Das Ruhrgebiet ist auf dem richtigen Weg zu einer umweltfreundlicheren Mobilität

Durch die Umwandlung ehemaliger Industriegebiete und Investitionen in grüne Infrastruktur hat ein EU-finanziertes Projekt im Ruhrgebiet gezeigt, wie industrielles Erbe angepasst werden kann, um den ökologischen und wirtschaftlichen Bedürfnissen und Interessen des 21. Jahrhunderts zu entsprechen.

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Von links: Ulrich Carow, Dr. Ursula Kessler, Jens Carow, Juergen Harks und Uwe Ramthun nutzen die Hinweisschilder, die am Radweg aufgestellt sind, der als Teil des Projekts „Allee des Wandels“ in Herten eingerichtet wurde. RegioStars 2016 © Associated Press Von links: Ulrich Carow, Dr. Ursula Kessler, Jens Carow, Juergen Harks und Uwe Ramthun nutzen die Hinweisschilder, die am Radweg aufgestellt sind, der als Teil des Projekts „Allee des Wandels“ in Herten eingerichtet wurde. RegioStars 2016 © Associated Press

" Die kontinuierliche Zusammenarbeit der lokalen Verwaltungen im Ruhrgebiet war entscheidend für den Erfolg dieses Projektes. Dank Städtepartnerschaften können lokales Wissen und lokale Ressourcen gemeinsam genutzt werden. "

Michael Schwarze-Rodrian, Regionalverband Ruhr

Industriegebiete in ganz Europa erfinden sich als attraktive Wohn- und Arbeitsorte neu, in denen Nachhaltigkeit aktiv zu einer höheren Lebensqualität beiträgt. Die laufende Umgestaltung des Ruhrgebiets ist hierfür ein hervorragendes Beispiel. Die ganzheitliche Strategie fördert die umweltfreundliche Mobilität im Ruhrgebiet und hilft, potenzielle neue Branchen für wirtschaftliches und nachhaltiges Wachstum miteinander zu verbinden.

Dank des Projektes „Allee des Wandels“, das 4 890 003 EUR über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) erhalten hat, wurde eine ehemalige Zechenbahntrasse in einen 10 km langen Fahrradweg umgewandelt. Ein lokales Jungunternehmen entwickelte mithilfe von Schülern eines Gymnasiums eine App für das Projekt „Allee des Wandels“. Die App bietet Informationen entlang des Fahrradwegs, erklärt den städtischen Wandel, den Wechsel von Kohle zu erneuerbaren Energien und soll junge Menschen ermutigen, die Natur zu schützen.

Regionale Zusammenarbeit

Die Allee des Wandels ist ein wesentlicher Bestandteil der ganzheitlichen Strategie „Grüne Infrastruktur Ruhr“, in der lokale und regionale, blaue und grüne Infrastrukturen mit grüner Städteplanung, einem Netz von Fahrradwegen (für emissionsarme Mobilität) sowie mit lokalen Initiativen für Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel miteinander verknüpft sind.

Städte im Ruhrgebiet arbeiten bereits seit Jahren bei Projekten zur Förderung der wirtschaftlichen Erneuerung und strukturellen Entwicklung zusammen. Das Projekt leistet einen wertvollen Beitrag zum Emscher Landschaftspark (ELP), der sich im Zentrum eines Ballungsgebietes von etwa 20 Städten befindet. Der ELP dient als Plattform für die Integration grüner Entwicklungsprojekte und die Verbindung städtischer Zentren. Der neue Fahrradweg verknüpft beispielsweise die nahegelegenen Städte Recklinghausen und Gelsenkirchen miteinander.

Das Projekt ist tatsächlich ein gutes Fallbeispiel, das die wirksame Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene veranschaulicht. Die Städte Herten und Gelsenkirchen arbeiten gemeinsam mit ihren Versorgern an grüner Fernwärme auf Grundlage von Grubengas und solarthermischen Kollektoren. Durch die Zusammenarbeit streben die beiden Städte an, ein Teil der grünsten Metropolregion in Europa zu werden.

Auf dem Weg zum Wandel

Das Projekt „Allee des Wandels“ hat gezeigt, wie Bürger direkt von einer ganzheitlichen Entwicklung profitieren können. Ein Ergebnis war der Masterplan „Neue Zeche Westerholt“, der das Resultat eines Wettbewerbs internationaler Planer und Architekten war und die Neugestaltung des gesamten ehemaligen Kohleabbaugebietes zwischen Herten und Gelsenkirchen anstrebt.

Ein weiteres praktisches Beispiel für die Attraktivität des neuen Fahrradweges ist der geplante Bau eines neuen Bahnhofs in Herten. Fast 40 Jahre nach der Schließung des alten Bahnhofs wurde beschlossen, bis 2019 einen neuen Bahnhof zu eröffnen, der die Allee des Wandels mit der Neuen Zeche Westerholf verbindet.

Gesamtinvestition und EU-Finanzierung 

Die Gesamtinvestition für das Projekt „Alley of Change – Allee des Wandels – Grüne Infrastruktur für nachhaltige Stadtentwicklung“ beläuft sich auf 9 780 006 EUR, von denen 4 890 003 EUR aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des operationellen Programms „Nordrhein-Westfalen“ für den Programmplanungszeitraum 2007-2013 finanziert werden.

Datum des Entwurfs

09/09/2016