Ex-post-Bewertung des EFRE – Ziel 1 und 2 (2000–2006)

 

Arbeitspaket 6: Förderung von Unternehmergeist und Innovation

Die Förderung von Unternehmergeist und Innovation ist ein Schlüsselelement der Kohäsionspolitik. Im Zeitraum 2000–2006 sind dafür fast 50 Milliarden Euro vorgesehen, also mehr als ein Drittel der Mittelausstattung des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Diese Unterstützung wird in drei getrennten Arbeitspaketen im Rahmen der Ex-post-Bewertung geprüft – Arbeitspaket 6, auch jeweils als Arbeitspaket 6a, 6b oder 6c bezeichnet. Die Arbeit wird folgendermaßen aufgeteilt:

  • Im Rahmen von Arbeitspaket 6a werden die Ausgaben der einzelnen Länder und der Kohäsionspolitik im Bereich Unternehmergeist und Innovation überprüft,
  • beim Arbeitspaket 6b geht es um Outputs, Leistungen oder Wirkungen für die 30 Programme, über die die meisten Finanzmittel für den Bereich Unternehmergeist ausgegeben werden,
  • und im Rahmen von Arbeitspaket 6c werden die unterstützten Unternehmen mit nicht unterstützten Unternehmen verglichen, wobei Ostdeutschland als Fallstudie dient.

Das Arbeitspaket 6a ist mittlerweile abgeschlossen; die Ergebnisse der beiden anderen Studien werden für die erste Hälfte 2010 erwartet.

Arbeitspaket 6a: Eine Erhebung zur Unterstützung für Unternehmergeist und Innovation

Zweck der Evaluierung:

  • Eine Erhebung über die von den Mitgliedstaaten sowohl auf nationaler Ebene als auch im Rahmen der Kohäsionspolitik verwendeten Instrumente.
  • Zehn detaillierte Fallstudien (6 über Unternehmergeist und 4 über Innovation)
  • Gründliche Bewertung der Auswirkungen unter Einsatz von Kontroll- oder Vergleichsgruppen.

Die Studie wurde nach dem ersten Zwischenbericht abgeschlossen. Sie führte zu einer Bestandsaufnahme über Instrumente von annehmbarer Qualität (Ziel 1), hingegen blieben die beiden anderen Ziele unbeachtet. Mitte 2009 wurden aus diesem Grund zwei weitere Verträge abgeschlossen: Arbeitsprogramm 6b (30 Fallstudien) und Arbeitsprogramm 6c (Ökonometrie und Kontroll-/Vergleichsgruppen).

Wichtigste Ergebnisse:

  • KMU sind die Hauptempfänger von EFRE-Unterstützung für Unternehmen. Im Zeitraum 2000 bis 2006 erhielten sie 83 % der Finanzmittel. Dieses Ergebnis entspricht den politischen Schwerpunkten der Mitgliedstaaten, die fast alle ihre Unternehmenspolitik primär auf KMU ausrichten. Unternehmergeist und Unternehmensneugründungen sind wichtige Schwerpunkte.
  • Direkte Instrumente (d. h. finanzielle Unterstützung, zumeist Zuschüsse, doch auch Darlehen und Risikokapital) machen mit 69 % im Zeitraum 2000–2006 noch immer den größten Teil der EFRE-Beihilfen für Unternehmen und Innovation aus.
  • Es wurde jedoch eine Trendverlagerung von einer eng gefassten, auf Umstrukturierung und Diversifizierung ausgerichteten Strategie in Richtung eines breiter angelegten Ansatzes festgestellt, der den Akzent stärker auf Innovation legt und mit einem umfassenderen Instrumentarium ausgestattet ist. Im Laufe des Untersuchungszeitraums wurden mehr und mehr indirekte Instrumente eingesetzt, z. B. nichtfinanzielle Unterstützung wie Unternehmensdienstleistungen, Verringerung der Verwaltungslasten, Cluster, Netze und Wissenstransfer.
  • Die Vielfalt der eingesetzten Instrumente dient vor allem KMU, hingegen werden große Unternehmen fast ausschließlich durch nicht rückzahlbare Zuschüsse ersetzt.
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Arbeitspaket 6b: Förderung von Unternehmergeist – wichtigste Ergebnisse der 30 Programme mit der größten Mittelausstattung in diesem Bereich

Diese Bewertung ist darauf aus, die Leistungen der Programme zu messen und die Wirksamkeit der verschiedenen Instrumente einzuschätzen.

Die wichtigsten Ergebnisse:

- Die Unterstützung für die Unternehmen trug zur Schaffung einer erheblichen Anzahl von neuen Arbeitsplätzen, zur Steigerung der Produktion und einer verbesserte Produktivität bei. Die 30 Programme unterstützten 800.000 Unternehmen, vor allem KMU, was zu 625.000 neuen Arbeitsplätzen brutto führte. Schätzungsweise eine Million Arbeitsplätze wurden durch die Unterstützung der Kohäsionspolitik an Unternehmen insgesamt geschaffen.

- Das Monitoring muss verbessert werden. Zum Beispiel ist die wichtigste beabsichtigte Wirkung vieler Instrumente eine erhöhte Produktivität, aber nur 3 von den 30 Programmen sammelten Daten zu diesem Thema. Auch für geschaffene Arbeitsplätze  - ein Indikator, der für alle Programme geplant war – wurden die Zahlen in 6 von 30 Fällen als fehlend oder unzuverlässig beurteilt. Die Programme sollten bestimmen, welche Indikatoren am ehesten messen, was sie erreichen wollen und konsistent Daten sammeln.

- Die zur Verfügung stehenden Instrumente (z. B. Zuschüsse, Risikokapital, Darlehen, Dienstleistungen für Unternehmen) können nicht in jedem Fall geeignet sein. Einige Regionen zeigten eine übermäßige Abhängigkeit von Zuschüssen, bei denen andere Instrumente angemessener gewesen wären. Umgekehrt sind einige Investitionen (z. B. Start-ups oder frühe Phasen von F & E) zu riskant für Financial Engineering.

- Die politischen Entscheidungsträger sollten einen proaktiven Ansatz bei der Verhinderung Verzögerungen wählen. Dies bedeutet, Verwaltungskapazitäten auszubauen, um unnötige Verzögerungen zu reduzieren, aber auch notwendige Vorlaufzeiten zu organisieren (z. B. beim Einrichten von Venture Capital Fonds).

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Arbeitspaket 6c: Unterstützung für Unternehmergeist und Innovation – ökonometrische und kontrafaktische Methoden

Diese Studie verglich Unternehmen in Ostdeutschland, die eine Investitions- oder Forschungszuschüsse erhielten, mit ähnlichen, aber nicht unterstützten Unternehmen profitiert. Zwei spezifische Datenquellen wurden verwendet: das IAB-Betriebspanel für Unternehmensförderung und die GEFRA-Erhebung betrieblicher Forschung und Entwicklung in Thüringen. Um robuste Ergebnisse zu gewährleisten, wurden verschiedene Vergleichsmethoden eingesetzt (Propensity Score Matching, difference-in-difference und instrumentelle Variablen).

 Die wichtigsten Ergebnisse:

-  Investitionszuschüsse induzierten starke Investitionseffekte. Eine durchschnittliche öffentliche Unterstützung von 8.000 € pro Mitarbeiter führte zu € 11,000-12,000 zusätzlicher Investitionen. Dies impliziert eine Hebelwirkung, bei der jeder Euro an öffentlichen Geldern bis zu € 1,5 an Gesamtinvestitionen auslöst.

- F & E-Zuschüsse in Höhe von 8.000 € führten zu einer zusätzlichen Investition von 8.000 €. Obwohl dieses 1-zu-1-Verhältnis etwas kleiner ist als das entsprechende Verhältnis für Investitionszuschüsse, hat es einen zusätzlichen "Spillover"-Vorteil in Form eines erhöhten langfristigen Wirtschaftswachstums in der Region.

- Eine überschlägige Berechnung des direkten Beschäftigungseffekts von Investitionszuschüssen ergab rund 27.000 zusätzliche Arbeitsplätze. Obwohl positiv, ist dieser Effekt doch kleiner als die aus dem Monitoring. Dies deutet darauf hin, dass die wichtigsten Auswirkungen einer solchen Unterstützung erhöhte Investitionen und Produktivität sind, mit der Schaffung von Arbeitsplätzen als sekundäre Auswirkung.

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