Bergrettung mit natürlichen Ressourcen

Hauptziel des vom Botanischen Konservatorium der Pyrenäen durchgeführten Projekts Ecovars waren der Erosionsschutz in bergigem Gelände und die Verbesserung der lokalen Umwelt. Dieses von der EU unterstützte Projekt bemühte sich um die Wiederherstellung der Pflanzendecke nach verschiedenartigen baulichen Eingriffen. Das Projekt soll durch die Wiederherstellung des alpinen Grünlands für Schutz und Aufwertung der Pyrenäen sorgen. Dafür werden in neu entstandenen Skigebieten und an den Böschungen neu errichteter Straßen Samen ausgesät.

 Weitere Extras

 
Forschung aus dem Labor zur Nachbildung alpiner Landschaften Forschung aus dem Labor zur Nachbildung alpiner Landschaften

„Eine der herausragenden Leistungen des Projekts war die Schaffung eines breit angelegten Netzwerks von Akteuren aus Forschern, Verwaltern, Skigebieten, Gebietskörperschaften, Landwirten, Verbänden, Schulen usw., die im Rahmen der Durchführung für das Wiederbepflanzungsprojekt und die Bedeutung des Schutzes der Pyrenäen sensibilisiert wurden. Heute sind es dieselben Akteure, die sich für dieses Konzept stark machen, und einige davon entwickeln eigene Projekte zur Verbesserung der Bepflanzungsmethoden.“
Gerard Largier, Direktor, Botanisches Konservatorium der Pyrenäen

Dank verschiedener Partnerschaften mit Experten für Saatzucht, die Erhaltung von Pflanzen und Genetik konnte das Projekt Ecovars die ökologisch besten Lösungen für die Pyrenäenregion finden und anwenden. Mithilfe lokalen Saatguts konnte ein langfristiger Schutz gegen Erosion sichergestellt werden.

Wiederbepflanzung zur Wiederherstellung

Die Idee zur Verwendung von lokalem Saatgut entstand in den 1990er Jahren, um kleine Flächen im Nationalpark Pyrenäen wiederherzustellen. Das Botanische Konservatorium der Pyrenäen empfahl dann den Einsatz in der gesamten Gebirgskette der Pyrenäen, insbesondere zur Wiederherstellung der Pflanzendecke nach der Errichtung von Skigebieten.

Das Konservatorium hat sich mit einem Genetiker von der Nationalen Forschungsorganisation für Agronomie (INRA) Frankreichs zusammengetan und das Projekt Ecovars entwickelt. Diese beiden Akteure waren neben der für die Koordinierung der landwirtschaftlichen Entwicklung in den Pyrenäen zuständigen Behörde (SUAIA-P) auch für die Projektdurchführung zuständig. Während das Konservatorium Fachwissen bezüglich der Erhaltung von Pflanzen beisteuerte, kam das Know-how über Saatzucht von SUAIA-P. INRA brachte Kenntnisse aus den Bereichen Genetik und Sozialwissenschaft ein.

Durch die flächenmäßige Ausdehnung vom Nationalpark auf das Pyrenäenmassiv stieg auch der Saatgutbedarf und erforderte die Produktion von Samen heimischer Arten. Die Partner setzten sich dreierlei Ziele: Auswahl und Sammlung von im ganzen Gebirgsmassiv verbreiteten Pionierarten, Klärung der Frage, was lokal unter Berücksichtigung der genetischen Differenzierung der entsprechenden im Massiv vorkommenden Arten bedeutet, und Produktion der Samen.

Wissensaustausch

Der Einsatz nicht lokaler Arten für die Wiederherstellung kann das Risiko von Anpassungsschwierigkeiten erhöhen und eine Bedrohung für die lokalen Pflanzenpopulationen darstellen. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, bei der Suche nach geeigneten Lösungen auf eine Reihe von Experten zurückgreifen zu können, um die Komplexität und Spezifität des Wiederherstellungsprojekts zu bewerten.

Um sicherzustellen, dass die speziellen Wiederherstellungsverfahren systematisch nach Bauarbeiten zur Anwendung kommen, haben die Ecovars-Partner mit den Wintersportorten und lokalen Behörden zusammengearbeitet, um ihnen bei der Ausführung der Wiederherstellungsmaßnahmen u. a. durch die Bereitstellung von Samen behilflich zu sein.


Datum des Entwurfs

21/01/2010