IKT zur Überwachung von Transplantationspatienten zuhause

Die Nutzung von IKT zur Fernüberwachung von Transplantationspatienten kann dabei helfen, den Patienten mehr Raum und Freiheit zu verschaffen, um ihr leben in ihrem Zuhause so normal wie möglich zu leben.

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Projekte wie dieses helfen der EU dabei, gemäß den Vorgaben der Wachstumsstrategie EU 2020 bis zum Jahr 2020 eine intelligente, nachhaltige und integrative Wirtschaft zu werden. Die EU sieht sich einigen schwierigen Herausforderungen gegenüber, unter anderem einer älter werdenden Bevölkerung, einer unzureichend qualifizierten Arbeitnehmerschaft, einem größeren Bedarf an Innovation, der Schaffung eines Gleichgewichts zwischen Wirtschaftswachstum und Umweltschutz sowie der Sicherstellung sicherer, sauberer Energielieferungen. Projekte im Bereich Regionalpolitik in der ganzen EU spielen bei der Bewältigung dieser und zahlreicher anderer Herausforderungen eine aktive Rolle. Dies geschieht durch die Durchführung von Projekten zur Schaffung von Arbeitsplätzen, der Verbesserung des Bildungsniveaus, der Entwicklung erneuerbarer Energiequellen, der Ankurbelung der Produktivität sowie zur Schaffung von Möglichkeiten für alle Bürgerinnen und Bürger. Die Projekte und Regionen spielen hierbei eine wichtige Rolle, da sie echte Ergebnisse generieren, die zur Erreichung der wesentlichen Ziele der Strategie beitragen.

Ziel des Projekts Prometheus ist die Entwicklung einer Fernüberwachung von Transplantationspatienten durch die Installation von Computern im Haus des betreffenden Patienten, um sie mit einem medizinischen Versorgungsteam zu verbinden. So soll die soziale und berufliche Wiedereingliederung der Patienten von ihrer häuslichen Umgebung aus erleichtert, gleichzeitig die wirtschaftliche Belastung der Betreuung von Transplantationspatienten reduziert und die Zuteilung von Transplantaten verbessert werden.

Computerterminal für zuhause

Grundlage des Projekts ist ein Vergleich und eine Analyse zweier Gruppen von 50 Transplantationspatienten in Freiburg mit einer unverträglichen Niere sowie zweier Gruppen von 50 Patienten in Straßburg, die aufgrund einer wiederkehrenden Nierenkrankheit ein Transplantat erhalten hatten.

Die Hälfte jeder Gruppe verwendet IKT in Form eines Computerterminals für zuhause. Diese Gruppe wird mit der verglichen, die im Rahmen von ambulanten Patientenbesuchen konventionell betreut werden.

Bei den in den Häusern der Patienten installierten Computerterminals handelt es sich um interaktive Terminals mit Touchscreen sowie einer Vorrichtung für Videokonferenzen, einem digitalen Stift und einer Anbindung an ein Breitbandnetzwerk, WiFi, 3G. Die erfassten Ergebnisse werden jeden Tag von einem Server analysiert, und auch ein menschliches Eingreifen ist bei Bedarf per Videokonferenz möglich.

Die Patienten müssen physiologische Parameter eingeben und Antworten auf Auswahlfragen (Multiple Choice) zu ihrer jeweiligen Krankheit bzw. Situation beantworten. Während der ersten Phase ihres Krankenhausaufenthaltes vor der Transplantation werden sie umfassend in die Funktionsweise des Systems eingewiesen und darüber informiert, was vom System zu erwarten ist. Die Einweisung wird bei den Patienten zuhause fortgesetzt. Die Ergebnisse werden nach medizinischen, sozialen und wirtschaftlichen Kriterien analysiert. Außerdem werden ein Vergleich medizinischer und kultureller Ansätze durchgeführt und halbjährliche Berichte über den Fortschritt des Projekts erarbeitet.

Voraussichtliche Vorteile

Man erwartet, dass die Unterbringung der Patienten zuhause vorteilhaft sein wird, da dies im Allgemeinen als vertrautere Umgebung empfunden wird, in der sich die Patienten wohl fühlen. Außerdem werden sie von einer genaueren Beobachtung profitieren. Die Anzahl der Termine im Transplantationszentrum wird reduziert, während sich die Beobachtungsfrequenz von mehrmals pro Woche oder Monat auf eine Beobachtung auf täglicher Basis intensivieren wird.

Dementsprechend sollte die Anzahl der langfristigen stationären Krankenhausaufenthalte bei Transplantationen zurückgehen. Die Reduzierung der Inanspruchnahme von Krankentransporten sowie der Dauer der Krankenhausaufenthalte wird insgesamt deutliche wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen, die wiederum die Nachhaltigkeit des Programms erhöhen werden.

Die am Projekt Prometheus beteiligten Teams arbeiten bereits seit 20 Jahren an der Einführung eines europäischen Transplantationskurses sowie an der Entwicklung neuer thematischer Transplantate. Sie sehen dieses Projekt als Möglichkeit zur Erweiterung dieser Partnerschaft sowie zur Weiterentwicklung einer gemeinsamen Philosophie für den Bereich Organspende sowie letztlich als Möglichkeit zur Änderung der aktuellen Regeln für die Zuteilung von Transplantaten jenseits des nationalen Rahmens.

Datum des Entwurfs

29/08/2011