Neue Donaubrücke soll internationalen Verkehr erleichtern

Eine neue Brücke über der Donau an der 430 km langen Grenze zwischen Bulgarien und Rumänien soll 2011 in Betrieb gehen. Als Straßen- und Eisenbahnbrücke zwischen Vidin und Calafat wird sie für eine der prioritären Achsen im transeuropäischen Verkehrsnetz (TEN-T) ein wichtiges Bindeglied darstellen.

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Panorama über den Fluss und die neue Donaubrücke Panorama über den Fluss und die neue Donaubrücke

„Die Brücke schafft ein hervorragendes Umfeld zur Förderung des kombinierten Transports, indem umweltfreundliche Logistik-Lösungen für den Straßen- und Eisenbahnverkehr über den Fluss entstehen.“
Vessela Gospodinova, stellvertretende bulgarische Verkehrsministerin, 2008

Konkret wird die Brücke dafür sorgen, dass Fernverkehr und Handel zwischen Südosteuropa, der Türkei und Mitteleuropa künftig unproblematischer verlaufen. Die Planer versprechen sich von den Investitionen in das Projekt ebenfalls eine Förderung der lokalen Wirtschaft und die Schaffung von Arbeitsplätzen.

Fähren künftig überflüssig

Bislang gab es zwischen Vidin in Bulgarien und Calafat in Rumänien regelmäßige Fährverbindungen über die Donau. Doch dieser Fährdienst kann dem steigenden Verkehrsaufkommen zwischen Bulgarien und Rumänien und weiteren Ländern nicht mehr gerecht werden. Entsprechend verständigten sich die beiden Länder im Juni 2000 darauf, an dieser Stelle eine neue Brücke zu bauen.

Eines der wichtigsten Ziele besteht darin, zwischen Bulgarien und Rumänien wieder einen grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehr einzurichten. Darüber hinaus wird die neue Brücke, die im Übrigen erst die zweite Brücke im gemeinsamen Donauabschnitt der beiden Länder darstellt, auch für eine bessere Anbindung des bulgarischen Straßen- und Schienennetzes an das transeuropäische Verkehrsnetz sorgen. Und Deutschland erhält so eine Verbindung zu Griechenland und der Türkei.

Die Gesamtkosten des Projekts werden auf 226 Millionen € geschätzt, von denen die EU 70 Millionen € übernimmt. Die Bauarbeiten begannen im Februar 2007 und werden 2011 abgeschlossen sein. Ziel ist eine kombinierte Straßen- und Eisenbahnbrücke – mit zwei Spuren in beide Richtungen für den Straßen- und einer Spur für den Eisenbahnverkehr. Zudem ist auf beiden Seiten jeweils ein Überweg für Fußgänger und nicht motorisierte Fahrzeuge sowie eine Rettungsspur geplant.

Erleichterung für den internationalen Verkehr

Die Bauarbeiten für die Calafat-Vidin-Brücke sind in vollem Gange. So sind die Fundamente, die Stützpfeiler und die Segmente des ersten Brückendecks bereits fertiggestellt. Auch die wichtigsten Straßen auf der bulgarischen Seite sind im Wesentlichen vollendet.

Derzeit werden ein kurzer bereits vorhandener Schienenabschnitt saniert und über 9 km Schienenstrecke neu gebaut und elektrifiziert. Dies erfolgt in Zusammenarbeit mit den Infrastrukturunternehmen der nationalen Eisenbahnen. Hinzu kommen verschiedene Rangiergleise – neben dem Bau eines neuen Güterbahnhofs an der Grenze.

Der kombinierte Straßen- und Eisenbahnabschnitt wird eine Gesamtlänge von bis zu 1 440 m aufweisen, zuzüglich der 1 040 m langen Vorlandbrücke für den Eisenbahnverkehr. Als gutes Beispiel der bilateralen Zusammenarbeit zwischen Bulgarien und Rumänien dürfte die Brücke damit einen bisherigen Engpass für den internationalen Fernverkehr nach Rumänien und Mitteleuropa beseitigen.


Datum des Entwurfs

16/01/2010