Thermische Batterie – Speicherung und Wiederverwendung überschüssiger Energie

Eine neue hochleistungsfähige höchst leistungsstarke thermische Batterie speichert überschüssige Energie und Abwärme zur späteren Nutzung und bietet damit eine energieeffiziente, CO2-neutrale und erneuerbare Lösung.

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Die thermische Batterie auf der Fachmesse EnergyDecentral 2014. © Thermische Batterie Die thermische Batterie auf der Fachmesse EnergyDecentral 2014. © Thermische Batterie

" Unsere thermische Batterie soll das Wärmespeichersystem für Ihr Zuhause deutlich optimieren. Sie können zum Beispiel verlorene Wärme aus einem privaten Heizkraftwerk, z. B. einem Blockheizkraftwerk, oder überschüssige Elektrizität aus dem Stromnetz nutzen. Das System wird von dem Unternehmen reguliert, deckt jedoch immer den Warmwasser- und Heizbedarf zu Hause ab, indem es das alte Heizsystem ersetzt, das in den meisten Fällen fossile Energiequellen nutzt. "

Oliver Opel, wissenschaftlicher Mitarbeiter, thermische Batterie

Heizenergie ist für den Großteil des Energieverbrauchs in Deutschland verantwortlich; ungefähr 80 % der Treibhausgasemissionen entstehen durch das Heizen von Privathäusern und anderen Gebäuden. Ziel des Projekts „Thermische Batterie“ war die Entwicklung eines kompakten, höchst leistungsstarken Speichersystems, in dem überschüssiger Strom auf dem Strommarkt zusammengefasst und für das spätere Beheizen von Gebäuden und das Erwärmen von Wasser gespeichert wird.

Energieeinsparungen

Die thermische Batterie besteht aus einer thermochemischen Wärmepumpe, die chemische Reaktionen zur Wärmespeicherung nutzt, und speichert ungefähr 80 Kilowattstunden Energie – drei- bis viermal so viel wie ein herkömmlicher Warmwassertank. Die Technologie kann Wärme für Heizung und Warmwasser in Gebäuden liefern. Die Wärmeenergie ist erneuerbar, CO2-neutral und effizient und im Vergleich zur Heizung auf der Basis fossiler Brennstoffe auch mit erheblichen Einsparungen an Endenergie und Treibhausgasen verbunden. Für die Herstellung wurden nur erneuerbare und umweltfreundliche Materialien verwendet.

Grundlage des Konzepts war die Analyse von 245 unterschiedlichen thermochemischen Wärmespeichermaterialien, -methoden und -anwendungen. Durch das Projekt konnten auch weitere Felder für die Forschung ermittelt werden, zum Beispiel die mobile Wärmespeicherung, der Verkehr und der Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung, Abwärmegenerierung sowie Energiesteuerung und Kühlung.

Lokale wirtschaftliche Vorteile

Ein Hauptziel des Projekts war die Schaffung wirtschaftlicher Vorteile und Nebenanwendungen, wodurch die Batterie sowie damit verbundene Forschungs- und Entwicklungsergebnisse kommerzialisiert werden können. Dazu wurden Anwendungen für Unternehmen und den Wissenstransfer eingerichtet, und die Projektpartner haben ein EU-Patent beantragt und es auch erhalten.

Durch die Einbindung lokaler Unternehmen und Netzwerke hatte das Projekt auch eine positive Wirkung auf die regionale Wirtschaft. Darüber hinaus wurde eine Reihe verbundener Bereiche ermittelt, in denen weiter geforscht werden wird (mobile Wärmespeicherung, Verkehr, Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung etc.)

Dem Projekt und seiner bahnbrechenden Technik wurde erhebliche öffentliche Aufmerksamkeit zuteil – es wurde in nicht weniger als 21 Veröffentlichungen vorgestellt und für verschiedene hoch angesehene Auszeichnungen nominiert.


Gesamtinvestitionen und EU-Mittel

Die Gesamtinvestitionen für das Projekt „Thermische Batterie“ belaufen sich auf EUR 2 193 046, an denen sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung mit EUR 1 629 433 im Rahmen des regionalen operationellen Programms für Lüneburg (Niedersachsen) für den Programmplanungszeitraum 2007 bis 2013 beteiligt.


Datum des Entwurfs

30/11/2015