Grenzüberschreitende Koordinierung des Personennahverkehrs in den angrenzenden Gebieten in Sachsen und Niederschlesien

Im deutsch-polnischen Grenzgebiet von Sachsen und Niederschlesien ist viel zu sehen und zu erleben. Touristen, die das Gebiet erkunden möchten, profitieren jetzt durch die verbesserte Anbindung und das umfassendere Angebot im Personennahverkehr. Im Rahmen des Projekts „Śnieżka“ konnten Teilnehmer aus Deutschland und Polen Synergien und eine gemeinsame Vision für den Personennahverkehr entwickeln, besonders für grenzüberschreitende Fahrten.

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" Das Projekt Śnieżka hat den Zugang zu Sehenswürdigkeiten und anderen Attraktionen durch die Verbesserung des grenzüberschreitenden Angebots der öffentlichen Verkehrsbetriebe in den deutschen und polnischen Gebieten unserer Region erheblich vereinfacht. "

Hans-Jürgen Pfeiffer, Geschäftsführer, ZVON

Das Projekt wurde im Oktober 2010 gestartet und sollte eine engere Zusammenarbeit zwischen den öffentlichen Verkehrssystemen in den benachbarten Gebieten des deutschen Bundeslandes Sachsen und der polnischen Region Niederschlesien ermöglichen. Der Vereinfachung des grenzüberschreitenden Verkehrs für Touristen wurde besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

Einfachere Reisen

Man hatte festgestellt, dass für die Weiterentwicklung des Tourismus in diesem Grenzgebiet unbedingt Verbesserungen notwendig waren, die auch von vielen lokalen Benutzern des Personennahverkehrs sehnlichst erwartet wurden. Das Projekt betraf insbesondere den Verkehrskorridor, der die Städte Bautzen, Görlitz, Lubań, Jelenia Góra und Kamienna Góra miteinander verbindet. Die beteiligten Projektpartner hatten erkannt, dass integrierte Tarife und Fahrscheine, koordinierte Verbindungen und verbesserte Fahrgastinformationen in verschiedenen Sprachen erforderlich waren.

Im Rahmen des Projekts wurde eine ausführliche Studie durchgeführt, mit der die Partner ein gemeinsames Verständnis für die wichtigsten Themen entwickeln, mögliche Lösungen prüfen und gemeinsame Ziele festlegen konnten. Die Ergebnisse wurden in einem Entwurf für die Entwicklung des Personennahverkehrs im Grenzgebiet zusammengefasst.

Dieser Entwurf beruhte insbesondere auf einer Analyse der verfügbaren Informationen zu Tourismus und Personennahverkehr in diesem Gebiet, Bewertungen zum Zustand bestimmter Teile des Netzes und einer Einschätzung der fünf Städte und zahlreicher wichtiger Sehenswürdigkeiten im Hinblick auf ihr touristisches Potenzial und ihre Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Die Erkenntnisse aus diesen Untersuchungen trugen zu Vorschlägen für mögliche Verbesserungen und der Entwicklung von Kommunikationsszenarien zur Verbesserung der für Touristen verfügbaren Informationen bei. Die Saisonalität des Tourismus in Sachsen und Niederschlesien wurde ebenfalls berücksichtigt.

Ausarbeitung eines Streckennetzes

Die gemeinsame Vision der Partner wurde anschließend in einen ausführlichen Plan für einen integrierten Personennahverkehr im gesamten Grenzgebiet umgesetzt. Seit dem Ende des Projekts im Juni 2013 wurden die Verbesserungen schrittweise umgesetzt.

Die Maßnahmen führten zu einer Vielzahl an Vorteilen. Das Projekt konzentrierte sich zwar in erster Linie darauf, die Entwicklung des Tourismus zu unterstützen, doch die Lebensqualität der Einwohner des Gebiets wird voraussichtlich ebenfalls verbessert. Die neue und verbesserte Anbindung im Personennahverkehr vereinfacht die Mobilität und begünstigt Fahrten in die benachbarte Region gleichermaßen für Touristen wie für Einheimische.

Ein besonderer Fortschritt wurde in Bezug auf das Euro-Neisse-Ticket erzielt, dessen Gültigkeit auf zahlreiche neue Standorte ausgeweitet wurde. Dieses Tagesticket für bis zu fünf Reisende ist für Reisen im gesamten Streckennetz des deutschen Projektpartners sowie einige Strecken in den polnischen und tschechischen Gebieten dieses Länderdreiecks, das auch als Euroregion Neisse-Nisa-Nysa bekannt ist, gültig.

Das Projekt wurde von ZVON (Zweckverband Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien) geleitet, einem Verband, der sich der Verknüpfung des Personennahverkehrs in mehreren Bezirken im deutschen Grenzgebiet verschrieben hat, und gemeinsam mit den Behörden der Provinz Niederschlesien in Polen umgesetzt.
 

Gesamtinvestition und EU-Finanzierung

Die Gesamtinvestition für das Projekt „Śnieżka – Erarbeitung einer ÖPNV-Konzeption im Korridor Bautzen – Görlitz – Lubań – Jelenia Góra – Kamienna Góra zur Tourismusentwicklung in der Euroregion Neiße“ beläuft sich auf 279 706 EUR, von denen 207 197 EUR aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des operationellen Programms „Deutschland (Sachsen) – Polen“ für den Programmplanungszeitraum 2007-2013 finanziert werden. Die Investition fällt unter die Priorität „grenzübergreifende Entwicklung“.

 

Datum des Entwurfs

24/01/2017