Niedrigstenergie-/Passivhaus

Ein neues Ausbildungszentrum für Ressourcen in einer abgelegenen Bergregion der Tschechischen Republik wurde zum Aushängeschild für den Entwurf moderner „Passivhäuser“ in Kombination mit traditioneller Bauweise und traditionellen Baumaterialien. Das Zentrum für nachhaltige ländliche Entwicklung in Hostetin verbraucht sage und schreibe 80 % weniger Energie als konventionelle Gebäude.

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Ein Passivhaus verbraucht 80 % weniger Energie als ein herkömmliches Gebäude Ein Passivhaus verbraucht 80 % weniger Energie als ein herkömmliches Gebäude

„Das im September 2006 fertig gestellte Zentrum in Hostetin ist nach wie vor das einzige öffentliche Gebäude in der Tschechischen Republik, das als ‚Passivgebäude’ eingestuft werden kann.“
Yvonna Gaillyová, Direktion des Umweltinstituts Veronica

Das im September 2006 fertig gestellte Zentrum bietet praktische Ausbildungslehrgänge und Schulungen für Behörden, die allgemeine Öffentlichkeit und Unternehmen, die ähnliche Initiativen auf regionaler oder nationaler Ebene durchführen. Das Zentrum lockt zahlreiche Besucher von nah und fern an, die etwas über nachhaltige Entwicklung lernen möchten und dient seinem kleinen Gästehaus als Gemeinschaftszentrum.

Ein grünes Modelldorf

Hostetin war lange Zeit Partner von Umweltprojekten, die von Solarenergie bis zu Gebäudeisolierung mit Strohballen usw. reichen. Sein neues Zentrum setzt diese Tradition fort und entwickelt sich zu einer Institution für lebenslanges Lernen in Sachen Umwelt – insbesondere im Bereich der Energieeffizienz von „Passivhäusern“. Es wurde von Skanska CZ gebaut, das mit dem Management des Zentrums, dem Umweltinstitut Veronica (Tschechischer Naturschutzbund), einen Vertrag geschlossen hat. Die EU-Fördermittel deckten 54 % der Kosten.

Ein weiteres Ziel bestand darin, eine Plattform zu schaffen, die regionale Nachhaltigkeitsprojekte in der Provinz Zlin – eine Region, in der es kaum Beschäftigungsmöglichkeiten gibt und die Bevölkerung rückläufig ist – verwalten soll. Die Mehrheit der 36 Arbeiter und Handwerker stammten aus der Gegend und standen unter der Aufsicht eines qualifizierten Bauleiters. Wenn immer es möglich ist, wird auf lokale Zulieferer und Materialien zurückgegriffen, um die Baukosten niedrig zu halten und die Wirtschaft vor Ort zu unterstützen – so kommen etwa Lärchenholz aus den Wäldern der Umgebung für Verschalungszwecke des Gebäudes zum Einsatz oder Lehmziegeln, die von alten Bauernhöfen vor Ort recycelt wurden.

Das Zentrum wurde nach den modernsten Baustandards gebaut, um den Energieverbrauch für die Raumbeheizung zu senken, etwa durch eine Superisolierung und Dreifachverglasung zur Wärmedämmung. Es ist außerdem ein luftdichtes Gebäude, das ein Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung and Systeme zur Verringerung des Wasserverbrauchs und für künstliche Beleuchtung besitzt.

Ort für 5 000 öffentliche Veranstaltungen jährlich

Das Zentrum in Hostetin – es verfügt über einen Vortragssaal mit 45 Sitzplätzen, Büros, eine Bibliothek, Raum für kreative Workshops und ein Gästehaus mit 10 Zimmern – lockt mehrere tausend Besucher jährlich an, die etwas über Energieeffizienz und ökologische Nachhaltigkeit durch die Verwendung von umweltfreundlichen Materialien lernen möchten. Darüber hinaus ist es das erste Passivgebäude, das mit EU-Fördermitteln unterstützt wird und das erste nicht-private Passivhaus in der Tschechischen Republik.

Das Zentrum bietet fünf feste Arbeitsplätze für Projekt- und Kursleiter in Voll- und Teilzeit und Verwaltungsangestellte. Es verbraucht jährlich weniger als circa 15 KWh pro Quadratmeter für die Raumbeheizung; die Energie dafür liefern das städtische Biomasse-Heizkraftwerk und die Solaranlage des Zentrums.

Datum des Entwurfs

14/01/2010