SMIK: Nationale Stereotype bekämpfen

Das Projekt SMIK trug zum Abbau nationaler Stereotypen und zur Verbesserung der dänisch-deutschen Kommunikation sowie der grenzüberschreitenden Wirtschaftsentwicklung bei. 

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SMIK-Projektteam: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und Universität Süddänemark © Erla Hallsteinsdottir SMIK-Projektteam: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und Universität Süddänemark © Erla Hallsteinsdottir

" Der grenzüberschreitende Aspekt hat maßgeblich zum Erfolg des Projekts beigetragen. Die unterschiedlichen Erfahrungen und Kompetenzen des deutschen und dänischen Teams haben sich gut ergänzt. Gerade ein Projekt, das sich mit Stereotypen beschäftigt, benötigt ein ausgewogenes Team mit unterschiedlichen Ansichten, um Verzerrungen zu vermeiden. "

Erla Hallsteinsdottir, Syddansk Universitet, Insitut for Sprog og Kommunikation

Die gewonnenen Erkenntnisse kommen insbesondere der Förderung der Bereiche Tourismus und Kultur zugute. Außerdem helfen sie Unternehmen beiderseits der Grenze, ihre Marketingstrategien zu optimieren und durch Ansprache neuer Kunden und Erweiterung der Vertriebsbasis in neue Märkte zu expandieren.

Im Rahmen des Projekts, das von der Wirtschaft allgemeinen und besonders von der Tourismus- und Marktforschungsbranche äußerst positiv aufgenommen wurde, untersuchte man dänisch-deutsche Stereotype. Anhand der Ergebnisse konnte das Projektteam didaktisches Material zur Verbesserung der Geschäftskommunikation zwischen beiden Ländern entwickeln. Zum Beispiel veröffentlichte man einen anschaulichen Leitfaden mit Karikaturen und angehängter Checkliste. Dieser ist in beiden Sprachen erhältlich und liefert eine Anleitung für die interkulturelle Kommunikation auf geschäftlicher Ebene. Er macht Geschäftsleute mit positiven und negativen Stereotypen vertraut und klärt über die Vermeidung von Missverständnissen auf.

Abbau von Barrieren

Die gegenseitigen Erwartungen und Vorstellungen zwischen Menschen verschiedener Nationalitäten können einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Wege stehen. Der Unternehmergeist leidet, wenn wir einer anderen Nationalität negative Eigenschaften zusprechen. Demgegenüber können positive Stereotype dazu beitragen, auf ein anderes Land zuzugehen und neue Märkte zu erschließen. Ein besseres Verständnis von sowohl negativen als auch positiven Stereotypen kann die Gemeinschaft nachhaltig stärken.

Aber nicht nur Unternehmen, sondern auch Schulen und Hochschulen waren Zielgruppe des Projekts. Damit wollte man die Erkenntnisse an die nächste Generation weitergeben. Die Unterrichtsmaterialien sollten Deutsch- und Dänischlernenden zur Bewusstmachung von nationalen Stereotypen dienen. Im Rahmen des Projekts wurden die Materialien an Schulen und Hochschulen in beiden Ländern getestet. Die Reaktionen auf Seiten der Schüler, Lehrer, Studenten und Dozenten waren durchweg positiv. Zusätzlich wurde mit zahlreichen Veranstaltungen unter Beteiligung von Lehrerverbänden der Austausch von Wissen gefördert.

Im Vorfeld durchgeführte Studien ergaben, dass viele Stereotype bereits als überholt gelten. Da sich Stereotype mit der Zeit verändern, waren aktuelle Analysen erforderlich. Die breit angelegte Studie erfasste mehr als 1 000 Teilnehmer in Dänemark und Deutschland und wurde durch einen Fragebogen für Hotels, Unternehmen und Schulen ergänzt.

Während des Projekts hat sich ein Netzwerk aus Experten in den Bereichen Stereotype und interkulturelle Kommunikation gebildet, das die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und das Verständnis der Kulturen untereinander weiterhin fördern möchte.


Gesamtinvestitionen und EU-Mittel

Die Gesamtinvestitionen für das Projekt „SMIK – Nationale Stereotype und Marketingstrategien in der deutsch-dänischen interkulturellen Kommunikation“ betragen 683 062 EUR, an denen sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit 443 991 EUR im Rahmen des operationellen Programms „Syddanmark-Schleswig-K.E.R.N.“ für den Programmplanungszeitraum 2007 bis 2013 beteiligt.


Datum des Entwurfs

16/12/2015