Förderung von Trolleybussen als Zukunft des innerstädtischen Verkehrs

Ein paneuropäisches Projekt lenkt die Aufmerksamkeit auf das Potenzial von Trolleybussen als umweltfreundliches und wirtschaftliches Transportmittel für Städte und Regionen in Mitteleuropa.

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Moderne Trolleybusse können für einen intelligenten, umweltfreundlichen innerstädtischen Verkehr sorgen Moderne Trolleybusse können für einen intelligenten, umweltfreundlichen innerstädtischen Verkehr sorgen

Trolleybusse verursachen keine Luftverschmutzung, fahren geräuscharm und sind kostengünstig. Obwohl weltweit derzeit 40 000 Trolleybusse in Betrieb sind – darunter in vielen mitteleuropäischen Städten – haben sie in den letzten Jahren an Beliebtheit eingebüßt. Trotz dieses Rückgangs haben Trolleybusse das Potenzial, im Zuge der Verlagerung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor auf solche mit Elektromotor in den innerstädtischen Verkehrssystemen von morgen eine tragende Rolle zu spielen. Vorher müssen jedoch technische und ökologische Herausforderungen überwunden werden und dieses vielfältige Transportmittel braucht bei Gemeindebehörden und in der Öffentlichkeit ein neues Image.

Das dreijährige Projekt „TROLLEY – Promoting electric public transport“ will auf das Wissen aus in Mitteleuropa bestehenden Trolleybussystemen zurückgreifen, um ihre Modernisierung anzuregen und ihre vielen Vorteile in anderen Städten in ganz Europa zu fördern.

Ein neues, umweltfreundliches Image

Das Projekt hat neun europäische Partner aus sechs Ländern (Österreich, Tschechische Republik, Deutschland, Ungarn, Italien und Polen), die im Bereich elektrische öffentliche Verkehrsmittel tätig sind, zusammengebracht.

Im Rahmen des Projekts wurden gemeinsame Machbarkeitsstudien durchgeführt, die das Ziel hatten, Trolleybusse energieeffizienter zu machen oder in Stadtgebieten ein schnelleres Fahren mit Trolleybussen zu ermöglichen. Außerdem entwickelten die Partner Europas ersten Batterie-Hybrid-Trolleybus. Das in Eberswalde (Deutschland) im August 2012 eingeführte Fahrzeug kann über die Oberleitung oder über eine Lithiumionenbatterie mit Strom versorgt werden.

Es wurden auch Initiativen durchgeführt, um die Vorteile der Trolleybussysteme hervorzuheben, darunter eine Informationskampagne namens „ebus: the smart way“ sowie ein jährlich stattfindender Europäischer Trolleybustag (ETD). Zu dem im Rahmen der Mobilitätswoche abgehaltenen Trolleybustag kamen Tausende Besucher in Partnerstädte wie Salzburg, Brünn, Eberswalde, Gdingen, Parma, Leipzig und Szegedin.

Austausch von Know-how und Instrumenten

Das Projekt, das im März 2013 endete, hinterlässt hauptsächlich die Dokumentation, die das Fachwissen und Know-how, die im Verlauf der drei Projektjahre entwickelt wurden, enthält. Dazu gehören drei E-Learning-Module (Trolleybus-Grundlagen, Energiespeicherung und Einführung von Trolleybussystemen), ein Leitfaden zur Nutzung gemeinsamer Trolleybus-Straßenbahn-Netzwerke und ein Leitfaden zum Austausch von Dieselbussen. Sie alle stehen im mitteleuropäischen „Trolleybus Knowledge Centre“ zur Verfügung, einer Informationsplattform zu Trolleybussen, über die man mit einer Reihe von Experten Kontakt aufnehmen und auf eine Bibliothek mit Ressourcen zu Trolleybussystemen zugreifen kann – auch das Knowledge Centre wurde dank des Projekts eingerichtet.

Das Projekt konzentrierte sich auf die vielen positiven Aspekte der Trolleybusse, einschließlich der Umweltfreundlichkeit, die bei der Planung der innerstädtischen Verkehrssysteme von morgen eines der Hauptanliegen ist. Da der Verkehr für 40 % der Luftverschmutzung in Salzburg verantwortlich ist, ist Alexandra Weiss von der Salzburg AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation, der die Projektleitung oblag, überzeugt, dass ein Bedarf für Projekte wie TROLLEY besteht, um „nachhaltige Impulse für die Umstellung von mit fossilen Kraftstoffen angetriebenen Verkehrsmitteln auf öffentliche Verkehrsmittel mit Elektroantrieb zu geben.“


Gesamtinvestition und EU-Mittel

Die förderfähigen Gesamtkosten des Projekts „TROLLEY – Promoting electric public transport“ betragen 4 187 746 EUR, an denen sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung unter der Prioritätsachse 2 „Verbesserung der Erreichbarkeit von und in Mitteleuropa“ des Programms für territoriale Zusammenarbeit „Mitteleuropa“ mit 3 273 112 EUR für den Zeitraum 2007 bis 2013 beteiligt.


Datum des Entwurfs

28/08/2013