Schienenverkehr Nord-Süd erleichtern

Eine wichtige Verlängerung der neuen Eisenbahnlinie in Ostdeutschland von knapp über 130 km Länge ist nun in Bau. Die von der EU kofinanzierte Eisenbahntrasse ist Teil eines entstehenden deutschen Hochgeschwindigkeitsnetzes, das die Fahrzeit zwischen der Bundeshauptstadt Berlin und der bayerischen Landeshauptstadt München im Süden auf rund vier Stunden begrenzen soll.

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Die auf den Namen „VDE 8.2” getaufte Trasse verläuft vom thüringischen Erfurt nach Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt und Leipzig in Sachsen. Die fertige Eisenbahnstrecke wird zahlreiche neue Tunnel und Brücken umfassen.

Ausgebaute, neue Infrastruktur

Das VDE 8.2-Projekt erhielt 2009 grünes Licht von der Europäischen Kommission. Es wird vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des Konvergenz-Ziels kofinanziert.

Die Gesamtstreckenlänge des Projekts wird 131 km betragen, wobei die Streckenentfernung zwischen Erfurt im Süden und den Städten Halle (Saale) und Leipzig im Norden circa die Hälfte dieser Entfernung (61 km) umfasst. Die Strecke ist Teil des VDE 8-Verkehrsprojekts, einer wichtigen Hochgeschwindigkeitsbverbindung für den Personen- und Güterverkehr zwischen Nürnberg und Berlin, was sie auch zu einer wichtigen Verbindung zu den wachsenden Transeuropäischen Netzwerken der EU macht, insbesondere im Hinblick auf die Nord-Süd-Verbindung zwischen Berlin und Messina (Sizilien).

Der Anstoß zu dem Projekt kam von der Einsicht, dass die bestehende Infrastruktur zwischen Berlin und München dem erwarteten Anstieg des Verkehrsaufkommens in naher Zukunft nicht mehr gerecht wird. Die Planer von VDE 8 und Teilabschnitten, wie zum Beispiel der VDE 8.2-Teilabschnitt, möchten daher ausreichend neue Personen- und Güterkapazitäten in den Regionen schaffen, durch die die Eisenbahnstrecke verläuft – was letztendlich auch dem internationalen Schienenverkehr zugute kommen wird.

Zahlreiche neue Bauvorhaben werden im Laufe des Projekts realisiert; sie werden auf einer Länge von insgesamt circa 13,9 km erfolgen und neun Tunnel und 10 Brücken umfassen.

Schneller und einfacher reisen

Die fertige Eisenbahnstrecke Erfurt-Leipzig/Halle (Saale) soll rund zwei Millionen Menschen zugute kommen, die im Projektbereich leben. Sie werden von einem einfacheren Zugang zu Hochgeschwindigkeitszügen zwischen Süd- und Nordostdeutschland profitieren.

Die Entwickler planen Spitzengeschwindigkeiten von 300 km/h für den Personenverkehr und werden damit die Fahrzeit zwischen den Städten an den jeweiligen Endpunkten der Strecke um fast zwei Stunden verkürzen und damit auf eine Stunde reduzieren. Das heißt: Die Gesamtreisezeit zwischen München und Berlin wird bei knapp unter vier Stunden liegen.

Ein weiterer Vorteil des Projekts dürfte darin bestehen, den Personen- und Güterverkehr von der Straße auf die umweltfreundlichere Schiene zu verlagern. Dies würde zu einer Verringerung der lokalen Kohlenstoffemissionen und der Umweltverschmutzung beitragen.


Datum des Entwurfs

24/06/2010