Ruhe nach dem Sturm

Da der Klimawandel zu einem 15- bis 20%igen Anstieg des jährlichen Niederschlags in den nördlichen Breiten führen könnte, werden neue Lösungen zur Bewältigung von Hochwasser in städtischen Gebieten und den damit verbundenen Verschmutzungsproblemen benötigt. Das Projekt Stormwater soll die Auswirkungen exzessiver städtischer Oberflächenabflüsse von Dächern und gepflasterten Bereichen während Regenstürmen und Schneeschmelzen lindern. Für das Projekt wurden bereits mehrere Teststandorte ausgewählt, während erste Laborversuche Aufschluss über die Rolle von Regenwasser bei der  Behandlung von Schadstoffen geben.

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Anlage zur Kontrolle von Hochwasser und Umweltverschmutzung in Städten Anlage zur Kontrolle von Hochwasser und Umweltverschmutzung in Städten

„Der finnische Markt entwickelt sich auf dem Gebiet von Regenwasser sehr rasch, und wir rechnen damit, dass gesetzliche Vorschriften und unsere Überprüfung globaler Regenwasserlösungen uns ein gewaltiges Marktpotenzial erschließen werden, zugunsten finnischer Unternehmen.“
Annukka Havas, Entwicklungsleiter bei der Lahti Science and Business Park Ltd

Das Projekt untersucht die saisonale Quantität und Qualität von städtischem Oberflächenabfluss und die Fähigkeit des Bodens, dessen Schadstoffkonzentrationen zu verringern. Die neue Ausrüstung, die zur Unterstützung dieses Vorhabens gekauft wurde, umfasst auch Regenwasser-Modellierungssoftware. Ferner geht es darum, neue und nachhaltige Lösungen für das Wassermanagement zu entwickeln, die in Finnlands städtischen Gebieten umgesetzt werden können.

Eine Grundlage für gute fachliche Praxis schaffen

An dem vor kurzem gestarteten Projekt Stormwater nehmen das Institut für ökologische und Umweltwissenschaften der Universität Helsinki, die Technische Universität Helsinki und die Lahti Science and Business Park Ltd. teil. Durch die Beobachtung der Ergebnisse der Teststandorte erlangen die Projektpartner Kenntnisse über die Menge und Qualität von oberirdischem Regenwasserabfluss. Laboranalysen von Seesedimenten- und Bodenproben werden im Übrigen Informationen über Kontaminationsrisiken – vor allem in Industriegebieten und Stadtzentren – liefern und zur Entwicklung neuer und effizienter Management-Methoden beitragen.

Wissen sickert durch

Dank der Zusammenarbeit mit der lokalen Industrie (einschließlich Hersteller von Kunststoff und Chemikalien) werden lokale Märkte von richtigen Lösungen und Dienstleistungen im Bereich des Regenwassermanagements profitieren können. Zusammenarbeit und Wissenstransfer zwischen Hochschul- und Gemeindepartnern sind entscheidend: Berufspraktiker legen der wissenschaftlichen Forschung konkrete Probleme vor, und im Gegenzug hilft ihnen das wissenschaftliche Know-how, vor allem in Bezug auf kalte Klimata.
Im Endeffekt profitieren die Bürger: bessere Nutzung von Grünflächen in Städten, bessere Wasserqualität und ein geringeres Risiko städtischer Überschwemmungen. Messstationen und eine Testanlage für Bio-Rückhaltung dienen als Demonstrationsstandorte für Studentengruppen, während auf Kurzlehrgängen und lokalen Ausstellungen das entsprechende Know-how vermittelt wird.

Regenwasser gegen Schadstoffe

Die gewählten Versuchsstandorte befinden sich auf Industrie-, Geschäfts- und Wohngrundstücken. Voraussichtlich dieses Jahr soll eine unterirdische Rückhalteanlage im Zentralpark in Kouvola gebaut werden, und für den Zoo Korkeasaari in Helsinki ist ein neues Regenwasser-Managementsystem geplant. Die ersten Laborergebnisse legen nahe, dass Regenwasser keine bedeutende Quelle industrieller Umweltschadstoffe ist. Versuche zeigen, dass es wichtig ist, Regenwasser durch die Vegetation und die organischen Bodendeckschichten sickern zu lassen, da die Schadstoffbehandlung dadurch verbessert wird.


Datum des Entwurfs

07/12/2009