AQUAFIL – Netzwerkarbeit für sauberere Flüsse und bessere Wasserqualität

Das von der EU gegründete AquaFil-Projekt sollte Fragen der Flussverschmutzung, Trinkwasserqualität und nachhaltigen Gemeinschaften durch einen gesamteuropäischen Ansatz angehen.

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Das AquaFil-Projekt führte ein Netzwerk aus Regionen zusammen, das sich Fragen der Flussbewirtschaftung und Umwelterziehung widmete. © Fons Jacques Das AquaFil-Projekt führte ein Netzwerk aus Regionen zusammen, das sich Fragen der Flussbewirtschaftung und Umwelterziehung widmete. © Fons Jacques

" Das AquaFil-Netzwerk verfolgt primär das Ziel, lokale Akteure und Bevölkerungsgruppen in ihrem gemeinsamen Engagement für die Wasserwirtschaft zu unterstützen – eine der größten gesellschaftlichen Herausforderung in den nächsten Jahrzehnten. "

Wasserverschmutzung ist weltweit – und auch hier in Europa – eine deutliche Herausforderung. Glücklicherweise geht Europa dieses Problem proaktiv an und hat in diesem Zuge in ihrer Wasserrahmenrichtlinie, einer umfassenden, europaweit geltenden Maßnahme der Gewässerpolitik, die Wasserwirtschaft als Priorität festgelegt. Im Rahmen dieser Richtlinie führte das AquaFil-Projekt ein Netzwerk aus Regionen zusammen, das sich Fragen der Flussbewirtschaftung und Umwelterziehung widmete. 

Im Speziellen ging das Projekt die Probleme in der Wasserwirtschaft durch die Bekämpfung der Flussverschmutzung und ihrer Auswirkungen auf die Trinkwasserqualität und die Bewirtschaftung von Feuchtgebieten an. Dieses Projekt zeichnete sich vor allem durch die besondere Verpflichtung aus, die Bekämpfung der Wasserverschmutzung auf einem integrierten, interregionalen Ansatz aufzubauen. Das europäische AquaFil-Netzwerk umfasste zunächst vier Gründungsmitglieder und wurde schließlich auf sieben Mitglieder aus sechs Ländern erweitert: Luxemburg, Frankreich, Rumänien, Bulgarien, Ungarn und Portugal.

Entscheidende Maßnahmen

Das Projekt begann mit der Durchführung fundierter Studien zu den einzigartigen durch die Flussverschmutzung bedingten Problemen, die in den Netzwerkländern beobachtet wurden. Erste Studien widmeten sich dabei den vorhandenen Einrichtungen für die Behandlung von Trinkwasser und die Abwasserwirtschaft. 

Diese Forschungsarbeit ergab rasch, dass dringender Handlungsbedarf bestand, um die am stärksten betroffenen Regionen zu sanieren, von denen viele gar als Gefahr für die öffentliche Gesundheit ausgemacht wurden. Im ersten Schritt richtete das Projekt daher Expertenteams in Frankreich und Luxemburg ein, die bei der Revitalisierung dieser sicherheitskritischen Flüsse, wie etwa der Tundscha in Bulgarien, dem Mureş in Rumänien und dem Ardila in Portugal, die Federführung übernehmen sollten. An allererster Stelle standen dabei Interventionen hinsichtlich der lokalen Wasseraufbereitungsanlagen sowie die Einführung zuverlässiger Kontrollen. Das Projekt stellte außerdem einen Handlungsbedarf in Bezug auf Sensibilisierungsmaßnahmen fest, um die lokalen Gemeinschaften besser über die Problematik aufzuklären.

Es wurden Instrumente zur Überwachung und Kontrolle der Flusszustände sowie verschiedene bewährte Praktiken für nachhaltige Entwicklung entlang der Flussbettgebiete eingeführt. So wurden im Rahmen des Projekts beispielsweise mobile Labore in Alba Iulia (Rumänien) und Sliven (Bulgarien) errichtet. Diese Labore ermöglichen die laufende Messung des Verschmutzungsgrads der Flüsse und betreiben ein Meldesystem für Gewässerbelastungen. Darüber hinaus koordinierte das Projekt auch die Sanierung verschiedener Flussbettgebiete. In Sliven wurden beispielsweise entlang des Ufers 2 000 Bäume gepflanzt. Diese dienen als Erosionsschutz und zugleich auch als Revitalisierungsmaßnahme, um ein einst abfallbelastetes Brachland in ein Grünanlage für alle Bürger zu verwandeln.

Kontakt zu den Kommunen

Neben den nach wie vor laufenden Überwachungsmaßnahmen widmete sich das Projekt, gemeinsam mit den einzelstaatlichen Umweltministerien, auch der direkten Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung, um diese über die weitreichenden Auswirkungen der Flussverschmutzung aufzuklären und diese anzugehen. Ziel war es, diagnostische Ansätze für die Flussbewirtschaftung in den jeweils betroffenen Gemeinschaften zu ermitteln. So führten die Projektpartner in Sliven beispielsweise für Umwelttechniker aus den verschiedenen Kommunen am Fluss Tundscha Praxisschulungen zur Einführung bewährter Lösungen durch.

Das Projekt richtete sich jedoch auch an die allgemeine Öffentlichkeit vor Ort und insbesondere Schüler. Die Bildungsprogramme umfassten u. a. ein unterhaltsames Spiel zum Thema Wasser und die Verteilung von relevanten Schulungsunterlagen an Lehrer vor Ort und Bildungsorganisationen. Die Programme wurden dabei spezifisch an jeden einzelnen Standort angepasst, um den Zusammenhang zwischen dem Problem Flussverschmutzung und ihrer direkten Folgen für die jeweilige Gemeinschaft zu verdeutlichen. Darüber hinaus wurden Wasserressourcenzentren eingerichtet. Diese haben die Aufgabe, einheitliche Maßnahmen auszuarbeiten und einzuführen, Gemeinschaftsaktivitäten zum Thema Flussverschmutzung und Nachhaltigkeit zu organisieren und als Informationszentren rund um die zentralen Ziele des Projekts zu fungieren.


Gesamtinvestition und EU-Finanzierung 

Die Gesamtinvestition für das Projekt „AquaFil – Aquafil-Netzwerk“ beläuft sich auf 2 248 505 EUR, von denen 929 852 EUR aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des operativen Programms „INTERREG III C – West Zone“ für den Programmplanungszeitraum 2003-2006 finanziert werden. 


Datum des Entwurfs

03/06/2016