SHIFT-X: 6 europäische Städte und Regionen ziehen Nutzen aus industriellem Erbe

In einem länderübergreifenden Kooperationsprojekt wird die negative Wahrnehmung ehemaliger Industriestandorte bekämpft und versucht, die Industriekultur zum Vermögenswert umzuwandeln

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Neue Wahrnehmungen - Brikettfabrik Louise in Domsdorf, Deutschland. © Karsten Feucht, excursio Welzow Neue Wahrnehmungen - Brikettfabrik Louise in Domsdorf, Deutschland. © Karsten Feucht, excursio Welzow

Zahlreiche ehemalige Industrieregionen, die einst im Mittelpunkt der wirtschaftlichen Entwicklung im Mitteleuropa standen, müssen sich in Zeiten der Globalisierung und des wirtschaftlichen Wandels neu aufstellen. Vor diesem Hintergrund sind sechs mitteleuropäische Städte und Regionen mit langer Industrietradition eine Kooperation mit zwei auf den Gebieten der regionalen Entwicklung und des Erhalts des kulturellen Erbes spezialisierten Einrichtungen eingegangen, um das Projekt SHIFT-X auf die Beine zu stellen. Ziel der Zusammenarbeit ist, Wege und Methoden zu erarbeiten, mit denen sich das industrielle Erbe zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung sowie zur Veränderung des sozialen Umfelds und der gesellschaftlichen Wahrnehmung nutzen lässt.

Erarbeitung und Umsetzung von Konzepten für Management und Öffentlichkeitsarbeit

SHIFT-X beschäftigt sich mit drei Themenfeldern: Verbesserung der Strukturen des kulturellen Managements, Innovation von kulturbasierten Produkten und Veränderung der gesellschaftlichen Wahrnehmung von ehemaligen Industriestandorten. Die wichtigsten Aktivitäten umfassen den Erfahrungsaustausch hinsichtlich der Erarbeitung von Konzepten und Tools sowie ihre Umsetzung. Darüber hinaus soll die Öffentlichkeitsarbeit die Gesellschaft für dieses Thema sensibilisieren. 

Mithilfe von Managementkonzepten, die im Rahmen des Austausches von bewährten Vorgehensweisen erarbeitet wurden, sind die Partnerregionen von SHIFT-X jetzt in der Lage, ihr industrielles Erbe zu erhalten, zu fördern und sinnvoll zu nutzen. Die Konzepte werden in Pilotprojekten – wie innovative Design- und Produktentwicklungsinitiativen auf Basis des industriellen Erbes – getestet. Oberstes Ziel ist dabei, das industrielle Erbe zu einem Vermögenswert umzuwandeln und damit die nachhaltige Entwicklung strukturschwacher Regionen voranzubringen.

Nachhaltigkeit für die Zukunft

Neben der Erarbeitung von Konzepten und Ansätzen für das kulturelle und industrielle Erbe beschäftigen sich die Kooperationspartner mit der Organisation von Aufklärungskampagnen zum Thema Industrieerbe sowie mit der Entwicklung einer „Europäischen Strategie für die Förderung des industriellen Erbes“. Außerdem wird 2014 eine europäische Route der Industriekultur stattfinden.

„Industriekultur ist eine große Chance, der wegbrechenden Kulturbegeisterung der jungen Generationen entgegenzuwirken. Industriekultur nimmt inzwischen eine immer bedeutendere Stelle im Kulturtourismus ein. ERIH, die Europäische Route der Industriekultur, begrüßt es ausdrücklich, dass es europäische Initiativen und Projekte wie SHIFT-X gibt, die sich darum kümmern, Verständnis für das industriekulturelle Erbe zu fördern und seine Bekanntheit auf allen Ebenen zu erhöhen: lokal, regional, national, europaweit.“

Prof. Dr. Meinrad Maria Grewenig, Geschäftsführer des Weltkulturerbes Völklinger Hütte, Präsident der ERIH – Europäische Route der Industriekultur


Gesamtinvestitionen und EU-Mittel

Die förderfähigen Gesamtkosten des Projekts „SHIFT-X: Das Kulturerbe als Mittel zur Förderung des wirtschaftlichen und sozialen Wandels alt-industrieller Regionen“ betragen 1 751 653 EUR, an denen sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung mit 1 365 375 EUR im Rahmen des operationellen Programms „MITTELEUROPA“ im Programmzeitraum 2007-2013 beteiligt.


Datum des Entwurfs

26/05/2014