit zu entwickeln.
Der Hauptteil bietet eine Übersicht über drei Folgenbewertungen,
die fünf Jahre nach Abschluss der Projekte von externen Beratern
durchgeführt wurden. Die Studien sind zwar nicht systematisch
vorgegangen - sie befassten sich speziell mit Projekten, deren
Ergebnisse eine Beurteilung wert waren -, stellen aber die einzige
derartige Bewertung der längerfristigen Auswirkungen eines
EK-Programms zur Förderung von FuE in den traditionelleren
Industriesektoren dar.
Die ausgewählten Projekte wurden anhand bestimmter Kriterien
beurteilt: Verwertung von Ergebnissen, Wettbewerbsfähigkeit,
Nachhaltigkeit, Auswirkung auf kleine und mittlere Unternehmen
(KMU) und Beschäftigung. Die dritte Studie zielte zudem darauf
ab, die Ergebnisse der Projekte zu vergleichen und herauszufinden,
wo sich die FuE-Unterstützung verbessern ließe.
Die Präsentation einer Reihe einzelner Projekte in dieser
Broschüre zeigt, was diese tatsächlich konkret erreicht
haben. Sie veranschaulichen, wo das Programm erfolgreich war -
und wo es gescheitert ist.
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Ein breites Angebot
an Partnern
An den ersten beiden Folgenbewertungen, die 1997 und 1998 vorgenommen
wurden, nahmen 419 Partner - Großunternehmen, KMU, Vertragsforschungsorganisationen,
Universitäten und gemeinnützige Forschungsorganisationen
- von 214 Projekten teil, die zwischen 1992 und 1994 beendet und
zunächst von 1993 bis 1995 bewertet wurden. Die Projektgruppe
umfasste insgesamt 1 495 Partner von 334 Projekten. Die dritte
Folgenbewertung wurde 1999 mit 123 Industriepartnern von 77 (im
Jahr 1995 beendeten und 1996 erstmals bewerteten) Projekten durchgeführt.
Insgesamt umfasste diese Projektgruppe 507 Großunternehmen
und KMU mit 136 Projekten.
Bei den Unternehmen waren ebenso sehr große Unternehmen
mit über 2 000 Mitarbeitern wie KMU mit weniger als 50 Beschäftigten
vertreten. Eine Mehrheit der Teilnehmer waren Marktführer
auf inländischer oder europäischer Ebene, knapp die
Hälfte davon auch auf internationalen Märkten. Für
die Teilnahme an Brite-Euram gab es verschiedene Gründe:
Weiterführung eines anderen Projekts, mit Konkurrenten Schritt
halten, Diversifizierung sowie die Erlangung von wissenschaftlichem
und technologischem Know-how. Knapp die Hälfte aller Industrieunternehmen
hatte an früheren Brite-Euram-Programmen teilgenommen. Die
meisten Großunternehmen und viele KMU verfolgten formelle
FuE-Strategien - und viele hatten bereits an anderen nationalen
oder internationalen Förderprogrammen teilgenommen.
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Erhebliche Wertschöpfung
Die wirtschaftlichen Auswirkungen für die Unternehmen und
Vertragsforschungsorganisationen wurden anhand von Umsatzsteigerung,
Kosteneinsparungen, Marktwirkung, Technologietransfer und neu
verkauften Lizenzen bewertet. Insgesamt waren die wirtschaftlichen
Auswirkungen beachtlich:
1 182 Millionen Wertschöpfung für Unternehmen in den
Studien 1 und 2. Dieser Effekt wurde von 142 Industrieteilnehmern
und Vertragsorganisationen (d. h. 48 % der in der Erhebung erfassten
Teilnehmer) erreicht. Die Wertschöpfung in Studie 3 belief
sich auf 504
Millionen, die 52 Großunternehmen und KMU (42 % der Stichprobe)
durch zusätzlichen Umsatz und Kosteneinsparungen erzielten.
Noch wichtiger ist, dass diese Zahlen knapp 75 % der bei Abschluss
der betreffenden Projekte vorausgesagten Wertschöpfung darstellen.
Durchschnittlich erforderte jedes Projekt in der von den Studien
1 und 2 erfassten Stichprobe
430 000 pro Partner. Die durchschnittliche Wertschöpfung
pro Partner betrug
2,82 Millionen. In den 77 Projekten, die in der dritten Studie
unter die Lupe genommen wurden, war das Durchschnittsbudget pro
Partner mit
470 000 ein wenig höher. Allerdings lag die durchschnittliche
Wertschöpfung mit
4,1 Millionen sehr viel höher.
Da jeder von der Kommission und den Partnern investierte Euro
einen potenziellen wirtschaftlichen Gewinn von
6,60 ( 6,50 für
die beteiligten Unternehmen) erzeugte, darf die Initiative als
wirtschaftlicher Erfolg bezeichnet werden. Noch besser fielen
die Ergebnisse der dritten Erhebung aus: Jeder von Brite-Euram
und seinen Partnern investierte Euro erzielte eine Wertschöpfung
von 8,70 - entweder
direkt durch einen größeren Marktanteil, oder indirekt
durch Auswirkungen wie erhöhte Produktivität oder Qualität.
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Arbeitsplätze geschaffen
und erhalten
In den fünf Jahren nach Beendigung der bewerteten Projekte
waren in dieser Stichprobe von 291 Projekten ungefähr 1 600
neue Arbeitsplätze geschaffen und schätzungsweise 1000
Jobs erhalten worden. Der Effekt mag beschränkt scheinen,
ist aber real. Man könnte es auch durch folgende Formel ausdrücken:
Mit 80 000 wird
1 Arbeitsplatz geschaffen oder erhalten. Außerdem wird nur
die direkte Beschäftigung in den am Projekt beteiligten Unternehmen
festgehalten, während die "Nebenwirkungen" - indirekte
Beschäftigung auf Grund der Markteinführung neuer Produkte
und Verfahren - unberücksichtigt bleiben.
Knapp ein Drittel der Unternehmen erwähnten auch als Resultat,
dass die Mitarbeiter, die mit den neu eingeführten Technologien
des Projektes arbeiten, ein höheres Qualifikationsniveau
und einen höheren Bildungsabschluss benötigen. Weitere
10 % berichteten über Verbesserungen von Gesundheitsschutz
und Sicherheit am Arbeitsplatz.
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Positive Umweltfolgen
Etwas mehr als ein Drittel der Industrieteilnehmer in den Studien
1 und 2 berichteten, ihr Projekt habe zumindest einen Umwelteffekt
in ihrer Organisation gehabt, der in fast allen Fällen (97
%) positiv war: 39 % erwähnten Materialeinsparungen, 32 %
Energieeinsparungen, und 32 % konnten Emissionen von Gefahrstoffen
verringern.
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Wissenschaftliche und technologische
Ziele erreicht
Etwa 50 % der Großunternehmen und knapp 60 % der KMU in
der Studie 3 erreichten ihre gesamten wissenschaftlichen und technologischen
Ziele. Noch bedeutsamer ist, dass die Mehrheit der Großunternehmen
und KMU die Projektergebnisse drei Jahre später immer noch
regelmäßig industriell nutzen. Von mehr als der Hälfte
der Großunternehmen und fast 60 % der KMU wurden die Ergebnisse
umfassend, von über 10 % beider Kategorien teilweise verwertet.
In den Studien 1 und 2 wurden spezifische Resultate geprüft.
Sie zeigten, dass KMU 27 neue Patente angemeldet hatten, gegenüber
12 von Großunternehmen, 13 von kommerziellen Forschungsorganisationen
und 17 von Partnerschaften zwischen Industrie- und Vertragsforschungsorganisationen.
90 % der Universitäten und Forschungseinrichtungen meldeten
einen Anstieg ihrer Publikationen, wobei die in der Stichprobe
erfassten Projekte 426 Veröffentlichungen herausbrachten,
sowie 109 neue Doktorandenstellen bei 75 % dieser Art von Teilnehmern.
71 % der Universitäten und Forschungseinrichtungen gaben
an, dass sie dank des Projekts andere Forschungsverträge
abschließen konnten, die zu einer Aufstockung ihrer Mittel
führen.
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Was macht einen erfolgreichen
Partner aus?
Es waren mehr die Hersteller und weniger die Endbenutzer, die
von erheblichen Auswirkungen sprachen. Dies galt insbesondere
für Großunternehmen, wo 96 % der Teilnehmer, die wesentliche
Auswirkungen zu vermelden hatten, in der Herstellung tätig
waren. Für KMU war der Effekt weniger deutlich. Insgesamt
konnten rund 44 % der großen Unternehmen ihren Umsatz steigern,
39 % erhöhten ihren Marktanteil, und 20 % schufen neue Arbeitsplätze.
Die Auswirkungen auf KMU waren breiter gestreut: 85 % meldeten
eine beachtliche Umsatzsteigerung, 71 % eroberten neue Märkte,
73 % vergrößerten ihren Marktanteil, und 65 % schufen
neue Arbeitsplätze. Diese Zahlen lassen sich als Bestätigung
der gängigen Vorstellung interpretieren, dass KMU innovativer
und flexibler sind als Großunternehmen.
War Brite-Euram so
erfolgreich wie geplant?
Es ist natürlich wichtig zu sehen, inwieweit die tatsächlichen
Auswirkungen den bei Abschluss des Projekts erstellten Prognosen
entsprachen. Zum Vergleich wurden zwölf Indikatoren ausgewählt,
die die Technologie, die Partner, die Verwertung des Projekts
und den Markt betrafen. Im Durchschnitt wurden 78 % der Vorhersagen
durch die Folgenbewertung bestätigt oder sogar übertroffen.
Selbst in Bereichen wie wirtschaftliche Gewinne, Zeit bis zur
Markteinführung, Verwertungskosten und kommerzielle Risiken
- wo externe Faktoren mit ins Spiel kamen - lag diese Zahl noch
bei 67 %.
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Der Mehrwert von Brite-Euram-Projekten
Studie 3 sollte untersuchen, welchen Mehrwert Brite-Euram wirklich
gebracht hat - wie hätten sich die Dinge ohne dieses Programm
entwickelt, wie ließe es sich verbessern?
Insgesamt 90 % der Teilnehmer hätten ihre Forschung auch
ohne Brite-Euram durchgeführt, allerdings in einem kleineren
Rahmen, mit einem niedrigeren Risikograd und weniger zuverlässigen
Ergebnissen. Großunternehmen hätten wahrscheinlich
länger gebraucht, um die Arbeit auszuführen, wodurch
sich auch die Zeit bis zur Marktreife verlängert hätte;
KMU hätten die Laufzeit ihrer Projekte vermutlich beschränkt.
Die Wirtschaftseffekte wären ohne Brite-Euram ebenfalls geringer
gewesen - im Hinblick auf Umsatzsteigerungen und höhere Marktanteile
ohne jeden Zweifel. Und auch die Qualität, die Effizienz
und der Innovationsgehalt der Ergebnisse wurden durch Brite-Euram
gesteigert.
Brite-Euram, so die Schlussfolgerung, hat durch das weitere
Betätigungsfeld der Projekte, den höheren Risikograd
bei der Forschung und den besseren Wirtschaftseffekt des Projektergebnisses
einen klaren Mehrwert gebracht. Im Vergleich mit anderen nationalen
oder internationalen Programmen wurden Brite-Euram-Projekte im
Hinblick auf die europäische Dimension der Konsortien und
des Programms selbst, den Umfang und die Art der Finanzierung,
den Kooperationsrahmen und die Zahlungsbedingungen von den Befragten
als äußerst zufriedenstellend betrachtet. Gleichzeitig
wurde die Notwendigkeit erkannt, das Auswahl- und Vertragsverfahren
zu beschleunigen, die Berichterstattungsauflagen zu vereinfachen
und für eine effizientere Unterstützung bei der Verwertung
der Projektergebnisse zu sorgen. Diese Aspekte werden in Rahmenprogrammen
jüngeren Datums seit langem in Angriff genommen.
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Die wichtigsten Schlussfolgerungen
Im Ganzen bestätigen die Brite-Euram-Folgenbewertungen
einer Auswahl von Projekten daher, dass das Programm einen positiven
Wirtschaftseffekt auf die europäische Industrie hatte und
in sozialem und ökonomischem Sinne einen nachhaltigen Eindruck
hinterlässt:
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- Jeder von der EK und den Partnern in den untersuchten
Stichproben investierte Euro brachte direkt oder indirekt
einen potenziellen wirtschaftlichen Gewinn im Wert von
sieben Euro; dies bedeutet im Durchschnitt, pro Forschungsinvestition
von
80 000 wird 1 Arbeitsplatz geschaffen oder erhalten;
- Fast 1 600 neue Arbeitsplätze wurden geschaffen,
tausend weitere blieben erhalten;
- Mehr als ein Drittel der Unternehmen meldeten erhebliche
Umwelteffekte, insbesondere hinsichtlich des Verbrauchs
von Werkstoffen und Energieeinsparungen;
- 54 % der Teilnehmer starteten neue Kooperationsvorhaben;
- 51 % verzeichneten eine Verbesserung ihrer technologischen
Wettbewerbsfähigkeit;
- 14 % meldeten neue Patente an.
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Die Studien belegen den Nutzen der von der Kommission
geförderten Forschungs- und Entwicklungsprojekte als Katalysator
für Innovation und Wachstum sowie, nicht zu vergessen, die
Notwendigkeit, die Projekte gemäß streng definierter,
die Marktauswirkungen berücksichtigender Kriterien zu bewerten.
In den Jahren nach diesen Erhebungen sind einige neue
Erkenntnisse hinzugekommen: wirksame Bewertungsverfahren und -kriterien,
Vereinfachung von Verträgen und die Bedeutung gut ausgewogener
Konsortien. Die europäische Forschung hat seit dem ursprünglichen
Start dieser frühen Brite-Euram-Projekte einen weiten Weg
zurückgelegt - aber Fortschritt baut auf Erfahrung auf, und
diese Pioniervorhaben hatten einen wesentlichen Beitrag zu leisten.
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