Gezonde Kas/Gesundes Gewächshaus – ein innovatives Pflanzenschutzsystem für Gewächshäuser

Durch eine Kombination von hochentwickelten Monitortechniken für den Unterglasgartenbau können im Rahmen des in der niederländisch-deutschen Grenzregion entwickelten Projekts „Gesundes Gewächshaus“ Pflanzenkrankheiten bereits in einem frühen Stadium, häufig noch bevor Symptome auftreten, festgestellt werden.

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" Die Bausteine des Gezonde Kas-Systems sind Apparaturen für DNA- und Sensortechniken, automatische Bildverarbeitung, aber auch Softwaretools, biologische Bekämpfungsstrategien und Präzisionsspritzverfahren. Das Gesamtsystem sorgt für die Erkennung von Krankheiten, bevor die Symptome für das bloße Auge sichtbar werden. "

Carolien Zijlstra, Projektmanagerin

Mit Hilfe von Kameraüberwachung, Sensoren und Diagnosegeräten werden im gesunden Gewächshaus Pflanzenkrankheiten bei Tomaten und Topfpflanzen automatisch lokalisiert, diagnostiziert und behandelt. Die frühere und gezieltere Behandlung des Systems führt zu einem um 25 % bis 70 % verringerten Einsatz potenziell schädlicher Chemikalien und Pestizide. Diese Reduzierung entspricht in etwa einem Rückgang der Gesamtkosten für chemische Pflanzenschutzmittel in der niederländisch-deutschen Grenzregion um 50 % bis 2020.

Ein grüneres Gewächshaus

In der niederländisch-deutschen Grenzregion sind einige der modernsten Gewächshäuser ansässig, denn seit Jahrzehnten zählt der Unterglasgartenbau hier zu den wichtigsten Branchen. Neue Qualitätsanforderungen, Emissionskontrollvorschriften und immer weiter entwickelte Technologien haben es den vielen Gärtnern in der Region in den vergangenen Jahren jedoch erschwert, Krankheiten und Schädlinge einzudämmen. Sie benötigten ein System, das die Fähigkeit besitzt, Krankheiten und Schädlinge zu erkennen und eine Entscheidungshilfe für die zu treffenden Maßnahmen bietet.

Zehn Forschungseinrichtungen und 22 Unternehmen, die in der niederländisch-deutschen Grenzregion ansässig sind, haben sich am Projekt beteiligt. Vor Beginn des Projekts hatten viele dieser Einrichtungen und Unternehmen eigene Verfahren und Systeme für ihre Gartenbaukulturen in Gewächshäusern entwickelt. Die EU-finanzierten Projekte PORTCHECK, FLOW AID und andere programmierten zum Beispiel innovative Software für die Pflanzenüberwachung. Das System des gesunden Gewächshauses vereint diese individuellen Verfahren zur Prävention, Überwachung, Interpretation, Prognose, Kontrolle und zum Schutz in einem einheitlichen, ganzheitlichen Pflanzenbauprogramm. Als Ergebnis steht ein innovatives System für den nachhaltigen Schutz vor Krankheiten und Schädlingen im modernen Unterglasgartenbau.

Bedeutung der Früherkennung

Das gesunde Gewächshaus überwacht auf Makro- und Mikroebene und sorgt so für die Erkennung von Krankheiten, bevor die Symptome für das bloße Auge sichtbar werden. Durch die Früherkennung ist es möglich, biologische oder andere alternative Pflanzenschutzmaßnahmen anzuwenden, um eine Krankheit zu einem frühen Zeitpunkt zu verhindern, was beim Fortschreiten einer Krankheit nicht immer möglich ist. Für den Fall, dass chemische Pflanzenschutzmittel unvermeidlich sind, sorgen optimierte Präzisionsspritzverfahren dafür, dass der Einsatz entsprechender Mittel so sparsam wie möglich erfolgt.

Aufschwung im Gartenbau

Ein neuer Unternehmenszusammenschluss, der aus diesem Projekt entstanden ist, hat sich in der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Gartenbaucluster in der Grenzregion als essenziell herausgestellt. Neben der Schaffung zahlreicher neuer Produkte wurden 105 Arbeitsplätze geschaffen, über 5 500 KMU haben davon profitiert.


Gesamtinvestition und EU-Mittel

Die Gesamtinvestition für das Projekt „Gezonde Kas“ beläuft sich auf 10 163 600 EUR, an der sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung mit 3 966 037 EUR im Rahmen des Programms zur grenzübergreifenden Zusammenarbeit „Niederlande – Deutschland“ für den Programmplanungszeitraum 2007-2013 beteiligt.


Datum des Entwurfs

29/01/2018