Bewältigung des Problems von pharmazeutisch verunreinigtem Abwasser

Eine transnationale Partnerschaft hat Mittel und Wege gefunden zu verhindern, dass mit Arzneimittelrückständen belastetes Abwasser in den Wasserkreislauf gelangt. 

 Weitere Extras

 
„Abwasserbehandlung mit Aktivkohle“ ©Rupert Oberhäuser „Abwasserbehandlung mit Aktivkohle“ ©Rupert Oberhäuser

Das vom EFRE mitgetragene Projekt PILLS untersuchte im Hinblick auf die Abwasserbehandlung an Punktquellen in Krankenhäusern, wie Abwasser, das mit Arzneimittelrückständen in einer hohen Konzentration belastet ist, derart behandelt werden kann, dass solche Stoffe nur noch in geringen Mengen in die aquatische Umwelt eingetragen werden. Des Weiteren wurden Behandlungstechnologien zu antibiotikaresistenten Bakterien untersucht.

Die Initiative vereinte Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft, die gemeinsam die Möglichkeiten zur Behandlung von Abwassern aus Punktquellen wie Krankenhäusern eruierten. Diese Experten prüften auch die Einführung verschiedener Initiativen zur Reduzierung des Eintrags pharmazeutischer Rückstände. An diesen Untersuchungen waren Krankenhäuser, Lieferanten, Wasserwerke, Einzelpersonen und weitere wichtige Interessenträger beteiligt.

Es konnte zwar nur eine sehr geringe Konzentration von pharmazeutischen Rückständen im Wasser nachgewiesen werden, doch sind die Erkenntnisse in Bezug auf deren Auswirkungen auf die Umwelt nur begrenzt. Das Projektteam verfolgte die Verbreitung problematischer Substanzen in der aquatischen Umwelt und untersuchte dabei die Ökotoxizität und die Behandlung an der Punktquelle, um eine Lösung für den Umgang mit pharmazeutischen Mikroverunreinigungen zu finden. Ebenso wurden dringend angeratene Verhaltensänderungen betrachtet.

Dank der Zusammenarbeit wuchs das Bewusstsein für das Problem bei Politikern und in der breiten Öffentlichkeit beträchtlich. 

Zudem haben die beteiligten Gemeinden viel durch die Mitarbeit gelernt. Dies ergab eine Umfrage, die nach einer zweijährigen Schulungs- und Weiterbildungskampagne in der Stadt Dülmen unter 13 Schulen, Apothekern, Angehörigen von Gesundheitsberufen und Sportvereinen zum nachhaltigen Verbrauch und der ordnungsgemäßen Entsorgung von Arzneimitteln durchgeführt wurde.

Die Projekterkenntnisse haben außerdem den Entscheidungsfindungsprozess in der Europäischen Kommission beeinflusst. Tatsächlich ist die Ausarbeitung eines strategischen Ansatzes für den Umgang mit den Auswirkungen von Arzneimittelrückständen auf die Umwelt fast abgeschlossen.


Gesamtinvestitionen und EU-Mittel

Die Gesamtinvestitionen für das Projekt „PILLS – Pharmaceutical Input and Elimination From Local Sources“ (PILLS – Verminderung der Wasserbelastung durch Arzneimittelrückstände) beliefen sich auf 8 353 528 EUR, an denen sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung mit 4 060 880 EUR im Rahmen des operationellen Programms „Nordwesteuropa“ für den Programmplanungszeitraum 2007 bis 2013 beteiligt.


Datum des Entwurfs

04/01/2016