Erste Schritte für eine europäische Immunüberwachungsplattform

Ein innovatives Projekt zur Beschleunigung der Arzneimittelentwicklung mit Schwerpunkt auf der Überwachung der menschlichen Immunabwehr ist jetzt im neuen Infektiologie-Zentrum von Lyonbiopôle angelaufen. Ungefähr ein Dutzend Pharmaexperten aus Industrie und Wissenschaft werden in dem modern ausgestatteten Labor tätig sein.

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Expertin für die Überwachung der menschlichen Immunabwehr bei der Arbeit im Labor Expertin für die Überwachung der menschlichen Immunabwehr bei der Arbeit im Labor

„Wir freuen uns außerordentlich über dieses Projekt mit Experten aus dem Bereich der Immunologie .Es trägt auch zur Stärkung des Fachwissens und der Reputation unseres Clusters bei.“
Yves Laurent, Generaldirektor von Lyonbiopôle

Ziel des Projekts PLATINE ist, die erste europäische Immunüberwachungsplattform zu schaffen, um die Wirkung neuer von Forschern entdeckten therapeutischen Wirkstoffen auf das Immunsystem besser zu beschreiben. Vorrangig sollen die Bedürfnisse der Biotechnologieunternehmen und der pharmazeutischen Industrie befriedigt und in weiterer Folge der europäische Markt anvisiert werden.

Wirksamkeitsbeurteilung

Viele Behandlungen werden bald auf Grundlage des anfänglichen Immunstatus von Patienten und/oder ihrer immunmodulatorischen Wirkungen bewertet werden müssen. Die europäische Industrie verfügt jedoch über keine Einrichtung, die in der Lage ist, eine effiziente und umfassende Immunüberwachung sicherzustellen. Ein solcher Service würde ermöglichen, Wirkstoffe, die ein Risiko für Patienten darstellen, schnell auszusieben, und die Pharmaunternehmen könnten die Forschungsmittel auf die vielversprechendsten Präparate konzentrieren.

PLATINE bündelt das technologische und wissenschaftliche Know-how der fünf Partner, um zentrale, stabile und reproduzierbare Serviceangebote für die Immunüberwachung aufzubauen. Drei Partner – Innate Pharma, Transgene SA und ImmunID – kommen aus der Industrie und verfügen über Know-how im Bereich der Arzneimittelentwicklung, Immunüberwachung und Diagnostik. Bei den zwei anderen handelt es sich um universitäre Forschungslabors von INSERM (das französische Institut für Gesundheit und medizinische Forschung) und das multidisziplinäre Zentrum Léon Bérard. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 4,8 Mio. €. Neben EU-Mitteln in Höhe von 450000 € wurden auch französische nationale und regionale Fördermittel bereitgestellt.

Im April 2009 nahmen die Teams der verschiedenen Partner im Lyonbiopôle ihre Tätigkeit auf. Sie arbeiten in einem modernst ausgerüsteten Speziallabor.

Fachwissen im Bereich der Immunüberwachung

Die Partner möchten eine kommerzielle Struktur aufbauen, die pharmazeutischen Unternehmen einen hochwertigen Immunüberwachungs-Service anbieten kann. Dies würde allgemein den Arzneimittelentwicklungsprozess beschleunigen und Kosten einsparen. Die Arbeit basiert auf drei, auf die Bedürfnisse der Geldgeber abgestimmten Instrumenten: innovative und herkömmliche Technologie, wissenschaftliche Bewertung und Entwicklung neuer Biomarker.

Das Projekt ist in zwei Phasen unterteilt, zunächst Immunüberwachung von klinischen Versuchen mit Probanten der Partner und danach von Wirkstoffen französischer und europäischer Firmen. Zwischenzeitlich wird das Wissenschaftlerteam ein umfassendes Serviceangebot für die Immunüberwachung und Identifizierung von Biomarkern aufbauen.

Datum des Entwurfs

17/01/2010