ARTWEI – Instrumente für „Übergangsgewässer“

Das ARTWEI-Projekt hat einen Verhaltenskodex und Instrumente für das Management von Übergangsgewässern in Grenzgebieten entwickelt. Das Projekt konzentrierte sich auf vier Gewässer in der südlichen Ostsee – Kurisches Haff, Frisches Haff, Stettiner Haff und Öresund –, seine Arbeit ist jedoch für das gemeinsame Management von Übergangsgewässern in ganz Europa wertvoll.

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Das ARTWEI-Projekt hat einen Verhaltenskodex und Instrumente für das Management von Übergangsgewässern in Grenzgebieten entwickelt. Viele der Leitlinien und bewährten Verfahren von ARTWEI wurden durch Arbeitsgruppen in grenzüberschreitenden Übergangsgewässern im Ostseeraum angenommen. © ARTWEI Das ARTWEI-Projekt hat einen Verhaltenskodex und Instrumente für das Management von Übergangsgewässern in Grenzgebieten entwickelt. Viele der Leitlinien und bewährten Verfahren von ARTWEI wurden durch Arbeitsgruppen in grenzüberschreitenden Übergangsgewässern im Ostseeraum angenommen. © ARTWEI

" Die vom ARTWEI-Projekt organisierte Schulung hat die erforderlichen Kompetenzen für eine engere grenzübergreifende Zusammenarbeit mit unseren Partnern im russischen Teil des Nationalparks Kurische Nehrung vermittelt. Wir haben bereits mehrere gemeinsame Sitzungen abgehalten. Die auf dem Verhaltenskodex beruhende zukünftige Zusammenarbeit ermöglicht uns, das Problem der Eutrophierung anzugehen und die ökologische Integrität der Kurischen Nehrung sicherzustellen. "

Aušra Feser, Direktor des Nationalparks Kurische Nehrung

Übergangsgewässer sind oberirdische Brackgewässer, die sowohl durch Salz- als auch Süßwasserströmungen beeinflusst werden. Dazu gehören Fjorde, Meeresarme, Haffs und Flussdeltas. Diese Ökosysteme stehen aufgrund ihrer Beliebtheit bei Besuchern und der Auswirkungen der Eutrophierung (Gewässer mit einem Übermaß an Nährstoffen, die Stickstoff und Phosphor enthalten), die im Sommer Bakterienblüte verursacht und zum Tod von Fischen und anderen Wassertieren führen kann, zunehmend unter Druck. 

Der von ARTWEI entwickelte Verhaltenskodex bietet Leitlinien für das grenzüberschreitende Management von Übergangsgewässern. In den Leitlinien werden Maßnahmen und Empfehlungen aufgeführt, die auf lokalen Beispielen beruhen und für die Nutzung in ähnlichen Zusammenhängen in anderen Gebieten der Europäischen Union und weltweit geeignet sind. 

Gewonnene Erkenntnisse 

Im Projekt wurden einige Instrumente für das integrierte Küstenzonenmanagement erarbeitet, die durch Fallstudien unterstützt werden, in denen die gewonnenen Erkenntnisse sowie wichtige Erfolgs- und Risikofaktoren für die Verbesserung der Zusammenarbeit und des gemeinsamen Managements grenzüberschreitender Übergangsgewässer dargelegt werden. Die Fallstudien umfassen: 

  • integrierte Strategien für das grenzüberschreitende Management von Übergangsgewässern an der östlichen Grenze der Europäischen Union;
  • wirtschaftliche Bewertung linearer und räumlicher Küstenlebensräume des Kurischen Haffs;
  • grenzüberschreitender Schutz der Fischbestände im Öresund-Meeresarm;
  • NATURA 2000-Bewirtschaftung in und entlang des Oder- bzw. Stettiner Haffs;
  • grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Bewältigung von Naturgefahren und Soforthilfe im Kurischen Haff, das zu Litauen und Russland gehört;
  • Management des Baggerguts aus dem Oder- bzw. Stettiner Haff;
  • das Wattenmeerforum – ein Gremium der Interessenvertreter für Übergangsgewässer;
  • Management der grenzüberschreitenden Übergangsgewässer Irlands;
  • langfristige Zusammenarbeit zwischen den Interessenvertretern des Roya-Flusseinzugsgebiets – Frankreich, Italien und Monaco;
  • grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung beim Bau fester Verbindungen an dänischen Meerengen.

Bewährte Verfahren

Der Verhaltenskodex wird sinnvoll genutzt. Das litauische Umweltministerium vertraut z. B. bei der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit den russischen Kollegen in der Region des Kurischen Haffs auf den Kodex. Die regionale Zusammenarbeit der deutschen und polnischen Behörden am Oder- bzw. Stettiner Haff wurde ebenfalls durch den Verhaltenskodex neu belebt. Viele der Leitlinien und bewährten Verfahren von ARTWEI wurden durch Arbeitsgruppen in grenzüberschreitenden Übergangsgewässern im Ostseeraum angenommen.


Gesamtinvestition und EU-Finanzierung

Die Gesamtinvestition für das Projekt ARTWEI – „Action for the Reinforcement of the Transitional Waters’ Environmental Integrity“ – beläuft sich auf 1 335 969 EUR, von denen 1 110 982 EUR aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Programms für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit „Südlicher Ostseeraum“ für den Zeitraum 2007-2013 finanziert werden.


Datum des Entwurfs

09/11/2016