ZIM Technology/ZIM AgroForst: Wie viel Wasser braucht ein Baum?

Ein gemeinsames Projekt der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) und der ZIM Plant Technology GmbH optimiert Bewässerungssysteme durch Einsparung von Wasser, Dünger und Energie.

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Die nicht-invasive magnetische ZIM-Sonde an einem Pappelblatt in einer Forstwirtschaft mit Kurzumtrieb in Brandenburg. Die ZIM-Sonde bestimmt den Zelleninnendruck (Turgor); dies ist der für die Wasserversorgung von Pflanzen relevante Parameter. © YARA ZIM Plant Technology GmbH Die nicht-invasive magnetische ZIM-Sonde an einem Pappelblatt in einer Forstwirtschaft mit Kurzumtrieb in Brandenburg. Die ZIM-Sonde bestimmt den Zelleninnendruck (Turgor); dies ist der für die Wasserversorgung von Pflanzen relevante Parameter. © YARA ZIM Plant Technology GmbH

" Die EU-Fördermittel kamen uns sehr gelegen. Mit ihrer Hilfe konnten wir ein breites Spektrum von Sonden entwickeln, die die Wasserversorgung von Laubbäumen und Koniferen in Echtzeit unter Feldbedingungen messen. "

Prof. Dr. Ulrich Zimmermann, Projektleiter

Durch das Projekt konnten die beiden Partner ihre individuellen Ziele mithilfe des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung miteinander kombinieren. Die Firma ZIM Plant Technology konnte ihre ZIM-Sonden perfektionieren. Hierbei handelt es sich um Sensoren zur Messung des Turgordrucks, der die Wasserkonzentration in Pflanzenzellen misst. Gleichzeitig untersuchte die HNEE, welche Auswirkungen eine unterschiedlich hohe Wasserzufuhr auf schnell wachsende Bäume hat.

Genaue Bestimmung des Bewässerungsbedarfs

Die nicht-invasiven ZIM-Sonden werden an das Blatt einer Pflanze geklemmt und übertragen die Daten über die Wasserkonzentration einer Pflanze mobil an ein Modem, das sie auf einen Internetserver hochlädt. Landwirte können die Daten dann herunterladen und zusätzlichen Bewässerungsbedarf feststellen. Dies ermöglicht beträchtliche Einsparungen des Wasserverbrauchs, erhöht die pflanzliche Produktion und hilft dabei, dem weltweiten Problem der Wasserknappheit entgegenzutreten.

Während des Projekts wurde die Funkreichweite des Systems erheblich ausgeweitet und die Sonden wurden weiterentwickelt, um die Anwendung an verschiedenen Blattarten flexibler zu gestalten. Daneben wurde eine Datenbank für den Wasserbedarf verschiedener Pflanzen entwickelt. Hierbei gab es eine Kooperation mit weltweiten Feldstudien.

In dem von der HNEE durchgeführte ZIM AgroForst Projekt wurden die ZIM-Sonden verwendet um zu untersuchen, wie externe Faktoren das Wasserniveau in Bäumen beeinflussen und um die optimale Wasserkonzentration für ein schnelles Wachstum verschiedener Baumarten herauszufinden. Dieses Wissen hilft Landwirten dabei, Wasser und Düngemittel je nach Bodenbeschaffenheit und Wachstumsvoraussetzungen der Bäume präziser einzusetzen. Das spart Geld und Aufwand und ist zudem klimafreundlich.

Erweiterung der Wettbewerbsfähigkeit und Schaffung von Arbeitsplätzen

Das Projekt wurde auf Weiden- und Pappelplantagen ausgeführt. Diese Pflanzen sind typisch für Forstwirtschaft mit Kurzumtrieb; es sind schnell wachsende Bäume, die in jungem Alter abgeerntet werden können. Sie werden dann als Biomasse zur Energiegewinnung verwendet.

Dank des Projekts hat sich die 2010 gegründete Firma ZIM Plant Technology zu einem international agierenden Unternehmen entwickelt, das jetzt 17 Arbeitnehmer in Brandenburg beschäftigt. An der HNEE wurden durch das Projekt jährlich 30 bis 40 Stellen für studentische Hilfskräfte geschaffen. Während der Umsetzung wurden außerdem zehn Forschungsstellen geschaffen.

Gesamtinvestitionen und EU-Mittel

Die Gesamtinvestitionen des Projekts „ZIM Technology/ZIM AgroForst“ belaufen sich auf 2 961 400 EUR, an denen sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung mit 2 089 640 EUR im Rahmen des operationellen Programms „Brandenburg“ für den Programmplanungszeitraum 2007-2013 beteiligt.

Datum des Entwurfs

30/03/2015