Facelifting für den Mont-Saint-Michel

Eines der beliebtesten Touristenziele Frankreichs, der Mont-Saint-Michel, durchlebt radikale Veränderungen, um so die Schönheit der Bucht zu bewahren und den Touristen ein unvergessliches Erlebnis zu bieten. Das Projekt soll die Zukunft dieses mythischen Ortes sichern, der für viele Kulturschaffende, von Claude Debussy und seiner Cathédrale Engloutie bis zu Peter Jackson und seinem Film Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs aus dem Jahr 2003, eine reiche Inspirationsquelle war.

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Blick auf eines der Kulturdenkmäler Frankreichs Blick auf eines der Kulturdenkmäler Frankreichs

„Das Projekt hat eine sozio-kulturelle Dimension, indem es versucht, sowohl die Landschaft als auch das architektonische Erbe wiederherzustellen. Es ist ökologisch, indem es den Schutz der Artenvielfalt in der Bucht fördert, und wirtschaftlich, in dem Bestreben Besucher mithilfe des neuen Touristenzentrums und verbesserter Zugänglichkeit anzuziehen.“
Bruno Legendre, Syndicat Mixte baie du Mont-Saint-Michel

Um auch weiterhin die drei Millionen Touristen aufnehmen zu können, die jedes Jahr aus der ganzen Welt anreisen, um diese von den Gezeiten umspülte Felsinsel zu bewundern, haben die französische Regierung und ein Zweckverband eine groß angelegte Sanierung der Bucht in Angriff genommen, damit der Fluss und die Gezeiten die Insel wieder wie früher umströmen können.

Sedimente ausschwemmen

Im Rahmen des umfangreichen Projekts soll ein neuer Damm errichtet werden, um den Berg aus der Umklammerung der umliegenden Salzwiesen zu reißen. Die Kraft des Meeres und des Flusses Couesnon nutzend, soll der Damm große Mengen der um den Berg abgelagerten Sedimente ausschwemmen. In zwei Jahren sollten ca. 50 % der erforderlichen drei Millionen m³ Sedimentablagerungen ausgespült sein und in acht Jahren dann 80 %.

Da Salzwiesen neben den tropischen Regenwäldern als die biologisch wertvollsten Lebensräume der Erde gelten, werden Maßnahmen zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt ergriffen. Ein Beispiel ist der Schlammtaucher (oder Pelodytidae). Im Rahmen der Wasserbauarbeiten wurden zehn Teiche angelegt, um diesen Froschlurchen in ihrer Fortpflanzungszeit (Mitte Februar bis Mitte April) Schutz zu bieten.

Auch ein neuer Parkplatz wurde geplant. Der Abriss der derzeitigen Parkflächen würde den Gezeiten wieder ermöglichen, den Berg ganz zu umschließen. Die neuen Pläne sahen auch den Bau eines Prototyps vor, um die verschiedenen Oberflächen während der Errichtung des neuen Damms zu testen.

Besucher weiter willkommen

Das Sanierungsprojekt für den Mont-Saint-Michel, dessen Fertigstellung für 2015 geplant ist, kommt gut voran und macht sich schon im Aussehen der Bucht bemerkbar. Mit dem Bau des Gezeitendamms wurde im Juni 2006 begonnen und seither wurden bereits alle acht Schleusentore installiert. Bei Flut bleiben die Tore geschlossen und verhindern dadurch, dass zusätzliches Wasser in den Fluss strömt.

Um den Tourismus während der Dauer der Arbeiten nicht zu behindern, wurde ein Besucherzentrum eingerichtet, in dem das Projekt zur Wiederherstellung des Mont-Saint-Michel und der Stand der Arbeiten erklärt werden. Das Zentrum ist frei zugänglich, und die Besucher können einen ersten Blick auf den künftigen Mont-Saint-Michel werfen. Ausstellungen, Plasmabildschirme und virtuelle Modelle halten die Spannung am Leben, solange der Berg sich dem Facelifting unterzieht.

Es war ein sehr forschungsintensives Projekt. Der natürliche Sedimentierungsprozess im inneren Buchtbereich sollte von den Maßnahmen unberührt bleiben. Von dem Speziallabor Sogreah wurden über vier Jahre Untersuchungen zur Hydrosedimentation durchgeführt. Vor der Aufnahme der Arbeiten wurden die Veränderungen von einem internationalen wissenschaftlichen Ausschuss bestätigt. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung hat die positiven Auswirkungen des Projekts auf den Naturraum der Bucht hervorgehoben.

Datum des Entwurfs

17/01/2010