Ticket to Kyoto (T2K): Fünf Verkehrsbetriebe – ein Ziel

Fünf große europäische Verkehrsbetriebe haben sich zusammengetan, um durch umweltfreundlicheres Verhalten und Veränderungen in der Infrastruktur CO2-Emissionen zu reduzieren. Sie möchten niedrige CO2-Emissionen zu einem neuen Standard für Verkehrsbetriebe machen.

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T2K zielt darauf ab, öffentliche Verkehrsmittel durch innovative, energieeffiziente Lösungen nachhaltiger zu machen. T2K zielt darauf ab, öffentliche Verkehrsmittel durch innovative, energieeffiziente Lösungen nachhaltiger zu machen.

Der Verkehr ist mit einem Anteil von 24 % an den Gesamtemissionen die zweitgrößte Quelle von CO2-Emissionen in der Europäischen Union. „Hauptübeltäter“ ist der Straßenverkehr, auf den 70 % aller Verkehrsemissionen entfallen.

MoBiel (Bielefeld), RATP (Paris), RET (Rotterdam), STIB (Brüssel) und TFGM (Manchester) haben sich in einer transnationalen Initiative mit dem Namen „Ticket to Kyoto“ bzw. T2K zusammengetan. Sie entwickeln praktische Lösungen zur Verringerung der CO2-Emissionen durch öffentliche Verkehrsmittel, experimentieren damit und tauschen sich darüber aus. Das Endziel besteht darin, einen Beitrag zu den europäischen Zielen des Kyoto-Protokolls für 2020 zu leisten

Energiesparmaßnahmen

Die fünf Partner haben bereits Energiesparmaßnahmen entwickelt, die ohne große Investitionen schnell Ergebnisse liefern. Außerdem haben sie in Ausrüstung investiert, etwa in Systeme zur Energierückgewinnung beim Bremsen von Straßen- und U-Bahnen.

Ferner haben die fünf Verkehrsbetriebe gemeinsam eine langfristige Strategie zur Verringerung der CO2-Emissionen und des Energieverbrauchs bis 2020 erarbeitet. Sie haben im Hinblick auf langfristige Nachhaltigkeit effektive Lösungen zur Verbesserung von politischen Konzepten und Rechtsvorschriften vorgestellt. Schließlich hat die Arbeitsgemeinschaft in öffentlichen Kampagnen sowohl die breite Öffentlichkeit als auch die Industrie zum Handeln animiert.

eit 2010 wurden über 30 Ticket-to-Kyoto-Projekte gestartet. Die Aktivitäten umfassen Sensibilisierungskampagnen für Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe im Rahmen der „Energiewoche“, Wettbewerbe zur Verringerung des Energieverbrauchs in Bürogebäuden der Verkehrsbetriebe und Lehrgänge für umweltbewusstes Fahren für Bus-, U-Bahn- und Straßenbahnfahrer. Außerdem wurden Anstrengungen zur Verringerung unnötiger Beleuchtung im öffentlichen Nahverkehr unternommen und energieeffiziente Beleuchtungen und Regelungseinrichtungen installiert.

Ein langfristiger Effekt von T2K wird die Verringerung der CO2-Emissionen durch öffentliche Verkehrsmittel sein. Fortgesetzte Investitionen in neue Technologien und erneuerbare Energien werden den Projektpartnern helfen, dieses Ziel zu erreichen. Beispielsweise wird prognostiziert, dass durch das neue Kraft-Wärme-Kopplungssystem der STIB jährlich bis zu 165 Tonnen CO2 eingespart werden.

Außerdem werden die Partner anhand ihrer Kohlenstoffbilanz und ihrer gemeinsamen CO2-Indikatoren eine eigene Kohlenstoffstrategie entwickeln können, die in ihre Managementpläne integriert wird.

Die Zusammenarbeit und Abstimmung von fünf großen Verkehrsbetrieben ist beispiellos. Auf diese Weise konnten die Kosten der Planungen durch die größere Zahl möglicher Lieferfirmen, durch die Möglichkeit gemeinsamer Ausschreibungen und durch Ermittlung der Voraussetzungen für die optimale Durchführung reduziert werden.

Langfristiges Handeln

islang umfassten viele Aktionen zur CO2-Reduzierung isolierte und bruchstückhafte Maßnahmen. T2K wendet eine neue Strategie zur Reduzierung von CO2-Emissionen an, die alle Unternehmensbereiche umspannt und zu einem gezielten Plan für langfristiges Handeln führt. Dieser Ansatz ist unmittelbar übertragbar auf andere Branchen.

T2K testet nicht nur Pilotmaßnahmen zur Energieeinsparung, sondern legt unbedingten Wert darauf, dass Energiesparmaßnahmen in den normalen Betrieb der beteiligten Unternehmen eingebunden werden. Die RATP beispielsweise wird in ihrem Netz das Kraft-Wärme-Kopplungssystem der STIB übernehmen, und die STIB wird ihre Investitionen in ein System zur Energierückgewinnung beim Bremsen erweitern und auf ihr gesamtes Netz ausdehnen.

Der Ansatz der T2K-Partner macht deutlich, dass es wirtschaftlich attraktiv ist, die Klimafolgen des Personennahverkehrs zu verringern. Das Programm ist ein interessantes Modell für andere Verkehrsbetriebe.

„Das Projekt „Ticket to Kyoto“ trägt dazu bei, öffentliche Verkehrsmittel durch innovative, energieeffiziente Lösungen im Bereich der Infrastruktur und langfristige Strategien zur CO2-Reduzierung nachhaltiger zu machen. Durch die Bündelung der Kräfte und der Erfahrungen kommen die Partner schneller und besser voran.“

  • Patricia Remacle, CSR- und Ticket-to-Kyoto-Koordinatorin, STIB

Gesamtinvestitionen und EU-Mittel

Die Gesamtinvestitionen für das Projekt „Ticket to Kyoto (T2K)“ betragen 12 012 291 EUR. Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung beteiligt sich im Rahmen des operationellen Programms für Europäische territoriale Zusammenarbeit „INTERREG IV-B Nordwesteuropa“ für den Programmplanungszeitraum 2007-2013 mit 6 006 146 EUR daran.


Datum des Entwurfs

03/02/2014