„Batterie auf Rädern”: e-SolCar, die Integration von Elektrofahrzeugen in das Stromnetz

Forscher in Ostdeutschland haben mit der Regulierung des Ladevorgangs von Elektroautos eine bahnbrechende Innovation erreicht. Sie ermöglicht es, dass die Energie aus der Autobatterie zurück in das Stromnetz gespeist wird.

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Autos des Projekts e-SolCar an der Ladestation der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) in Cottbus-Senftenberg. © BTU Cottbus-Senftenberg Autos des Projekts e-SolCar an der Ladestation der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) in Cottbus-Senftenberg. © BTU Cottbus-Senftenberg

" Unser Projekt e-SolCar zeigt, wie erneuerbare Energien und E-Mobility in zukünftigen intelligente Netzen kombiniert werden könnten. "

Dr.-Ing. Artur Napierala, Projektkoordinator

Das Projekt e-SolCar bringt Forscher von der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) in Cottbus-Senftenberg, dem Energiekonzern Vattenfall Europe Generation AG und der German E-Cars Research & Development GmbH, einem Spezialisten in den Bereichen Energie und Mobilität, zusammen. Durch diese gemeinsame Expertise können mit dem Projekt weitere Schritte zum Ziel einer nachhaltigen Mobilität gegangen werden.

Bekämpfung des Klimawandels

Elektroautos, die durch erneuerbare Ressourcen wie Sonne oder Windkraft angetrieben werden, sind CO2-frei. Sie haben jedoch immer noch Nachteile im Vergleich zu traditionellen Autos, beispielsweise höhere Preise und eine geringere Reichweite. Im Rahmen des Projekts e-SolCar werden Nutzbarkeit und Lebensdauer mit einer Testflotte von 45 Elektroautos untersucht. Das Ziel besteht darin, die Autos auf den Markt zu bringen.

Bidirektionale Ladevorgänge

Daneben lösen die Autos möglicherweise eines der wichtigsten Probleme im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien: Elektrizität aus erneuerbaren Energiequellen muss direkt bei der Produktion verwendet werden, das ist aber nicht unbedingt immer dann, wenn sie am meisten benötigt wird. Ein Stromnetz mit einem hohen Anteil an erneuerbarer Energie ist daher oft großen Stromschwankungen unterworfen. Bei den Autos des Projekts e-SolCar könnte es möglich sein, durch den Betrieb mit dezentralisierten Stromspeichergeräten zumindest einen Teil der Fluktuation kompensieren.

Dazu müssen die Autos zu bidirektionalen Ladevorgängen in der Lage sein. Das bedeutet, dass die in der Autobatterie gespeicherte Energie im Bedarfsfall zurück in das Stromnetz gespeist werden kann. In diesem Prozess ermöglicht die Kommunikation zwischen dem zentralen Steuersystem, der Ladeinfrastruktur und dem Elektroauto einen kontinuierlichen Fluss von Ladedaten. Auf Grundlage dieser Information reguliert das zentrale Steuersystem den Lade- und Entladevorgang. Das wäre eine Innovation und ein Durchbruch im Bereich der Elektroforschung.

E-SolCar bietet Brandenburg auch unmittelbare Vorteile. Infolge des Projekts hat German E-Cars Research & Development sich in der Region niedergelassen, und das Projekt hat direkt sieben neue Arbeitsplätze generiert.


Gesamtinvestitionen und EU-Mittel

Die Gesamtinvestition für das Projekt „Elektromobilität: e-SolCar“ betragen 9 233 000 EUR, an denen sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des operationellen Programms „Brandenburg” mit 5 698 000 EUR für den Programmzeitraum von 2007-2013 beteiligt.


Datum des Entwurfs

30/03/2015

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