Das Projekt MarTech LNG hilft der Region Südlicher Ostseeraum, sich als Zentrum für Flüssigerdgas neu zu positionieren.

Das EU-finanzierte Projekt MarTech LNG hat grenzüberschreitende Lieferketten für Flüssigerdgas (LNG) entwickelt, mit denen Millionen für neue Investitionen gesichert wurden, um die Region des südlichen Ostseeraums als globales Zentrum für Flüssigerdgas neu zu positionieren. Es half der Schiffsbauindustrie in Deutschland, Schweden, Dänemark, Polen und Litauen, sich den EU-Umweltvorschriften anzupassen.

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MarTech LNG Studienbesuch des Stavanger LNG-Terminals © Projekt MarTech LNG. MarTech LNG Studienbesuch des Stavanger LNG-Terminals © Projekt MarTech LNG.

" Das Projekt MarTech LNG löste eine Kettenreaktion an Tätigkeiten in den Bereichen Technologie- und Unternehmensinnovationen aus, die bestehende Anstrengungen für den Aufbau einer intelligenten Spezialisierung der Meeresindustrie im südlichen Ostseeraum festigte. "

Aleksandra Reduch, Verwaltungsbehörde

Die EU-Rechtsvorschriften verlangen von den EU-Ländern, ab dem 1. Januar 2015 sicherzustellen, dass Schiffe in der Ostsee, Nordsee und im Ärmelkanal Kraftstoffe mit einem Schwefelgehalt von höchstens 0,10 % nutzen. Ein höherer Schwefelgehalt ist weiterhin möglich, jedoch nur, wenn geeignete Abgasreinigungssysteme verbaut sind.

Die Schiffsbauindustrie in diesen Regionen musste sich rasch anpassen. Flüssigerdgas (LNG) wurde zwar im Rahmen der Verordnung als geeigneter alternativer Kraftstoff anerkannt, die Schiffe mussten jedoch nachgerüstet werden und Häfen benötigten eine neue Infrastruktur.

Was andere Akteure möglicherweise als erhebliche Marktstörung ansahen, erkannte das Projekt MarTech LNG als einzigartige Geschäftsmöglichkeit. Das Projekt vereinte acht Institutionen aus Polen, Litauen, Dänemark, Deutschland und Schweden und entwickelte grenzüberschreitende Lieferketten für Flüssigerdgas, baute Gemeinschaftsunternehmen auf, organisierte Schulungen zur Flüssigerdgas-Technologie und sicherte 46 Mio. EUR Unternehmensinvestitionen in Flüssigerdgas.

Eine einmalige Gelegenheit

Polen und Litauen entschieden, einen Schritt in Richtung der Energieunabhängigkeit zu gehen und in Flüssigerdgas-Terminale zu investieren. Da die Region jedoch nicht über die benötigten Kompetenzen für den Bau und Betrieb der Flüssigerdgas-Terminale verfügte, bestand das Risiko, dass diese Dienste aus der Region ausgelagert werden – dieser Schritt hätte die Sektoren Schiffsbau und Bunkern in der Region erheblich beeinträchtigt.

Das Projekt MarTech LNG hat Maßnahmen ergriffen, um sicherzustellen, dass die Region nicht die einmalige Gelegenheit verpasst, sich als Kompetenzzentrum für Flüssigerdgas neu zu erfinden, das auf dem globalen Markt konkurrieren kann. Das Ziel war die Ausstattung regionaler Flüssigerdgas-Unternehmen mit den technischen Kenntnissen und Kompetenzen, die für den Aufbau und die Unterhaltung einer Flüssigerdgas-Infrastruktur erforderlich sind, die Einführung einer umfassenden Flüssigerdgas-Lieferkette und die Sicherung der benötigten Unternehmensinvestitionen für die Entwicklung eines Kompetenzzentrums für Flüssigerdgas in der Region.

Im Fortgang des Projekts schulte MarTech LNG 200 Fachkräfte in der Nutzung der neuesten Technologie und sorgte dafür, dass das Projekt an der führenden Fachmesse für Flüssigerdgas vertreten war. Die Projektbetreiber konnten hier mit Erfolg die Beteiligung multinationaler Konzerne wie GE, Shell und Emerson sichern. So erhielten Unternehmen im südlichen Ostseeraum nicht nur Zugang zu Flüssigerdgas-Kenntnissen der Weltmarktführer, sondern es wurde auch die Grundlage für die benötigte Wertschöpfungskette zur Entwicklung kleiner Verflüssigungsanlagen, Containerlagerung von Flüssigerdgas, Erzeugung von flüssigem Biogas und Terminalumschlag gelegt.

Der Funke, der das Feuer entfachte

Das Projekt MarTech LNG bewirkte eine Reihe von Investitionen, die für Flüssigerdgas in den Sektoren Schiffsbau und Bunkern nötig waren. Infolge dessen verfügt die Region heute über einen grenzschreitenden Cluster intelligenter Häfen, Schiffswerften, Reeder, Technologieunternehmen und Bunkerdienste. In diesem Sinne dient MarTech LNG als Fallbeispiel für grenzüberschreitende Strategien zur Unterstützung von Unternehmen, die zu greifbaren Geschäftsergebnissen führen, die Entwicklung eines regionalen Nischenmarkts fördern und Wirtschaftswachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen ankurbeln.


Gesamtinvestition und EU-Finanzierung

Die Gesamtinvestition für das Projekt „MarTech LNG“ beläuft sich auf 1 352 886 EUR, an der sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung mit 1 088 532 EUR im Rahmen des operationellen Programms „Südlicher Ostseeraum“ für den Programmplanungszeitraum 2007-2013 beteiligt.


Datum des Entwurfs

23/11/2016