Naturnahes Grasland als Quelle zur Stärkung der biologischen Vielfalt

Vor 20 Jahren galt es als fast unmöglich, naturnahes Grasland in einen vollkommen natürlichen Zustand zurückzuversetzen. In Mitteleuropa hat das Biodiversitätsprojekt Salvere das Gegenteil bewiesen.

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Artenreiche naturnahe Graslandschaften sind wichtige Quellen für die biologische Vielfalt von Tieren und Pflanzen © Michele Scotton Artenreiche naturnahe Graslandschaften sind wichtige Quellen für die biologische Vielfalt von Tieren und Pflanzen © Michele Scotton

" Salvere hat sich in hohem Maße auf die Erhöhung der biologischen Vielfalt in Mitteleuropa ausgewirkt. Die eingesetzten Techniken werden jetzt auch in verschiedenen anderen Projekten verwendet, z. B. die Nutzung von gedroschenem Material für die Begrünung von Dächern und Straßenbahntrassen mit standortspezifischen Samen. "

Ulrike Pitha, Assistentin am Institut für Ingenieursbiologie und Landschaftsbau, Universität für Bodenkultur Wien, Österreich

Naturnahes Grasland kann eine wertvolle Ressource sein. Es hat sowohl einen hohen ökologischen als auch wirtschaftlichen Wert: Von hochwertigem Grasland gewonnenes Saatgut und Pflanzenmaterial hilft, das Grasland mit seiner biologischen Vielfalt zu bewahren und zu schützen und kann für Landwirte eine rentable Einnahmequelle sein.

Unter diesen Voraussetzungen wurde 2009 das Projekt Salvere eingerichtet, um sogenanntes High Nature Value Farmland (HNVF, landwirtschaftliche Nutzflächen mit hohem Naturschutzwert) zu fördern. Dieses besteht aus Gebieten, in denen die Landwirtschaft eine Hauptrolle in der Landnutzung spielt und die Landwirtschaft entweder eine hohe Vielfalt von Arten und Lebensräumen unterstützt bzw. damit in Verbindung steht oder auf europäischer und/oder nationaler und/oder regionaler Ebene schützenswerte Arten leben oder beides.

Salvere konzentrierte sich auf die Förderung von HNVF in Mitteleuropa. An dem Projekt beteiligten sich acht öffentliche und private Partner aus sechs EU-Ländern: Österreich, der Tschechischen Republik, Deutschland, Italien, Polen und der Slowakischen Republik. Gemeinsam entwickelten sie ein Handbuch und Leitlinien für die Saatgutproduktion und Ernte an potenziellen Entnahmestandorten sowie zu vorbildlichen Methoden für die Schaffung eines artenreichen Graslands, um in ganz Europa den Austausch von Wissen über die Renaturierung zu verbessern.

Projektübertragung

Salvere hat die Spezialisierung in der nachhaltigen Landschaftspflege und insbesondere in der Produktion und Vermarktung umweltfreundlicher Produkte und Dienstleistungen wirksam erhöht. Alle mitteleuropäischen Länder verfügen jetzt über eine gemeinsame technische Methodik zur Renaturierung von naturnahem Grasland. Dies ist gerade angesichts der neuen EU-Richtlinie zum Handel mit einheimischen Ökotypen krautiger Pflanzen besonders wichtig.

Umweltschutzexperten betrachten die von Salvere vorgeschlagenen Methoden als eine Verbesserung ihrer Kompetenzen. Außerdem legen öffentliche Verwaltungen nun Renaturierungsprotokolle zur Aufwertung zerstörter Lebensräume und Rekultivierung von Oberflächen, die unter Infrastrukturarbeiten gelitten haben, vor und nehmen diese Methoden in Verordnungen und Maßnahmen von regionalem Wert auf.

Insgesamt hat Salvere das Übereinkommen über die biologische Vielfalt von Rio de Janeiro von 1992 sowie die EU-Verordnungen zum Schutz der biologischen Vielfalt in die Tat umgesetzt.


Gesamtinvestitionen und EU-Mittel

Die Gesamtinvestitionen des Projekts „Salvere – Semi-natural grassland as a source of biodiversity improvement“ belaufen sich auf 1 567 942,58 EUR, an denen sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung mit 1 218 254,33 EUR im Rahmen des operationellen Programms „Mitteleuropa“ für den Programmplanungszeitraum 2007 bis 2013 beteiligt.


Datum des Entwurfs

12/12/2014