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Inforegio/Panorama

Das vierteljährliche Magazin der Akteure der Regionalentwicklung

Inhalt
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Zukunftsorientierte Maßnahmen zur Verbreitung der Innovation

Volles Haus am Informationstag über innovative Maßnahmen
Die vier Prioritäten von Michel Barnier

Eingreifen in Spitzenbereichen, in denen die Anwendung der traditionellen Hebel der Strukturfonds zu riskant ist, Vollendung des großen Werkes der Regionalpolitik, indem den am wenigsten wettbewerbsfähigen Regionen geholfen wird, ihre Innovations- und Anpassungsfähigkeit an die technologischen und wirtschaftlichen Veränderungen zu entwickeln... das sind die Ziele der innovativen Maßnahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Die ärmsten Regionen der Union sind auf die technologischen Veränderungen und Entwicklungen schlecht vorbereitet und kaum in der Lage, sich zu einer Informations-, Wissens- und Innovationsgesellschaft zu entwickeln. Dabei könnten sie gerade mit Hilfe der neuen Technologien ihren Rückstand aufholen, wenn die Wirtschaftsakteure diese Technologien beherrschen.

Die innovativen Maßnahmen des EFRE wurden speziell für die Regionen konzipiert, die am wenigsten mit den neuen Informations- und Kommunikationstechnologien vertraut sind. Sie sind ein unverzichtbares Experimentierforum, in dem die Qualität der Programme der vorrangigen Ziele 1, 2 und 3 der Strukturfonds nach und nach beeinflusst und verbessert werden kann. Dies geschieht durch die Stärkung der immateriellen und konzeptuellen Aspekte der regionalen Wettbewerbsfähigkeit: Vernetzung, öffentlich-private Partnerschaften, Technologietransfer, Unternehmergeist usw.

Die Leitlinien dieser innovativen Maßnahmen für den Zeitraum 2000-2006 wurden am 31. Dezember 2001 von der Europäischen Kommission verabschiedet.

Für die Regionen mit Entwicklungsrückstand und die Umstellungsgebiete wurden drei Prioritäten festgelegt:

  • Wissen und technologische Innovation;
  • Informationsgesellschaft;
  • regionale Identität und nachhaltige Entwicklung.

Die betreffenden Regionen können Unterstützung aus dem EFRE beantragen, indem sie der Kommission in Form eines Aktionsplans oder einer Strategie im Rahmen einer umfassenden regionalen Partnerschaft mit den öffentlichen und privaten Akteuren Vorschläge aus mindestens einem der drei Kernbereiche vorlegen. Nachdem ein Programm angenommen ist, bildet es maximal zwei Jahre lang die Grundlage für die Durchführung einzelner Pilotprojekte. Die positiven Ergebnisse dieser Pilotprojekte können anschließend in die Hauptprogramme für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung übernommen werden.

In der Vergangenheit haben es solche Initiativen (RIS - Regionale Innovationsstrategie oder RISI - Regionale Initiative für die Innovationsgesellschaft) beispielsweise ländlichen Gebieten ermöglicht, Käse über das Internet zu vertreiben. Kleine Unternehmen im niederländischen Limburg konnten von den Forschungs- und Entwicklungslabors größerer Gesellschaften profitieren, Unternehmen in Wales erhielten über ein privates Investorennetz zusätzliche Gelder und Know-how, die Menschen im spanischen Galicien und im portugiesischen Norte konnten Online-Informationssysteme mit umfassenden Daten aus den Bereichen Wirtschaft, Soziales und Kultur konsultieren usw.

Die innovativen Maßnahmen sind mit 400 Mio. Euro für den Zeitraum 2000-2006 ausgestattet. Die bewilligten Regionalprogramme erhalten jeweils zwischen 300.000 und 3 Mio. Euro. Zehn Kriterien sind für die Auswahl durch die Dienststellen der Generaldirektion für Regionalpolitik ausschlaggebend: die Qualität der Vorschläge (Klarheit des strategischen Ansatzes, innovative Ziele usw.), ihre potenziellen Nebeneffekte (auf die vom EFRE und anderen Gemeinschaftspolitiken kofinanzierten Programme), die Partnerschaft zwischen öffentlichem und privatem Sektor und Körperschaften sowie Kohärenz zwischen den Zielen und den zur Verfügung stehenden Mitteln.

Als Ergänzung zur Ausarbeitung und Durchführung der neuen innovativen Entwicklungsstrategien unterstützt die Kommission auch Kooperationsnetze und den Erfahrungsaustausch zwischen Regionen. Außerdem wird sie zwei Wettbewerbe ausrichten, um die besten Vorgehensweisen zu ermitteln und zu unterstützen.

Weitere Informationen :

E-europe
Leitlinien für die Innovativen Maßnahmen des EFRE
Innovativen Maßnahmen 1994-1999 und Dokumentation zu den neuen Innovativen Maßnahmen


Volles Haus am Informationstag über innovative Maßnahmen

Die Teilnahme von mehr als 500 regionalen Akteuren am 19. Februar 2001 in Brüssel hat das europaweite Interesse an der Innovation deutlich gemacht, sofern das überhaupt notwendig war. Die Verantwortlichen auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene sind der Einladung der Europäischen Kommission zu diesem Informationstag über innovative Maßnahmen in großer Zahl gefolgt.


Acht Stunden lang standen Debatten, Ideen und Fragen im Mittelpunkt des Informationstages. Alle Redner und Gäste waren sich darin einig, dass Innovation ein Schlüsselfaktor für die europäische Wettbewerbsfähigkeit und die Fähigkeit des Kontinents ist, Arbeitsplätze zu schaffen.
Die neuen Technologien können die Produktionsmittel, das Dienstleistungsangebot, die Organisation von Management und Marketing verbessern, aber sie können noch mehr.
Sie sind heute der Dreh- und Angelpunkt für den Austausch von Wissen, Erfahrung und beispielhaften Praktiken.

Breites Informationsangebot durch spezielle Veranstaltungen

Den ganzen Tag über fanden verschiedene Workshops statt. Nach einer allgemeinen Präsentation der Leitlinien der Kommission konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Genaueres erfahren über die Einreichung der regionalen Programme für innovative Maßnahmen, über die Beurteilung dieser Programme durch die Dienststellen der Kommission, über die besondere Rolle der innovativen Maßnahmen in der Regionalpolitik und über die Umsetzung und Verwaltung der Programme. In einer Veranstaltung ging es um Netze und Begleitmaßnahmen.

Die vier Prioritäten von Michel Barnier

Zum Abschluss der Debatte an diesem Tag berichtete der für die Regionalpolitik zuständige Kommissar Michel Barnier, wie sich die Kommission den Inhalt der von den Regionen vorzubereitenden Programme vorstellt.

1. Wirklich innovative Projekte

"Ich erwarte Programme mit Strategien, die von dem Bedarf ausgehen, den die Träger der Entwicklung vor Ort ermittelt haben. Ich hoffe auf ganz neuartige Vorschläge, die auch ein gewisses Risiko beinhalten können. Auf dem Gebiet der Innovation sind die Misserfolge ja oft lehrreicher als die Erfolge. Was ich nicht möchte, ist, dass hier und da Projekte auftauchen, die bereits in der Schublade gelegen haben und die eher für eine Finanzierung im Rahmen der Mainstream-Programme1 in Frage kommen."

2. Einbeziehung aller Akteure

"Nach den Erfahrungen aus der Vergangenheit hoffe ich auf die aktive Teilnahme und die Einbeziehung aller regionalen und lokalen Akteure im privaten wie im öffentlichen Sektor sowie der Körperschaften in einem Ansatz, der von der Basis ausgeht, und das sowohl in der Konzeption als auch in der Durchführung der regionalen Programme für innovative Maßnahmen. Die Auswahl des Vorsitzenden des Pilotausschusses ist deshalb so wichtig, weil er in der Lage sein muss, Anstöße zu geben und als Integrator zu wirken."

3. Effiziente Begleitung und Verwaltung

"Wir haben uns bemüht, die Verfahren zu vereinfachen und ein Maximum an Transparenz und finanzieller Sicherheit für diese neue Generation innovativer Maßnahmen zu gewährleisten. Dafür bitte ich Sie, alles für eine effiziente Begleitung und Verwaltung dieser Programme zu tun."

4. Rückwirkung auf die Großprojekte

"Ich möchte, dass die Verantwortlichen für die "Mainstream"-Interventionen in den Ziel-1- und Ziel-2-Regionen, die in den Pilotausschüssen der Regionalprogramme für innovative Maßnahmen sitzen, schon jetzt darüber nachdenken, wie sich gute innovative Projekte in die großen Programme der Zielregionen 1 und 2 übernehmen und dort weiterführen lassen."


1 Mainstream: Interventionen des EFRE zur Kofinanzierung von operationellen Programmen und einheitlichen Programmplanungsdokumenten.


 

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