Neue Verkehrsschnittstelle im südlichen Ostseeraum

Das Projekt INTERFACE und sein Ableger INTERFACE PLUS haben zur territorialen Zusammenarbeit beim Thema Verkehr im südlichen Ostseeraum beigetragen, indem sie lokale Behörden, Häfen, Fährbetreiber und Tourismusorganisationen zusammengebracht haben, um grenzüberschreitende Verbindungen zu verbessern. Sie haben die Verkehrsmittel zu einem einzigen Produkt zusammengefasst, Verbindungen entwickelt und den Service für Fußpassagiere auf Fähren verbessert.

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Das Philharmonische Orchester Rostock bei der Auftaktveranstaltung für das InterCombi-Ticketsystem (c) Andreas Schubert, Hansestadt Rostock Das Philharmonische Orchester Rostock bei der Auftaktveranstaltung für das InterCombi-Ticketsystem (c) Andreas Schubert, Hansestadt Rostock

" Ich reise gern. Dänemark und Schweden gehören zu meinen Lieblingszielen. Ich bin mit den Mängeln des Fährverkehrs früherer Zeiten wohl vertraut und freue mich sehr, dass sich die Dienste und Einrichtungen für Fußpassagiere sehr geändert haben und jetzt das Reisen einfacher und komfortabler ist. Das InterCombi-Ticket gehört zu den neuen Marktideen, die wirklich Sinn machen. Ich reise jetzt bequemer. "

Tilman Schubert, grenzüberschreitender Passagier aus Rostock

Durch das InterCombi-Ticket können Fußpassagiere zwischen Rostock (Deutschland) und Nykøbing (Dänemark) mit einer einzigen Fahrkarte mit Bussen und Fähren verschiedener Betreiber reisen. Im Entwicklungszeitraum wurden ca. 10 000 Fahrkarten verkauft. Die auf Dänisch, Deutsch und Englisch verfügbare Website intercombi-ticket.de bietet Fahrplaninformationen und ermöglicht Passagieren, ihre Fahrt bis zu zwei Stunden vor der Abfahrt zu buchen.

Erster Fahrplan seiner Art

INTERFACE PLUS hat das Problem gelöst, indem es Daten für verschiedene Transportmittel, Betreiber und Länder über eine zentrale Stelle erfasst, austauscht und integriert und so den Datenaustausch zwischen Deutschland und Dänemark ermöglicht hat. Die Daten werden für Fahrplaninformationen und Haltestellenanzeigen verwendet. Das Projekt hat auch den dänischen Hafen Gedser in das deutsche Fahrplaninformationssystem integriert, während Rostock in das dänische System aufgenommen wurde.

INTERFACE hat das erste multimodale grenzüberschreitende Echtzeitfahrplaninformationssystem in Europa eingeführt. Für den deutschen öffentlichen Verkehr sind Echtzeitvorhersagen von ungefähr einer Stunde möglich, für skandinavische Fähren von bis zu sechs Stunden.

Ein Fährinformationssystem in Echtzeit

INTERFACE PLUS hat ein Fährinformationssystem in Echtzeit entwickelt, das die Bordgeräte nicht stört. Es verbindet Daten automatischer Identifikationssysteme und Streckenanalysen sowie Betriebsbedingungen, um präzise Vorhersagen zu treffen. Das Projekt hat darüber hinaus den DFInet-Server ausgebaut, der für den öffentlichen Verkehr in Rostock entwickelt wurde, um Echtzeitfunktionalitäten mit Anbindungsinformationen aufzunehmen.

Eine Studie hat die Möglichkeit untersucht, den 2011 eingestellten Passagierverkehr zwischen Darłowo und Ustka in Polen sowie Nexø auf Bornholm wiederaufzunehmen. Sie hat den Markt in Augenschein genommen, ein Fährverbindungskonzept entworfen, öffentliche Unterstützungsszenarien und rechtliche Aspekte berücksichtigt sowie Gewinn und Verlust berechnet. Ihre Vorschläge trugen zur Wiederaufnahme der Strecke zwischen Darłowo und Bornholm bei.

Im Rahmen des Projekts wurde auch portlink.eu entwickelt, ein Onlineportal für öffentliche Verkehrsverbindungen zwischen Fährterminals und Stadtzentren; derzeit deckt es 15 Ziele ab. Nachdem der Nutzer einen Hafen ausgewählt hat, wird ihm eine interaktive Karte mit Details zu Strecken und Entfernungen zwischen dem Terminal und Zustiegspunkten öffentlicher Verkehrsmittel sowie weitere Informationen, z. B. zu Betreibern, Fahrplänen, der verwendeten Währung, Preisen, Entfernung, Dauer, Haltestellen und Barrierefreiheit für Menschen mit eingeschränkter Mobilität angezeigt.


Gesamtinvestitionen und EU-Mittel

Die Gesamtinvestitionen für die Projekte INTERFACE und INTERFACE PLUS belaufen sich auf 4 381 925 EUR, an denen sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung mit 3 510 695 EUR im Rahmen des operationellen Programms „Südlicher Ostseeraum“ für den Programmplanungszeitraum 2007 bis 2013 beteiligt.


Datum des Entwurfs

15/09/2015