Wiederbelebung der Industrietradition von Piechowice und Demitz-Thumitz

Zwischen der Glasgemeinde Piechowice (Riesengebirge, Polen) und dem Granitdorf Demitz-Thumitz (Lausitzer Bergland) wurde mit dem ‚Gläsernen Garten‘ und dem Museum ‚Alte Steinsäge’ eine grenzübergreifende Erlebnisroute für Touristen geschaffen. Diese hat zu einem erheblichen Anstieg der Besucherströme in der Region beigetragen.

 Weitere Extras

 

" Unser Projekt zeigt eindrucksvoll, wie positiv sich die Wiederbelebung historisch-kultureller Traditionen auf die Tourismusentwicklung auswirken kann. Als besonders innovativ ist die Verflechtung der Themengebiete Glas und Granit hervorzuheben, an der sich mittlerweile Einwohner wie Touristen gleichermaßen erfreuen. "

Vertreter der Gemeinde Piechowice

Das Projektteam begann mit dem Bau einer 185 km langen Radroute, die die Gemeinden Demitz-Thumitz und Piechowice miteinander verbindet. Die Route besteht aus zehn separaten Wanderetappen. 
Im Ortskern von Piechowice wurde anschließend unter Verwendung von Granit und Glas aus der Region ein gläserner Garten gestaltet, der im September 2013 eingeweiht wurde. Verschiedene Bildermotive informieren den Besucher über die einzelnen Arbeitsschritte der traditionellen Glasherstellung. 
Zwischenzeitlich versetzten Fachfirmen und ehrenamtliche Helfer die alte Steinsäge im Ortszentrum von Demitz-Thumitz wieder in ihren ursprünglichen Zustand. Hier wird interessierten Besuchern heute das Gattern von Stein vorgeführt, und in verschiedenen Kurzfilmen erklären ehemalige Steinarbeiter auf verständliche Weise die technischen Schritte. 

Mehr Touristen

In Piechowice hat sich die ehemalige Glashütte ‚Julia’ seit ihrer Umgestaltung zu einem wahren Touristenmagneten entwickelt. Im Jahr 2014 zählte sie 50 000 Besucher – und damit zehnmal so viele wie vor Beginn der Arbeiten 2010. Einen vergleichbaren Anstieg der Besucherzahlen erfuhr auch die Gemeinde Demitz-Thumitz. 

Zusätzlich informiert in Piechowice eine Glasroute über die alten Glasherstellungsbräuche, während auf der deutschen Seite  die traditionelle Granitgewinnung in Demitz-Thumitz thematisiert wird. 
Entscheidender Bestandteil des Projekts war die touristische Erschließung der Region durch Aufwertung der Infrastruktur sowie der touristischen Angebote. In verschiedenen weit verbreiteten Publikationen wird die Bedeutung der industriellen Vergangenheit beider Regionen hervorgehoben.
Die neue Infrastruktur hat die beiden Gemeinden zur Organisation verschiedener Kunst- und Kulturveranstaltungen inspiriert. Dazu gehört das so genannte ‚Offene Granitdorf‘ in Demitz-Thumitz sowie das ‚Kristall-Wochenende‘ in Piechowice. 


Gesamtinvestitionen und EU-Mittel

Die Gesamtinvestitionen für das Projekt „Wege zu Glas und Granit – eine Erlebnisroute zwischen Riesengebirge und Lausitzer Bergland“ belaufen sich auf 742 103 EUR, an denen sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung mit 604v033 EUR im Rahmen des operationellen Programms „Grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Sachsen und Polen“ für den Programmplanungszeitraum 2007 bis 2013 beteiligt.


Datum des Entwurfs

16/12/2015