Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit

Im Rahmen eines sehr erfolgreichen Programms zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit im deutschen Bundesland Brandenburg konnten qualifizierte Arbeitsplätze für 2 231 Personen unter 30 Jahren gefunden werden.

 Weitere Extras

 
Im Rahmen des Programms wird jungen Menschen in Brandenburg geholfen, Arbeit zu finden. Im Rahmen des Programms wird jungen Menschen in Brandenburg geholfen, Arbeit zu finden.

Seit der deutschen Wiedervereinigung leidet das Land Brandenburg besonders in den ländlichen Gebieten in der Nähe der polnischen Grenze unter einer hohen Jugendarbeitslosigkeit. Bis 2010 wurde weniger als die Hälfte aller Auszubildenden in der Region nach Abschluss der Ausbildung übernommen. Hier zeigt sich ein krasser Gegensatz zu den westlichen Bundesländern, wo die Übernahmequote um 10 bis 15 Prozentpunkte höher liegt.

Zur Bekämpfung dieses Problems wurde das Projekt „Einstiegszeit“ konzipiert, zumal es für Jugendliche in der Regel umso schwerer wird, einen Arbeitsplatz zu finden, je länger sie außerhalb des Arbeitsmarkts bleiben. Das Programm wurde ursprünglich als Pilotprojekt an fünf Standorten in Ostbrandenburg durchgeführt, bevor es auf zehn Orte in der ganzen Region ausgedehnt wurde.

Das Programm richtet sich an zwei Zielgruppen: Auf der einen Seite werden Jugendliche unterstützt, die ihre Berufsausbildung abgeschlossen haben, und auf der anderen Seite sind über 2 100 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei ihrer Rekrutierungsplanung und Organisationsentwicklung unterstützt worden.

Stärkere Zusammenarbeit

Durch das Projekt soll die Zusammenarbeit zwischen regionalen Akteuren auf dem Arbeitsmarkt verstärkt werden. Außerdem sollen jugendpolitische Maßnahmen besser mit Einrichtungen wie Arbeitsvermittlungsstellen, Job-Centern, Handelskammern, Bildungsanbietern und anderen staatlichen Stellen verbunden werden.

Jugendliche, die im Rahmen des Programms vermittelt werden, erhalten für einen Zeitraum von sechs Monaten nach Stellenantritt weitere Beratung, die ihnen helfen soll, längerfristig beschäftigt zu bleiben. Im Rahmen des Programms wird auch jungen Frauen bei der Karriereplanung geholfen. Ferner gibt es einen Zuschuss von rund 1 000 EUR für die Zusatzqualifizierung eingestellter Fachkräfte.

Etwa 45 % der im Rahmen des Programms vermittelten Jugendlichen waren Frauen. Von den 2 231 bis 2012 vermittelten Stellen waren 75 % Vollzeitstellen und 25 % Teilzeitstellen. Über die Hälfte der Arbeitnehmer in Teilzeitbeschäftigung konnte sich in der übrigen Zeit weiterqualifizieren.

Bis dato haben 75 % der eingestellten Arbeitnehmer nach Abschluss des Programms unbefristete Arbeitsverträge erhalten, und 95 % arbeiten weiterhin bei den Unternehmen, an die sie vermittelt wurden. Es wird davon ausgegangen, dass eine erhebliche Zahl dieser Fachkräfte ohne das Programm Einstiegszeit nicht in Arbeit wäre. Ebenso ist anzunehmen, dass viele KMU in Brandenburg ohne das Programm einen Fachkräftemangel gehabt hätten. Die meisten KMU haben nämlich nicht die erforderlichen Mittel für Personalplanung und -entwicklung. Das Programm hat daher zur Zukunftssicherung der beteiligten Unternehmen beigetragen.

Die Projektergebnisse zeigen, dass es durch einen individuellen Ansatz für die Vermittlung und Unterstützung junger Arbeitsloser gelungen ist, Menschen zu vertretbaren Kosten ins Arbeitsleben zu integrieren. Einstiegszeit hat auch dazu beigetragen, dass die in früheren Jahren zu beobachtende Abwanderung hochqualifizierter Arbeitskräfte aus Brandenburg nachgelassen hat. In jener Zeit haben viele qualifizierte junge Menschen die Region verlassen, weil sie dort keine Arbeit finden konnten. Außerdem wurde der Arbeitslosenstand verringert, die nächste Generation von Fachkräften konnte gesichert werden, und die beruflichen Möglichkeiten für Frauen haben sich verbessert.

„Durch das Programm „Einstiegszeit“ werden qualifizierte junge Arbeitslose mit kleinen und mittleren Unternehmen zusammengebracht, die unter Fachkräftemangel leiden. Durch Personal- und Organisationsentwicklung angesichts von Personalengpässen und Qualifikationsdefiziten sollten Erfolgsmodelle und Zukunftsperspektiven für junge Menschen in der Region geschaffen werden.“

  • Peter Wölffling, Geschäftsführer der IHK-Projektgesellschaft mbH

Gesamtinvestitionen und EU-Mittel

Die Gesamtinvestitionen für das Projekt „Förderung der ‚Einstiegszeit’ von arbeitslosen Jugendlichen“ betrugen 13 337 000 EUR, an denen sich der Europäische Sozialfonds der EU mit 9 836 000 EUR aus dem operationellen Programm „Brandenburg“ für den Programmplanungszeitraum 2007-2013 beteiligte.

Datum des Entwurfs

31/01/2014