Zusammenarbeit zur Verbesserung der Behandlung und Stärkung des Bewusstseins für Symptome des unteren Harntrakts (Lower Urinary Tract Symptoms, LUTS)

Das LUTS-Projekt hat ein solides Fundament für die Verbesserung von Gesundheitsdiensten und die soziale Integration von Frauen gelegt. Die Forschungstätigkeit konzentrierte sich auf die Erfahrung derjenigen, die Unterstützung benötigen, und betrachtete die zur Verfügung stehenden Dienste. Durch einen grenzüberschreitenden Ansatz konnte das Projekt feststellen, welche Auswirkungen Kultur und Gesundheitssysteme auf die Behandlung haben.

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Fährkampagne, 2014 © Annika Waldmann Fährkampagne, 2014 © Annika Waldmann

" Ein gründlicheres Verständnis der deutschen und dänischen Kultur und Gesundheitssysteme erklärt viele Ergebnisse unserer Studie. Dieser sehr wichtige Aspekt konnte nur dank der regelmäßigen Treffen und Gespräche zwischen den Projektpartnern verwirklicht werden. "

Annika Waldmann, Roskilde Sygehus

Hauptziel der Projekte war es zu ermitteln, wie verbreitet Blaseninkontinenz bei Frauen in der Gesamtbevölkerung ist, und zu beurteilen, wie die Betroffenen nach Hilfe suchen. Unter 8 000 Frauen in der Fehmarnbeltregion wurde eine Studie durchgeführt. Rund 45 % der Teilnehmerinnen berichteten, dass sich ein gewisses Maß an LUTS auf ihre Lebensqualität auswirkt. Der zweite Teil der Studie konzentrierte sich auf die Bereitstellung der Gesundheitsfürsorge. Es wurde festgestellt, dass sich Ärzte des Ausmaßes des Problems nicht bewusst sind und bei Patientengesprächen nur selten darauf eingehen. Grundsätzlich war es ihnen unangenehm, das Thema anzusprechen. Darüber hinaus gab es auch erhebliche Unterschiede beim Beratungsangebot zu einer modernen, effektiven Behandlung. 

Es gibt mehrere Arten der Inkontinenz und viele Behandlungsmöglichkeiten. Die meisten Frauen, die mit unfreiwilligem Urinieren zu kämpfen haben, leiden jedoch emotional und sozial. Für viele Frauen führt dies zu sozialer Ausgrenzung und Stress. Behandlungen und Unterstützung stehen zwar zur Verfügung, das Wissen der Betroffenen und der Mitarbeiter im Gesundheitswesen muss jedoch deutlich verbessert werden.

Kommunikationsbemühungen

Einer der wichtigsten Aspekte des Projekts war es, effektiv mit den Zielgruppen der Frauen und Ärzte Kontakt aufzunehmen und zu kommunizieren. Dies geschah durch Treffen und Artikel in der lokalen Presse. Eine „Fährkampagne“ wurde organisiert, bei der Frauen T-Shirts trugen, die auf das Problem aufmerksam machten. Das Projekt hob auch die Geschichte einer Frau hervor, die unter dem mit LUTS verbundenen Stress und den Schwierigkeiten litt; ein Video zeigte, wie sie Hilfe erhielt, indem sie zu ihrem Arzt ging und sich behandeln ließ. Das Projekt wird seine Ergebnisse in wissenschaftlichen Journalen veröffentlichen, sodass die Ergebnisse weiter bekannt werden.

Die LUTS-APP

Viele Frauen, die an Inkontinenz leiden, zögern immer noch, zu ihrem Arzt zu gehen, wenn sie sich unwohl fühlen, und zwar trotz der Tatsache, dass vielen durch bestehende Behandlungsmöglichkeiten geholfen werden könnte. Die Frauen gaben viele Gründe an, warum sie zögerten, über diese Probleme zu sprechen, unter anderem war es ihnen peinlich und sie hatten Angst, dass das Problem nicht ernst genug sei und sie nicht ernst genommen würden. Die Idee, eine Smartphone-App auf der Grundlage der Ergebnisse anzubieten, wird geprüft. Eine App könnte es leichter machen, Hindernisse für die Inanspruchnahme von Hilfe zu beseitigen; sie könnte außerdem helfen, Frauen auf die richtige Behandlung zu verweisen.


Gesamtinvestitionen und EU-Mittel

Die Gesamtinvestitionen für das Projekt „LUTS – Symptome des unteren Harntrakts“ beliefen sich auf 1 015 601 EUR, an denen sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung mit 582 800 EUR im Rahmen des operationellen Programms „Interreg IV A Dänemark-Deutschland“ für den Programmplanungszeitraum 2007 bis 2013 beteiligt hat.


Datum des Entwurfs

18/12/2015

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