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Zusammenarbeit zwischen der EU und Lateinamerika bei regionaler Innovation gut für die Wirtschaft!

(26/04/2013)

Zusammenarbeit zwischen der EU und Lateinamerika bei regionaler Innovation gut für die Wirtschaft!

Im Bereich der internationalen Zusammenarbeit legt die GD REGIO den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit – unterstützt durch die vorbereitende Maßnahme „Förderung der regionalen und lokalen Zusammenarbeit durch Information über die Regionalpolitik der EU auf globaler Ebene“ des Europäischen Parlaments – zunehmend auf die Förderung einer dezentralisierteren Zusammenarbeit, die regionale und städtische Behörden aus der EU und Drittländern zusammenbringt. Bei dieser Zusammenarbeit geht es um mehr als die Stärkung des Verständnisses für das europäische sozioökonomische Modell in Drittländern. Darüber hinaus bringt sie unter anderem Akteure aus Drittländern mit öffentlichen und privaten (gewerblichen) Anbietern von Finanzierungen und Dienstleistungen für die Regional- und Stadtentwicklung zusammen.

Ein jüngeres Beispiel für letzteren Punkt ist das technische Hilfsprojekt „Zusammenarbeit zwischen der EU und Lateinamerika bei regionalen Innovationssystemen“, das soeben abgeschlossen wurde und an dem die lateinamerikanischen Regionen Córdoba (Argentinien) und Santa Catarina (Brasilien) sowie die EU-Regionen Emilia-Romagna und Baden-Württemberg beteiligt waren. Das Projekt wurde durch die Arbeit in der EU zum Thema regionale Innovationssysteme inspiriert und sollte den lateinamerikanischen Regionen helfen, den Zugang von KMU zu Innovation zu fördern und Governance-Regelungen zu verbessern, welche die wichtigen im Bereich Innovation arbeitenden Akteure zusammenbringen. Der Schwerpunkt lag auf zwei Branchenclustern (den Sektoren Agrar- und Lebensmittelindustrie sowie Biotechnologie, wobei der Fokus insbesondere auf Biotechnologie in den Anwendungsbereichen Landwirtschaft, Agrar- und Lebensmittelindustrie, IKT und Energie lag), die in der lokalen Wirtschaft sowohl der beteiligten europäischen als auch der lateinamerikanischen Regionen eine wichtige Rolle spielen und außerdem ein bedeutendes Entwicklungspotenzial aufweisen.

Die Maßnahmen auf der Abschlusskonferenz des Projekts, die vom 5. bis 8. März 2013 in Chapecó (Santa Catarina, Brasilien) stattfand, zeigten deutlich den Wunsch der EU- und lateinamerikanischen Behörden, den interregionalen Austausch und die Zusammenarbeit in der regionalen Innovationspolitik fortzuführen und zu stärken. Dies bestätigte das Interesse der Privatwirtschaft an dem Projekt, das auch an der Beteiligung von Unternehmen beider Seiten deutlich wurde. Letztendlich beteiligten sich auf beiden Kontinenten über 40 Unternehmen und eine Reihe von EU-Behörden und -Unternehmen exportierten Dienstleistungen, einschließlich Know-how, an lateinamerikanische Firmen in Córdoba und Santa Catarina. In der Tat war das Projekt für die europäischen Behörden und Firmen vor allem aufgrund ihres Interesses an Einsichten in die Funktionsweise der Märkte dieser beiden aufstrebenden und dynamischen lateinamerikanischen Regionen als Basis für den Aufbau von wirtschaftlichen und Handelsverbindungen attraktiv.

Die Provinz Córdoba hat zum Beispiel bereits eine Reihe von Folgemaßnahmen ins Auge gefasst, die für ihre lokalen Interessengruppen interessant sind: Förderung des Ausbaus der Verbindungen zwischen lateinamerikanischen Unternehmen und der Agrar- und Lebensmittelindustrie sowie dem Mechatroniksektor der Emilia-Romagna durch die Dienste von Reggio Emilia Innovazione; Stärkung und Formalisierung der Verbindungen bestimmter lateinamerikanischer Cluster (z. B. Cluster Quesero de Villa María, Córdoba) zu wirtschaftlichen Forschungseinrichtungen und Konsortien (z. B. Parmigiano-Reggiano-Konsortium); Ermöglichung der Teilnahme lateinamerikanischer KMU der Agrar- und Lebensmittelindustrie an europäischen Messen (z. B. „R2B – Research to business“ in Bologna, „Nutrire il pianeta, energia per la Vita“ in Mailand); Förderung der Aufnahme und Beteiligung lateinamerikanischer Unternehmen in das bzw. am Enterprise Europe Network mit Unterstützung baden-württembergischer Einrichtungen. Gleichzeitig laufen Gespräche über eine Reihe von gemeinsamen biotechnologischen Forschungs- und Entwicklungsprojekten mit dem Ziel einer gemeinsamen Beantragung von Forschungsbeihilfen in der EU und Deutschland.

Dieses Projekt hat bestätigt, dass Ansätze und Maßnahmen der Regionalpolitik, die auf eine Verbesserung der regionalen Entwicklung und Beteiligung abzielen, in Brasilien und Argentinien in Zukunft eine zunehmend entscheidende Rolle spielen werden. Im Zuge dieses Trends ist die regionale Innovationspolitik unerlässlich, wenn es darum geht, lokale politische Maßnahmen wie Bildung, Ausbildung, gewerbliche Dienstleistungen für KMU, angewandte wirtschaftliche Forschung und Technologietransfer zusammenzubringen.

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