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Inforegio/Panorama
Januar 2001

Das vierteljährliche Magazin der Akteure der Regionalentwicklung

Inhalt
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Entdeckungsreise

Die schwedische Region Västra Götaland:
Tosendes Meer und alte Felsen

Die Region, die den heutigen Namen Västra Götaland trägt, war bereits in der Steinzeit besiedelt. Eine große Anzahl von Megalithgräbern und einige Siedlungsreste erinnern an die prähistorische Vergangenheit. Doch ist die Provinz vor allem für die zahlreichen in den Fels gemeißelten Skulpturen aus der Bronzezeit bekannt. Diese in den Granit gehauenen Bilder gehören heute zum Weltkulturerbe und bergen ein Entwicklungspotenzial für die Region. Diese ist nämlich von einem schleichenden, aber unaufhaltsamen Verfall des Fischereisektors betroffen. So setzt sie auf den Kulturtourismus als Ausgleich für den Rückgang der Fischereitätigkeit.

In der Region an der Westküste Schwedens befinden sich auch der größte See des Landes - Vänern - sowie etliche Fjorde, Buchten, Inseln und Halbinseln. Der Küstenstreifen der Provinz hat eine Länge von 160 km und erstreckt sich im Norden bis an die norwegische Grenze.
Im Landesinnern sind die Ebenen durch Plateaus, Steilhänge und Schluchten durchbrochen - die gegenüber der Eiszeit um 100 bis 170 m erhöhten Ausläufer der Fjorde auf dem Land.

Bohuslän und sein Archipel aus 3 000 Inselchen ist eine der touristisch interessantesten Regionen Schwedens. Lange Zeit war der Fischfang der wichtigste Wirtschaftsbereich der Provinz. Seit einigen Jahrzehnten aber geht die Zahl der Fischer stetig zurück. Viele kleine Häfen wären bereits verlassen, wenn es nicht gelungen wäre, sie für den Fremdenverkehr nutzbar zu machen. Mittelfristig wird dieser Sektor die Haupteinnahmequelle der 766 000 Einwohner sein. Die Provinz kann ferner auf die Raffinerien, die Erdölindustrie, die Papierindustrie sowie auf den in vollem Aufschwung befindlichen Arzneimittelsektor zählen. Die Regionalwirtschaft profitiert ferner von der Nähe zu Göteborg, der zweitgrößten Stadt Schwedens, wo zahlreiche multinationale Unternehmen angesiedelt sind.


Dreitausend Jahre alte Denkmäler

Der Ort Tanum im Norden von Bohuslän stellt ein künstlerisches Erbe dar, das sowohl wegen seiner Pracht und seiner Vielfalt als auch wegen seiner kulturellen Einheit einzigartig ist. Die 3000 Jahre alten Felsbilder veranschaulichen die Sitten und Bräuche der Ureinwohner der Region. Sie sind der Grund dafür, dass die schwedischen und norwegischen Grenzgebiete an einem gemeinsamen, über die Gemeinschaftsinitiative Interreg geförderten Kooperationsprojekt beteiligt sind.


Felsmalereien in den Grenzregionen Bohuslän, Dalsland und Østfold.
Die Felsbilder aus der Bronzezeit sind äußerst anfällig. Sie leiden insbesondere unter der Luftverschmutzung und der Erosion.
  Die Felsbilder aus der Bronzezeit sind äußerst anfällig, denn das Gestein leidet unter der Erosion und der Luftverschmutzung. Um den Verfall dieses Erbes zu verhindern, haben die schwedische Region Bohuslän und die norwegische Region Østfold seit 1993 eine verstärkte transnationale Zusammenarbeit aufgebaut. Auf den beiden betroffenen Gebieten sind 75 000 Skulpturen von Zerstörung bedroht, womit gleichzeitig die Existenz von 5 000 prähistorischen Stätten gefährdet ist.

Jan Magnusson, einer der Projektleiter und Mitglied im Provinzialrat des Västra Götaland in Schweden, setzt sich seit seiner Jugendzeit nachdrücklich für die Erhaltung dieses Kulturerbes ein.

"Für die Institutionen, Museen und die Kultur im Allgemeinen ist es lebensnotwendig, alle verfügbaren Informationen über diese Felsmalereien zusammenzutragen. Sollten sie unglücklicherweise verloren gehen, wären die gesammelten Daten die einzig verbleibenden Informationen. Daher haben wir den Aufbau zweier Datenbanken beschlossen. Zu beiden Seiten der Grenze werden in diese Datenbanken die jeweils von uns in Angriff genommenen Forschungen eingegeben.

Zur Konservierung der Werke haben wir zunächst den Verfallprozess untersucht. Ein Netzwerk von Sachverständigen aus den Bereichen Geologie, Chemie, Mikrobiologie, Physik, Meteorologie und Archäologie wurde gebildet. Wir konnten verschiedene Ursachen für den Verfall ermitteln: Das Gestein leidet in erster Linie unter den Schwefelablagerungen und dem sauren Regen, die die anfälligsten Mineralien auflösen; gleichzeitig wird es durch Algen, Flechten und Moos angegriffen. Durch diese Art von Befall können die Felswände mehr Wasser, Gas und Schadstoffe aufnehmen. Aufgrund dieser relativ langsamen Prozesse verwittert nach und nach die Oberfläche des behauenen Granits."

Zum Schutz der Skulpturen haben die Sachverständigen aus Schweden und Norwegen an verschiedenen technischen Lösungen gearbeitet. Die zwischen diesen beiden Ländern aufgebaute Zusammenarbeit geht jedoch über den eigentlichen Denkmalschutz hinaus.

"Bei diesem Experiment geht es uns auch darum, Näheres über die Personen zu erfahren, die diese Steine in der Bronzezeit behauen haben. Welche Teile unserer Regionen bewohnten sie?


Die Entdeckung archäologischer Reste in der Region Västra Götaland erhöht deren Anziehungskraft auf den Tourismus.
Wie lebten sie? Welches Verhältnis hatten sie zur Natur? Welche Bedeutung kam in diesen Skulpturen dem Ritual zu? Doch vor allem möchten wir all diese
Dinge den Besuchern mitteilen, um den Kulturtourismus in den Regionen Bohuslän und Østfold zu verstärken."

Diese Fülle an Fragen und der Wunsch, über diese Entdeckungen zu informieren, haben die schwedischen und norwegischen Partner dazu angetrieben, eine Reihe von Ausgrabungsarbeiten durchzuführen. Mit deren Hilfe konnten eine archäologische Stätte in Hunn, in Norwegen, sowie mehrere Friedhöfe in beiden Grenzregionen entdeckt werden.

"Die Grabungsfunde haben all unsere Erwartungen übertroffen. Im Gebiet von Bohuslän und Østfold wurden Dörfer mit Feuerstellen und einige gepflasterte Flächen entdeckt wie auch die Reste von Häusern und Tonscherben. Diese Entdeckungen steigerten die Anziehungskraft der Region und führten zum Aufbau eines Forschungsnetzes, an dem die Universitäten Göteborg und Oslo sowie sizilianische und ungarische Forschungsinstitute beteiligt waren."

Gesamtkosten (1996-1999): 5 435 000 euros
Beteiligung der Europäischen Union
(Interreg II): 655 000 euros
Kontaktadresse:
Western Götaland County
Administration Board
S-403 40 Göteborg
Tel: +46 31 60 50 59
Fax: +46 31 60 52 09
Jan.magnusson@o.lst.se


 

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