Die maritime Region südlicher Ostseeraum: Pionier bei Schifffahrtsinnovationen

Wenn Europas Schifffahrtsbranche wettbewerbsfähig bleiben will, muss sie sich an eine strengere Umweltgesetzgebung anpassen und neue Technologien einführen. Ein vom EFRE finanziertes Projekt zur Modernisierung der Flüssiggasinfrastruktur (LNG-Infrastruktur) und zur Steigerung des Wissenspotenzials soll sicherstellen, dass der südliche Ostseeraum bereit ist, diesen Wandel anzunehmen.

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Der Aufbau von LNG-Infrastruktur verspricht Vorteile für den südlichen Ostseeraum © MarTech LNG Der Aufbau von LNG-Infrastruktur verspricht Vorteile für den südlichen Ostseeraum © MarTech LNG

" Der südliche Ostseeraum hat wenig Erfahrung mit LNG, sodass es absolut sinnvoll ist, mit anderen zusammenzuarbeiten, die bereits umfassende Erfahrungen in dieser spezialisierten Branche haben. Durch die Zusammenarbeit mit MarTech LNG konnten wir uns mit anderen Unternehmen in der Wertschöpfungskette in Verbindung setzen, wodurch wirtschaftliche Chancen sowie partnerschaftliche Diskussionen entstanden sind. "

Frank van Dijk, Regionaler Marketingleiter von General Electrics Gas and Oil Europe

Wandel = Chance

Die Umsetzung strengerer Schwefelemissionsvorschriften und Änderungen in den Vorgehensweisen bei Schweröl zwingen die Schifffahrtsbranche, sich an neue Umstände anzupassen. Schiffe müssen nachgerüstet, eine neue Infrastruktur muss eingerichtet und neue Lieferketten müssen aufgebaut werden, um sicherzustellen, dass LNG erfolgreich zu einem alternativen Kraftstoff werden kann.

Dank des Projekts MarTech LNG sind Unternehmen aus dem südlichen Ostseeraum – dazu gehören maritime Regionen in Dänemark, Deutschland, Litauen, Polen und Schweden – nicht nur bereit, sich diesen Herausforderungen zu stellen, sondern auch, neue Chancen im Bereich alternativer Kraftstoffe zu ergreifen.

Regionaler Kapazitätsaufbau

Das Projekt startete 2012 mit einer Studie zu der Frage, inwiefern der südliche Ostseeraum auf eine LNG-Infrastruktur vorbereitet war. Auf dieser Basis wurden Instrumente entwickelt, um Kapazitäten und Know-how aufzubauen.

Dazu gehört das Portal goLNG.eu, eine einzigartige Plattform für den Austausch von Wissen und Neuigkeiten rund um LNG. MarTech LNG hat darüber hinaus erfolgreich Schulungsprogramme für Unternehmen zum Bau und Betrieb von LNG-Terminals erarbeitet und durchgeführt.

Aufbau der Infrastruktur und der Leistungen

MarTech LNG führte auch Konsultationen zur Machbarkeit im Vorfeld zu drei Ausschreibungen im Bereich der LNG-Technologie durch. Dabei ging es um LNG-Bunkerung für einen Schifffahrtsbetreiber für Kurzstrecken in Dänemark, die Kapazitätszuweisung für LNG-Terminals in Klaipėda (Litauen) sowie die Eröffnung einer Fährverbindung zwischen Świnoujście und Klaipėda, wodurch zwei wichtige LNG-Drehscheiben der Region miteinander verbunden wurden.

Positive regionale Wirkung

Ein Gesamtergebnis des Projekts besteht darin, dass MarTech_LNG ein geschätztes Investitionsvolumen von ca. 50 Millionen Euro erschließen wird.

Zu den weiteren Ergebnissen gehört, dass durch das Projekt ein Beitrag zur Errichtung einer gewerblichen schwimmenden Lager- und Wiederverdampfungseinheit für Klaipedos Nafta, den Betreiber des LNG-Terminals im litauischen Klaipėda, geleistet wurde. Das Unternehmen hat darüber hinaus eine Vereinbarung mit der in Deutschland ansässigen Bomin Linde LNG abgeschlossen, um gemeinsam zu untersuchen, ob es möglich ist, ein Schiff für die Bereitstellung von LNG-Bunkerdienstleistungen in der Region zu entwickeln.

Die beiden Unternehmen planen außerdem den Bau einer Onshore-LNG-Wiederbefüllungsstation im Hafen von Klaipėda, die LNG-Leistungen in kleinerem Umfang anbieten und somit dazu beitragen wird, die Nachfrage nach LNG in den baltischen Staaten und Polen zu steigern.


Gesamtinvestitionen und EU-Mittel

Die Gesamtkosten des Projekts „Marine Competence, Technology and Knowledge Transfer for LNG (Liquid Natural Gas) in the South Baltic Sea Region (MarTech LNG)“ betragen 1 352 886 EUR, an denen sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung mit 1 088 532 EUR im Rahmen des operationellen Programms „Südlicher Ostseeraum“ für den Programmzeitraum 2007-2013 beteiligt.


Datum des Entwurfs

26/10/2015