In Straßburg-Kehl profitieren die Kleinsten der Kleinen aus Frankreich und Deutschland in der Krippe „Maison de la petite enfance transfrontalière“ von einer zweisprachigen Erziehung

Eine erste französisch-deutsche Kinderkrippe bezeugt den Willen zur territorialen Zusammenarbeit in der Region Oberrhein. Diese Region stützt sich auf die Werte Integration und Offenheit, was besonders durch dieses multikulturelle Projekt, das sehr kleinen Kindern gewidmet ist, zum Ausdruck kommt.

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Die Krippe Maison de la Petite Enfance beherbergt Kinder aus Straßburg und Kehl. © J. Dorkel Die Krippe Maison de la Petite Enfance beherbergt Kinder aus Straßburg und Kehl. © J. Dorkel

Die Krippe befindet sich in der Nähe der Straßburg und Kehl miteinander verbindenden Europabrücke im Herzen von „Deux Rives“ und beherbergt seit April 2014 Kinder im Alter von 3 Monaten bis 4 Jahren aus Kehl und Straßburg. Um diese Kinder kümmern sich zweisprachige Erzieher, die die Kleinen daran gewöhnen, die beiden Sprachen zu verstehen und anzuwenden. Diese gemeinsame Initiative der beiden Städte, die bei einer gemeinsamen Sitzung der Gemeinderäte von Straßburg und Kehl im Mai 2010 befürwortet wurde, soll den in beiden Städten gleichermaßen vorherrschenden Bedarf an Krippenplätzen decken und ist Ausdruck des Bestrebens auf beiden Seiten, die Ressourcen für grenzüberschreitende Projekte gemeinsam zu nutzen.

Stärken vereinen

Der multikulturelle Ansatz ist der größte Trumpf dieser Kinderkrippe. Er manifestiert sich nicht nur in der Zweisprachigkeit der Mitarbeiter, sondern auch in einem offenen pädagogischen Konzept, das die Grundsätze deutscher und französischer Kinderbetreuung und -erziehung miteinander vereint. Die innovative Architektur der Gebäude ermöglicht es den Kindern, sich frei in den verschiedenen Bereichen zu entfalten und an unterschiedlichen Aktivitäten teilzunehmen.

Zwei Ufer, eine Stadt

Diese grenzüberschreitende Krippe ist Teil der umfassenderen Überlegungen, einen echten grenzüberschreitenden Ballungsraum zu schaffen. Dieses Anliegen nimmt mit der gemeinsamen Bebauung des Gebiets Deux Rives – die zwei Ufer des Rheins – konkrete Formen an: Es werden öffentliche Einrichtungen für beide Städte geschaffen – beispielsweise der bereits angelegte Jardin des Deux Rives (Garten der zwei Ufer) und die bevorstehende Inbetriebnahme der Straßenbahnstrecke Straßburg-Kehl.

„Dreißig Plätze sind Familien aus Kehl und weitere dreißig Plätze Familien aus Straßburg vorbehalten. Jede Stadt hat Entscheidungsbefugnis über die Vergabe der Plätze und die Festsetzung der von den Familien zu zahlenden Gebühren. Die Kinder werden von Fachkräften aus dem Frühbereich betreut, die Deutsch und Französisch verstehen und sprechen. Diese Initiative findet großen Beifall bei zahlreichen deutsch-französischen Paaren in der Region“

Nicole Dreyer, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Straßburg

Gesamtinvestitionen und EU-Förderung

Die Gesamtinvestitionen des Projekts „Maison de la Petite Enfance transfrontalière“ belaufen sich auf 3 360 000 EUR. Im Rahmen des operationellen Programms „Oberrhein“ wurde es im Programmplanungszeitraum 2007 bis 2013 mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von 1 680 000 EUR gefördert.

Datum des Entwurfs

22/05/2014