Et Labora – Neue Wege für zwei Seminare für Menschen mit Behinderungen

Das Projekt „Et Labora“ hat es zwei Zentren zur beruflichen Wiedereingliederung für Menschen mit Behinderungen ermöglicht, Synergien zu schaffen und neue Möglichkeiten zu ergreifen, um die berufliche und soziale Eingliederung von Menschen mit Behinderungen in der Region dieser Zentren voranzubringen. Die beiden Projektpartner, die jeweils auf deutscher und polnischer Seite der Grenze in Sachsen beziehungsweise Niederschlesien ansässig sind, haben auf ihrer Nachbarschaft und den gemeinsamen Interessen aufbauend zusammen neue Produkte geschaffen und vermarktet.

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Eine Karte der Region Dresden in Deutschland und der Region Niederschlesien in Polen © EU Eine Karte der Region Dresden in Deutschland und der Region Niederschlesien in Polen © EU

" Das Projekt hat viele Hindernisse beseitigt. Eine der wichtigsten Erkenntnisse war für mich, dass es unsere Fähigkeit gefördert hat, die berufliche Wiedereingliederung in einem Gebiet mit hoher Arbeitslosigkeit zu unterstützen. "

Wojciech Szandula, Projektleiter

Bei Et Labora, das im Oktober 2011 gestartet wurde, handelte es sich um eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit von zwei Berufsausbildungszentren für Menschen mit Behinderungen, die in Świerzawa im niederschlesischen Landkreis Złotoryja beziehungsweise im sächsischen Panschwitz-Kuckau ansässig sind. Das Projekt, das von Polen aus durch die Behörden des Landkreises geleitet wurde, hat es den zwei Zentren ermöglicht, ihre Räumlichkeiten zu vergrößern und zu verbessern, Schulungen und kulturelle Aktivitäten durchzuführen und ihr Produkt- und Dienstleistungsangebot auszuweiten.

Neue Möglichkeiten

Beide Zentren profitieren jetzt von neuen oder modernisierten Schulungs-, Seminar-, Produktions- und Sporteinrichtungen, die den Umfang der beruflichen und sozialen Integration von Menschen mit Behinderungen erweitert haben. Die Erneuerungen der Werkstätten haben die Partner in eine bessere Lage gebracht, zeitgemäße Produkte und Dienstleistungen anzubieten, die aktuelle und potenzielle Kunden anlocken, und halfen, die Situation der Zentren in einem herausfordernden Marktumfeld zu festigen.

Das Projekt hat insbesondere die Entwicklung eines neuen Produkts begünstigt, das von den beiden Partnern gemeinsam geschaffen wurde: große Kerzen für den Außenbereich in dekorativen Tontöpfen, die alle einzigartig sind. Die Töpferei und die Kerzenherstellung werden von Teams in der deutschen Werkstatt durchgeführt. Die Metallkomponente, die den Docht hält, wird von den polnischen Kollegen hergestellt, die auch das Endprodukt verpacken. Eine ähnliche Zusammenarbeit wurde auch für die Herstellung von Weihnachtskugeln etabliert.

Neben den Bauarbeiten waren Schulungen eine der wichtigsten Prioritäten des Projekts, in deren Zuge eine Reihe von Kursen durchgeführt wurde, durch die Arbeitnehmer und Personal in den beiden Zentren ihre Kenntnisse erweitern konnten. Die Kerzenmacher, die an der Herstellung der neuen Kerzen für den Außenbereich beteiligt waren, erhielten für diese Aufgabe zum Beispiel eine spezielle Schulung.

Engere Bindungen

Im Rahmen des Projekts wurden auch Unternehmen und Arbeitgeber in dem Gebiet einbezogen und das Bewusstsein für die Produkte, Dienstleistungen und das Potenzial der zwei Werkstätten geschärft. Beide Partner berichteten von einer Umsatzsteigerung.

Neben den Aktivitäten zur Unterstützung der beruflichen Wiedereingliederung förderte das Projekt soziale und kulturelle Aktivitäten, an denen beide Zentren beteiligt waren, sowie die Interaktion mit der breiteren Öffentlichkeit. Außerdem brachte es neue Impulse für den Dialog der Zentren mit den zuständigen Behörden.

Et Labora endete im Juni 2014 und eröffnete Menschen mit Behinderungen in diesem Teil des Grenzgebiets neue Möglichkeiten. Die beiden Zentren – Świerzawa Zakład Aktywności Zawodowej and Werkstatt für behinderte Menschen St. Michael – konnten ihre Einrichtungen und Dienstleistungen zur Unterstützung der beruflichen Wiedereingliederung verbessern und ihre Partnerschaft verstärken. Nach Meinung von Projektleiter Wojciech Szandula konnten außerdem viele Menschen, die nicht viele Gelegenheiten erhalten, ihr familiäres Umfeld zu verlassen, ein stärkeres Gefühl für die Europäische Nachbarschaft und die Möglichkeiten der offenen Grenzen entwickeln.

Gesamtinvestition und EU-Finanzierung

Die Gesamtinvestition für das Projekt „Et Labora - Rehabilitation behinderter Menschen in der Euroregion Neiße“ beläuft sich auf 2 705 243 EUR, von denen 2 152 242 EUR aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des operationellen Programms „Deutschland (Sachsen) – Polen“ für den Programmplanungszeitraum 2007-2013 finanziert werden. Die Investition fällt unter die Priorität „grenzübergreifende soziale Integration“.

 


Datum des Entwurfs

24/01/2017