Mehr Umweltfreundlichkeit für Frachtschiffe

RegioStars 2009 FinalistDie Verlagerung des Warentransports von der Straße auf den Seeweg, um Energieverbrauch, Kohlenstoffemissionen und Umweltverschmutzung zu reduzieren, ist Ziel des Northern Maritime Corridor-Projekts (NMC). Dieses länderübergreifende Unterfangen, an dem 20 Regionen nahe der Nordsee und der nördlichen Peripherie Europas beteiligt sind, hat die so genannten „Short-Shipping“-Verbindungen (Kurzstreckenseeverkehr) sowie die Zugänglichkeit zu den betroffenen Regionen verbessert.

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Seefracht  – umweltfreundlichere Frachtbeförderung in Nordeuropa Seefracht – umweltfreundlichere Frachtbeförderung in Nordeuropa

„Wir erwarten, dass der nördliche Teil Norwegens und der nordwestliche Teil Russlands Alternativen für neue Leitungssysteme darstellen werden, und arbeiten bereits daran.“
Kirsten Ullbaek Selvig, Küstenministerium Norwegen

Dank einer regionenübergreifenden Zusammenarbeit zwischen privaten und öffentlichen Sektoren wird der Northern Maritime Corridor mehr und mehr zu einer „Meeresautobahn“. Schon jetzt ist das Projekt so erfolgreich, dass das Netzwerk auf die Barentsregion ausgedehnt wurde. Dies hat die Verbindungen zwischen dem europäischen Kontinent und Nordwestrussland verbessert und eine Alternative zu Sankt Petersburg gebracht.

Entlastung für die europäischen Straßen

Der Northern Maritime Corridor hat zur Schaffung und Förderung einer Networking-Zone zwischen wichtigen Unternehmen und Regierungen beigetragen. Im Einzelnen ermöglichte die Zusammenarbeit die Unterstützung und Gründung von „Short-Sea-Shipping“-Initiativen (insgesamt etwa 15), die Verbesserung der Sicherheit im Seeverkehr durch Risikomanagementstrategien sowie die Stärkung der Verbindungen zwischen Europa und Russland.

Der Kurzstreckenseeverkehr ist eine hocheffiziente Verkehrsart, wenn hierbei ökologische Gesichtspunkte und Energieeffizienz berücksichtigt werden. In diesem Zusammenhang bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, um Verkehrsstockungen auf den Straßen abzubauen. So kann ein einziges Frachtschiff vom norwegischen Hafen Bergen bis in die Niederlande nicht weniger als 250 Sattelschlepper ersetzen.
Nach der NMC-Konferenz in Kirkenes wurden zahlreiche ständige Ausschüsse zwischen Norwegen und Russland eingerichtet. Ziel war, die Sicherheit im regionalen Seeverkehr zu verbessern, Schwachstellen zu identifizieren und gemeinsame Strategien zu deren Beseitigung zu entwickeln sowie Empfehlungen für Risikomanagementstrategien auszusprechen.

Engere Zusammenarbeit

Dank der Zusammenarbeit zwischen Reedereien, Spediteuren und Häfen in Kontinentaleuropa und dem Vereinigten Königreich, Nordnorwegen und Nordrussland entsteht eine beiderseits nützliche Beziehung, in deren Rahmen der Seetransport mehr und mehr die Regel wird. So dienen europäische Reedereien, die Murmansk anlaufen, schon jetzt als Vorbild, was ihre Erfahrung im Frachttransport von und nach Nordrussland angeht.

Aber auch im Hinblick auf Innovation kann sich das NMC-Projekt sehen lassen: So wurden Grundsatzmodelle und konkrete IKT-Tools für das intermodale Transportgewerbe entwickelt. Ein Beispiel ist die Nutzung einer radiofrequenzbasierten Identifizierung zur Nachverfolgung von Frachttransporten. Der innovative Charakter des Projekts zeigt sich aber auch noch anhand anderer Aspekte. Das Projekt wurde als Parallelprojekt der North Sea- und Northern Periphery Interreg-Programme durchgeführt und schloss Partner aus über 20 Regionen in neun Ländern, einschließlich Russland, ein. In zahlreichen Regionen wurden maritime Cluster mit 10-20 Partnern auf die Beine gestellt.

Schließlich hatte das NMC-Projekt auch erhebliche Auswirkungen auf die Erweiterung von Seeverkehrsdienstleistungen in den Nordseeregionen. Herausragendes Beispiel war die Genehmigung der Europäischen Kommission, die „Meeresautobahnen“ in Richtung Barentsregion auszudehnen.


Datum des Entwurfs

17/12/2009