Deutsch-polnische Studie zur Neiße fließt in Maßnahmen zur Verringerung der Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserversorgung ein

Die Lausitzer Neiße, die einen Teil der deutsch-polnischen Grenze bildet, ist eine wesentliche Wasserquelle für die auf beiden Seiten der Grenze ansässigen Gemeinden. Das Projekt Neymo, das gemeinsam von Partnern aus Sachsen und Niederschlesien durchgeführt wurde, hat die zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels auf weite Teile des Einzugsgebiets dieser wertvollen gemeinsamen Ressource untersucht. Es wurden Datensätze, Vorgehensweisen und Informationen erarbeitet, um eine Grundlage für die nachhaltige Bewirtschaftung dieser Wasserressourcen zu schaffen.

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Eine Karte der Region Dresden in Deutschland und der Region Niederschlesien in Polen © EU Eine Karte der Region Dresden in Deutschland und der Region Niederschlesien in Polen © EU

" Das Projekt ‚Neymo‘ hat die nachhaltige Bewirtschaftung der Wasserressourcen des Flusseinzugsgebiets der Lausitzer Neiße, das noch immer durch menschliche Tätigkeiten verändert wird, durch die Bereitstellung ausgewerteter Daten und Modellierungsergebnissen der gegenwärtigen und künftigen klimatologischen und hydrologischen Bedingungen in diesem Gebiet vereinfacht. "

Karin Kuhn, Abteilungsleiterin Referat Oberflächenwasser, Wasserrahmenrichtlinie / Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Lausitzer Neiße aus? Im Rahmen des Projekts, das im August 2011 gestartet wurde, wurden Daten gesammelt, Verfahren modelliert und Analysen durchgeführt, um Prognosen für den Flussteil zu entwickeln, der sich an der Grenze zwischen Sachsen und den angrenzenden polnischen Gebieten befindet. Auf der Grundlage dieser Informationen wurden Empfehlungen für Maßnahmen formuliert, die es den Akteuren ermöglichen, diese Wasserressourcen nachhaltiger zu bewirtschaften.

Das Projekt konzentrierte sich zwar auf den Teil des Flusseinzugsgebiets, der an der deutsch-polnischen Grenze gelegen ist, für die Analysen des Wasserhaushalts wurden notwendigerweise aber auch die in der Tschechischen Republik gelegenen Teile berücksichtigt, wo der Fluss entspringt.

Eine grenzübergreifende Ressource

Mit Neymo wurden gemeinsame Datensammlungen, Analysen und Prognosen erstellt, an denen es zuvor gefehlt hatte, um einen Einblick in den Zustand und die wahrscheinliche Entwicklung der Wasserressourcen und des Klimas in dem beobachteten Gebiet zu gewinnen. Für beide Themen wurden einheitliche, geprüfte Datenbanken erstellt, die Beiträge für hydrologische und klimatische Modellierung und umfangreiche Analysen in einer nachfolgenden Phase des Projekts bieten.

Für mehrere Szenarien wurden Prognosen des Wasserhaushalts erstellt, die vor allem die Auswirkungen der Tagebaubetriebe in dieser Region berücksichtigten. Zu den wichtigsten in der Projektarbeit betrachteten Fragen gehörten der gegenwärtige und künftige Wasserbedarf entlang dieses Teils der Neiße, die Verfügbarkeit dieser Ressource und die Folgen möglicher Veränderungen für ihre Nutzer.

Die Partner entwickelten außerdem einen gemeinsamen Ansatz für die Deutung der beobachteten und prognostizierten Klimadaten. Die Ergebnisse ihrer gemeinsamen Forschung dienten Empfehlungen für den Erhalt und die nachhaltige Bewirtschaftung der verfügbaren Wasserressourcen.

Die zugrundeliegenden Datenbanken waren für die Forschung entscheidend. Zur Erstellung dieser Datenbanken kombinierten und vervollständigten die Partner bestehende Datensätze aus Sachsen und Polen und erstellten eine Materialsammlung, die sich auch für sonstige künftige Forschungstätigkeiten als nützlich erweisen sollte.

Informationen für die nachhaltige Bewirtschaftung

Die gemeinsame Forschung im Projekt Neymo bildete eine solide Grundlage für weiterführende grenzüberschreitende Zusammenarbeit, insbesondere an Maßnahmen, mit denen die Ziele der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie gefördert werden. Sie führte zur Entwicklung eines Aktionsplans für die Region, bot eine Grundlage für die Einrichtung eines speziellen Umweltinformationssystems und half, das Bewusstsein für das Problem unter den verschiedenen Akteuren zu erhöhen.

Das im März 2015 beendete Projekt wurde durch das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie geleitet und in Zusammenarbeit mit der Zweigstelle des polnischen Instituts für Meteorologie und Wasserwirtschaft in Breslau durchgeführt.


Gesamtinvestition und EU-Finanzierung

Die Gesamtinvestition für das Projekt „Neymo – Lausitzer Neiße/Nysa Łużycka – Klimatische und hydrologische Modellierung, Analyse und Prognose“ beläuft sich auf 1 123 472 EUR, von denen 954 708 EUR aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des operationellen Programms „Deutschland (Sachsen) – Polen“ für den Programmplanungszeitraum 2007-2013 finanziert werden. Die Investition fällt unter die Priorität „grenzübergreifende Entwicklung“.


Datum des Entwurfs

24/01/2017

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