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Berlins Projekt des Quartiersmanagement bringt die Entscheidungsfindung zur sozialen Entwicklung auf die lokale Ebene

Berlin, Deutschland

RegioStars 2013 FinalistDie Gründung von Quartiersräten in benachteiligten Berliner Bezirken hat die Beteiligung der lokalen Bevölkerung am Entscheidungsfindungsprozess zur Auswahl und Finanzierung von Projekten zur Verbesserung der Lebensumstände gestärkt.

Um den negativen Folgen der sozialen Segregation und der sozialen Probleme in bestimmten Gebieten Berlins nach der Wiedervereinigung der Stadt entgegenzuwirken, wurde 1999 von den Behörden die Interventionsstrategie Quartiersmanagement Berlin ins Leben gerufen. Seit mehr als einem Jahrzehnt erweist sie sich nun als wertvolles Werkzeug in der Entwicklung der „sozial integrierten Stadt“ Berlin.

Die sozial benachteiligten Gegenden Berlins leiden unter einer deutlichen Vernachlässigung des öffentlichen Raums sowie unter Arbeitslosigkeit, Abhängigkeit von Sozialhilfe und den Problemen, die mit einem Mangel an sozialer und ethnischer Integration einhergehen. Das übergeordnete Ziel des von der EU unterstützten Programms Quartiersmanagement (QM) Berlin war die Änderung dieser Situation und die Schaffung solidarischer Nachbarschaften mit gleichen Beschäftigungschancen für die Quartiere und ihre Einwohner.

Die wichtigsten Partner in diesem Projekt sind die Einwohner vor Ort, die mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, den lokalen Bezirken und den Quartiersmanagementteams zusammenarbeiten. Auch lokale Institutionen wie Wohnungsbaugesellschaften, Schulen, Unternehmen und Gemeindezentren, die oft wertvolle Synergieeffekte liefern, spielen eine essenzielle Rolle.

Gespräche über das Quartier

Dem QM Berlin liegt die Philosophie zugrunde, dass die lokalen Quartiere selbst ihre wichtigsten Akteure werden, ihre eigene Entwicklung vorantreiben und die sozialen Bedingungen verbessern sollen.

Die Stadtverwaltung hat sich das Ziel gesetzt, so viele Menschen und Institutionen eines Quartiers wie möglich miteinzubeziehen und ihnen Verantwortung zu übertragen. In den Zielgebieten wurden Quartiersräte eingerichtet, zusammengesetzt aus Vertretern der lokalen Institutionen und der Vereinigungen der Bürger – in der Regel Kindergärten, Schulen und Kirchen – sowie der lokalen Polizei und Wohnungsbaugesellschaften, die über die Bedürfnisse im Quartier gut Bescheid wissen.

Alle Einwohner und lokalen Akteure sind aufgefordert, über die Stärken und Probleme eines Gebiets zu diskutieren und gemeinsam die beste Strategie zur Stärkung und Verbesserung des Quartiers zu erarbeiten. Sie können auch Projektideen für die Verbesserung der Lebensqualität im Quartier einreichen.

Zu den beliebtesten durchgeführten Aktionen zählt die Unterstützung für Schulen, um sie zu „besonderen Orten“ in dem Gebiet zu machen, die Renovierung von Sozialwohnungen zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts und die Förderung der Kultur des Quartiers zur Schaffung einer neuen Solidarität.

Die Integration von Bevölkerungsgruppen mit Migrationshintergrund ist ein wichtiger Aspekt in der Arbeit der Quartiersräte, da gerade diese vielen unterschiedlichen Herausforderungen gegenüberstehen. Die am schwersten benachteiligten Gebiete weisen einen hohen Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund auf, in manchen Fällen bis zu 79 %.

Stärkung der Beteiligung lokaler Einwohner

Das QM Berlin wurde sowohl im Programmzeitraum 2000-2006 als auch 2007-2013 durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung unterstützt.

Insbesondere seit 2005 wurde die Beteiligung der lokalen Einwohner an den Quartiersräten durch ihre Rolle im Entscheidungsfindungsprozess gestärkt. Das Spektrum der Berliner QM-Aktivitäten umfasst nun auch Unterstützung für Bildung und Beschäftigung sowie soziale und ethnische Integration.

Das QM Berlin ist Teil einer Langzeitstrategie zur sozialen Integration in Berlin und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt hat das Ziel, das Programm auch im nächsten europäischen Finanzierungszeitraum fortzuführen.

Deutschland

Technische Informationen

Investitionen insgesamt

EUR 223 500 000

EU-Investitionen

EUR 83 500 000

Ansprechpartner

Datum des Entwurfs

25/10/2012

 

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