Ausgleich zwischen landwirtschaftlichen und Umweltbelangen im Ostseeraum

Im Rahmen des Projekts „Baltic COMPASS“ wurden Akteure aus der Landwirtschaft und dem Umweltsektor dieser Region zusammengebracht, um die Eutrophierung (übermäßige Nährstoffanreicherung) der Ostsee und ihres Einzugsgebiets zu bekämpfen.

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Abschüssige Felder in Südwestfinnland mit Pufferstreifen und Vegetation, damit weniger Nährstoffe zum Fluss durchsickern © Eija Hagelberg Abschüssige Felder in Südwestfinnland mit Pufferstreifen und Vegetation, damit weniger Nährstoffe zum Fluss durchsickern © Eija Hagelberg

" Dank dieses Projekts konnte die Landwirtschaft im Ostseeraum Wege finden, die täglich benötigten Lebensmittel für die 90 Millionen Einwohner der Region zu produzieren und gleichzeitig die Ostsee zu schützen. Wenn die im Rahmen des Projekts empfohlenen Maßnahmen in der gesamten Region erfolgreich umgesetzt werden, wird sich an der Ostsee einiges zum Positiven ändern. "

Ola Palm vom schwedischen Institut für Landwirtschafts- und Umweltschutztechnik (JTI)

Wichtige Akteure wie staatliche Behörden, spezialisierte Institute, Landwirtschaftsorganisationen und Unternehmen haben wirksamere Agrarumweltrichtlinien eingeführt, Innovationen und bewährte Praktiken ausgetauscht, wissenschaftliche Szenarien erstellt und in Umwelttechnologien investiert, um das Problem in den Griff zu bekommen. Außerdem sollten Defizite in der Managementfähigkeit der Akteure abgebaut werden. Vor allem aber konnte erfolgreich gegenseitiges Vertrauen zwischen wichtigen Playern im Umwelt- und Landwirtschaftsbereich aufgebaut werden.

Lösungen, die allen Vorteile bringen

Zu den erwarteten langfristigen Ergebnissen dieses transnationalen Projekts gehören neue Strategien zur Verminderung der Eutrophierung, die stärkere Verknüpfung zwischen landwirtschaftlichen und Umweltinteressen sowie kosteneffizientere politische Maßnahmen. Außerdem hofft man auf eine stärkere Integration von ost- und westeuropäischen Staaten. Dies entspricht auch der EU-Strategie für den Ostseeraum. Durch die Bündelung und Einbringung ihrer besonderen Fachkenntnisse und Erfahrungen haben die Akteure außerdem den Weg für ein besseres landwirtschaftliches Umweltbewusstsein in der gesamten Region bereitet. Dies wird zu Lösungen führen, die sowohl für die Landwirtschaft als auch für die Umwelt von Vorteil sind, ohne die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft zu schwächen.

Sehr wichtig für das Projekt war die Partnerschaft mit zwei parallelen Agrarumweltprojekten: Baltic Deal und Baltic Manure. Das sichtbarste Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist die Interessenvertreterkonferenz „A Greener Agriculture for a Bluer Baltic Sea“ (Eine grünere Landwirtschaft für eine blauere Ostsee), die seit 2010 stattfindet und zur wichtigsten Veranstaltung für Akteure im Agrarumweltbereich in dieser Region geworden ist.

Transnationales Konzept

Baltic COMPASS ist aus verschiedenen Flächennutzungs-, Landwirtschafts- und Wasserprojekten zum Schutz der Ostsee hervorgegangen. Um die Eutrophierung der Ostsee verringern und Managementfähigkeiten aufbauen zu können, die für die Arbeit im internationalen Rahmen und im Rahmen der EU-Richtlinien und des Ostsee-Aktionsplans (BSAP) der HELCOM benötigt werden, war ein transnationales Konzept erforderlich. Aus dieser Notwendigkeit heraus wurde das Projekt ins Leben gerufen.

Mit dem Nachfolgeprojekt „Baltic Compact“ soll die Wirkung der Projektergebnisse verstärkt werden. Schwerpunktbereiche sind dabei die nachhaltige Biogaserzeugung und moderne Verfahren zur Feldentwässerung. 

Am Projekt „Baltic COMPASS“ waren 22 Partner aus acht Ostseestaaten und Weißrussland beteiligt. Durch das Projekt wurden mindestens fünf neue, zum Teil ständige Stabsstellen geschaffen.


Gesamtinvestitionen und EU-Mittel

Die Gesamtinvestitionen für die Projekterweiterung von Baltic COMPASS betragen 6 603 210 EUR, an denen sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung mit 4 351 748 EUR im Rahmen des operationellen Programms „Ostseeraum“ für den Programmplanungszeitraum 2007 bis 2013 beteiligt hat.


Datum des Entwurfs

22/05/2015

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