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Griechenland setzt auf Wettbewerbsfähigkeit

Ein neuer Zugang

Wettbewerbsfähigkeit wurde als eine der Topprioritäten für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Griechenlands im Programmzeitraum 2000-2006 ausgemacht. Im März nahm die Europäische Kommission ein spezielles operationelles Programm (OP) zur Wettbewerbsfähigkeit an, das vor allem auf die Bereiche Produktion, Forschung und Technologie, Tourismus und Energie ausgerichtet ist. Seine Hauptziele sind die Förderung von Unternehmensneugründungen, die Stärkung der nachhaltigen Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und ihre Integration in den globalen Markt sowie ein verbessertes Dienstleistungsangebot für kleine und mittlere Unternehmen.

Nachdem sich seine wirtschaftliche Situation verbessert hat, ist Griechenland jetzt in der Lage, sich in diesem Jahr der Eurozone anzuschließen. Strukturreformen im Kapital-, Produkt- und Arbeitsmarkt sind viel versprechende Ansätze. Griechenland leidet aber noch immer unter seiner geringen Produktivität, vor allem durch 1) unterentwickelte oder unmoderne Wissenschafts-, Technologie- und Innovationssysteme, 2) das Qualitätsniveau der Humanressourcen und den Mangel an gut ausgebildeten Arbeitskräften und 3) geringe unternehmerische Initiative. Produktivität ist ein Schlüsselfaktor für ein nachhaltiges Wachstum und schafft zugleich die Voraussetzungen für verbesserte Lebensstandards. Sie spielt auch eine Schlüsselrolle in der internationalen Wettbewerbsfähigkeit.

Unternehmensförderung

Das operationelle Programm soll diese Schwächen teilweise beheben. Es enthält 8 Förderschwerpunkte und einen Schwerpunkt für technische Hilfsmaßnahmen. Sie zielen alle darauf ab, die gesunde Entwicklung der Unternehmenskultur in Griechenland zu fördern. Sie sind zu folgenden Themenbereichen zusammengefasst:

  • Stärkung der Unternehmensinfrastruktur und des allgemeinen Unternehmensumfelds mit Maßnahmen zur Unterstützung von Infrastrukturvorhaben, Verbesserung des nationalen Systems zur Qualitätszertifizierung, Vereinfachung der Existenzbedingungen für Unternehmen und Aufbau integrierter Unternehmensnetzwerke.

  • Förderung und Unterstützung von Unternehmergeist und herausragender Unternehmenskultur in den Bereichen Energie, Produktion, Tourismus, Technologie und Forschung. Dazu gehören: Modernisierung der Organisationsmethoden von Unternehmen, geeignete Finanzprodukte für eine gesunde Unternehmensentwicklung und die Förderung unternehmerischer Initiative bei jungen Menschen, Frauen und Behinderten.

  • Förderung der technologischen Innovation und Forschung durch Forschungs- und Technologietransfer und internationale Kooperation, Unterstützung von Spin-off-Aktivitäten und Bewusstseinsbildung der Öffentlichkeit.

  • Förderung Griechenlands als Fremdenverkehrsland und Diversifizierung des Tourismusprodukts durch Investitionshilfen für Fremdenverkehrseinrichtungen, die Entwicklung alternativer Tourismusformen, Fremdenverkehrsförderung und Maßnahmen gegen die nachteiligen Auswirkungen einer einseitigen saisonalen Ausrichtung.

  • Sicherstellung einer nachhaltigen Energieversorgung und Förderung der Liberalisierung des Energiemarktes vor allem durch Maßnahmen zur Unterstützung von Erdgas, erneuerbaren Energieträgern und Energieeinsparung, Energieversorgung für Inseln, Städte und Industrie, Maßnahmen für den Umweltschutz und die öffentliche Sicherheit im Zusammenhang mit Erdölerzeugnissen und Maßnahmen gegen den Treibhauseffekt.

  • Förderung der Humanressourcen durch Ausbildung und berufsbildende Maßnahmen in Tourismus, Industrie, Forschung und Technologie.

Fast 2 Mrd. Euro aus den Strukturfonds

Das Programm wird mit annähernd 6,4 Mrd. Euro finanziert. Die Strukturfonds werden fast 2 Mrd. Euro beitragen; 45% der Mittel stammen von privaten Geldgebern und der Rest aus nationalen Quellen. Die Unterzeichnung dieses neuen operationellen Programms erfolgt kurz nach der Verabschiedung eines neuen Gesetzes über die Strukturfonds durch das griechische Parlament. Es wird künftig die Grundlage für die Umsetzung von EU-finanzierten Projekten in Griechenland bilden.

Ein neuer Zugang

Die Eröffnung des neuen internationalen Flughafens von Athen in Spata am 28. März 2001 ist ein historischer Schritt in die Ära moderner Kommunikation, mit dem sich im 21. Jahrhundert ein neuer Zugang nach Griechenland eröffnet.

Der sehr moderne Flughafen symbolisiert eine neue Ära für Griechenland als internationales Verbindungsglied zwischen Europa, dem Balkan, dem Nahen Osten und Afrika. Er ist nach Eleftherios Venizelos benannt, der als griechischer Premierminister Anfang des 20. Jahrhunderts eine wichtige Rolle für die Wiederentstehung und Modernisierung Griechenlands gespielt hat.

In der ersten Phase wird der Flughafen 16 Millionen Passagiere und 220.000 Tonnen Luftfracht pro Jahr abfertigen können. Später soll seine Kapazität auf 50 Millionen Passagiere ansteigen. Damit wird er eine führende Position im Luftverkehr einnehmen.

Durch eine innovative Partnerschaft zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor wurde das internationale Know-how zusammengebracht, um die Finanzierung, Planung, Gestaltung und den Bau zu ermöglichen. Das Ergebnis ist eines der größten und ehrgeizigsten Infrastrukturprojekte, das aus Gemeinschaftsmitteln kofinanziert wurde. Damit eröffnen sich enorme wirtschaftliche Perspektiven für die europäische Wirtschaft.

Die Partnerschaft zwischen dem griechischen Staat und einem privaten Konsortium hat zur Gründung der privaten Gesellschaft Athens International Airport SA geführt, die den neuen Flughafen 30 Jahre lang betreiben wird. Der griechische Staat hält 55% der Anteile am neuen Flughafen und das private Konsortium unter Führung der Hochtief AG 45%. Ebenfalls an dem Konsortium beteiligt sind die ABB Calor Emag Schaltanlagen AG und die Flughafen Athen-Spata Projektgesellschaft mbH. Es wird damit gerechnet, dass der Flughafen nach drei Jahren Gewinne abwirft und dass nach 7 Jahren erstmals Dividenden an die Anteilseigner ausgeschüttet werden können.

Der Flughafen wurde zu einem Festpreis von 2,155 Mrd. Euro errichtet. Davon wurden 12% aus Gemeinschaftsmitteln und 46% mit Darlehen der Europäischen Investitionsbank finanziert.
Die Bauarbeiten an dem gigantischen Projekt dauerten von Juli 1996 bis September 2000, gefolgt von einem sechsmonatigen Testbetrieb.

DIn der ersten Phase wird der Eleftherios-Venizelos-Flughafen 16 Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen können
der Eleftherios-Venizelos-Flughafen


 

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