Erforschung innovativer Wege zur Reduzierung des Energieverbrauchs bei der Lagerung von Obst

In einer grenzüberschreitenden Studie werden innovative Technologien zur Reduzierung des Energieverbrauchs bei der Lagerung von Äpfeln und anderem Obst erforscht. Kommerzielle Tests und Sensibilisierung helfen Unternehmen, wettbewerbsfähiger zu werden.

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Im Rahmen des Projekts werden Energieeinsparungen bei der Obstlagerung erforscht. © Dr. Dominikus Kittemann Im Rahmen des Projekts werden Energieeinsparungen bei der Obstlagerung erforscht. © Dr. Dominikus Kittemann

" Wir konnten Energieeinsparungen von 20 bis 50 % verzeichnen. Außerdem hat das Projekt gezeigt, dass es noch immer viel Potenzial für Energieeinsparungen in modernen Lagertechnologien für Obst gibt. Die Suche nach effektiveren und nachhaltigeren Kühlsystemen wird eine große und wichtige Herausforderung in den nächsten Jahren sein. "

Dr. Dominikus Kittemann, Projektleiter

Obst, traditionell ein saisonales Nahrungsmittel, ist heutzutage das ganze Jahr über erhältlich. Eine stetige Intensivierung der Lagertechnik hat jedoch nicht nur zu einer besseren Haltbarkeit und der Verfügbarkeit breiterer Sortimente geführt, sondern auch zu einem wesentlich höheren Energieeinsatz, da das Obst länger gelagert wird.. Die Temperaturregelung, der wichtigste Faktor für die Erhaltung der Qualität während der Lagerung, verbraucht Energie, besonders für Kälteverdichter und Lüfter.

Energieeinsparungen von bis zu 50 %

Inländische Betriebe haben einen doppelten Nachteil: Importiertes Obst ist oft nicht nur günstiger, sondern eingelagertes Obst aus Deutschland kann in bestimmten Jahreszeiträumen im Vergleich zu importiertem Obst auch schlechtere Energie- und CO2Bilanzen aufweisen. Weniger energieintensive Lagerungsarten von Obst könnten daher die Wettbewerbsfähigkeit dieses regional wichtigen Wirtschaftszweigs erhöhen.

Das Forschungsprojekt, das an einem Obstbau-Forschungszentrum in Südwestdeutschland (Bodenseeregion) und Partnerinstituten in der Schweiz durchgeführt wird, untersucht mögliche Strategien eines verminderten Energieverbrauchs, ohne die Obstqualität zu beeinträchtigen. Erste Ergebnisse haben gezeigt, dass Energieeinsparungen von bis zu 50 % möglich sind, indem die Lagertemperatur von 1° C auf 4° C erhöht wird. In Kombination mit modernen Lagermethoden wie der Anwendung des Reifungshemmers 1-Methylcyclopropen (1-MCP) oder der DCA-Lagerung leiden Merkmale wie die Festigkeit sowie Zucker- und Säuregehalt der Frucht nicht unter der Lagerung bei höherer Temperatur, wenn die Nacherntebehandlung gut ist.

Weitere Erforschung besserer Luftregelung und Nutzung von Abwärme

Neben den Temperaturstudien wurde im Rahmen des Projekts auch Forschung zu optimierten Luftströmen in den Lagerbereichen eines Fruchtgroßhandels betrieben. Es wurden auch Möglichkeiten zur Nutzung der bei der Lagerung der Früchte generierten Abwärme untersucht.

Seminare für Obstbauern, Lagerinhaber und Einzelhändler begleiteten das Projekt, um das Bewusstsein für dieses Thema zu schärfen und Technologietransfers zu ermöglichen. Daneben werden die Ergebnisse in Magazinen für Erzeuger, Fachzeitschriften und bei nationalen und internationalen Wissenschaftsveranstaltungen veröffentlicht.


Gesamtinvestitionen und EU-Mittel

Die Gesamtinvestitionen für das Projekt „Entwicklung innovativer Strategien für die Energieeinsparungen bei der Obstlagerung” belaufen sich auf 1 002 000 EUR, an denen sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Programmzeitraum 2007-2013 mit 255 000 EUR über das operationelle Programm „Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein” beteiligt hat.


Datum des Entwurfs

27/05/2015