Unterstützung für Wasserstoffenergie und CO2-Speicherung

Dank eines Projekts im Themenpark Poitiers-Futuroscope in Frankreich sind ökologische Problemstellungen wie Wasserstoffenergie und CO2-Speicherung möglicherweise schon bald gelöst. So untersuchen Forscher derzeit mit einer einzigartigen neuen Plattform für mechanische Tests, ob Wasserstoff über Erdgaspipelines transportiert und CO2 in Anlagen gespeichert werden kann, die mit Gummidichtungen ausgefüttert sind.

 Weitere Extras

 
Testplattform für Wasserstofftransport und CO2-Speicherung Testplattform für Wasserstofftransport und CO2-Speicherung

„Diese einzigartige neue Testplattform könnte die Verwendung von Wasserstoff als neue Energiequelle und die CO2-Speicherung Wirklichkeit werden lassen.“
Jean-Claude Grandidier, Professor an der  École Nationale Supérieure de Mécanique et d’Aérotechnique in Poitiers

Die Anlage ist Teil eines Projekts der französischen Hochschule für Mechanik und Luftfahrt „École Nationale Supérieure de Mécanique et d'Aérotechnique“ (ENSMA). Die Projektergebnisse könnten die Umsetzung innovativer Lösungen für saubere Energie beschleunigen.

Hightech-Plattform

Da die Vorräte an fossilen Energieträgern immer knapper werden und die Verringerung der CO2-Emissionen dringender denn je ist, muss die EU die Entwicklung von Wasserstoff als Energiequelle und die dauerhafte Speicherung von CO2 unbedingt vorantreiben. Doch bis die Lagerkapazitäten und ein leistungsfähiges Transportnetz geschaffen sind, bleibt noch viel zu tun.

Einige dieser Probleme werden über die Plattform für mechanische Tests im Rahmen des Wasserstoff- (H2) und Kohlendioxidprojekts (CO2) angegangen. Das von ENSMA, der jungen Ingenieurhochschule nahe Poitiers-Futuroscope (europäischer Themenpark mit multimedialen, kinematografischen und audiovisuellen Techniken), durchgeführte Projekt wird von der EU kofinanziert.

Die Plattform, die wie ein übergroßer Kleiderschrank anmutet, befindet sich im Laboratory of Materials, Mechanics and Physics (LMPM). In der Anlage werden fundamentale Studien und Analysen zu Reaktion und Langlebigkeit von Materialien durchgeführt, wenn diese verschiedenen Belastungen, Temperaturen und Umfeldern ausgesetzt sind.

Die Arbeit zu dem Projekt begann im Mai 2007 mit mehreren Partnern aus Industrie und Hochschulwelt. Ziel war unter anderem, eine neue Generation von Stahl und Polymeren zu finden und diese neuen Stoffe auf ihre Eignung für den Transport über Wasserstoffpipelines hin zu überprüfen. Hierbei sollen traditionelle Erdgaspipelines Verwendung finden. Den Forschungsergebnissen zufolge könnte Wasserstoff die Rohre zum Bersten bringen. Andere Tests konzentrieren sich auf die Verwendung von Gummidichtungen in CO2-Lagerstätten, zumal dieses Gas deren Struktur angreifen kann.

Testphasen

Die LMPM-Plattform für mechanische Tests wurde für die Erprobung von Metallen, Polymeren bzw. Verbundstoffen mit komprimiertem Wasserstoff sowie mit Kohlendioxid und Stickstoffgas bei Temperaturen bis zu 150 °C eingesetzt. Das Ziel besteht nun darin, die Gefahr von Lecks und Beschädigungen zu verringern und vorhandene oder neue Pipelines optimal zu nutzen.

Schließlich wird die Plattform auch dazu beitragen, dass die komplexen Interaktionen zwischen dem Vorhandensein von Gasen und der Deformation und Beschädigung von Materialien besser verstanden werden. Dies dürfte zuverlässigere Prognosen zum Materialverhalten ermöglichen.

Datum des Entwurfs

04/01/2010