ORGANEXT: Die nächste Solarzellengeneration

Die Nutzung organischer Nanomaterialien, beispielsweise ultradünner Solarzellen, hat ein gewaltiges Marktpotenzial. Um dieses Potenzial auszuschöpfen, hat ORGANEXT Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Politiker mit dem Ziel zusammengebracht, nachhaltige Anwendungen im Bereich der erneuerbaren Energien und in der Nanoelektronik zu entwickeln.

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Flexible Solarzellen Flexible Solarzellen

Unter Beteiligung von Projektpartnern aus Belgien, Deutschland und den Niederlanden hat ORGANEXT Arbeitsplätze geschaffen, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern verringert sowie die wirtschaftliche und ökologische Nachhaltigkeit von Produktionsprozessen bei einer Vielzahl von Produkten verbessert. Die Ziele von ORGANEXT entsprechen voll und ganz der Strategie Europa 2020, die die Notwendigkeit betont, auf nachhaltige Weise Wirtschaftswachstum zu erreichen.

Austausch von Know-how

Organische Nanomaterialien bieten Potenzial für intelligente und nachhaltige Lösungen in zahlreichen Branchen. Bis vor Kurzem hatten aber nur öffentliche Forschungseinrichtungen das erforderliche Know-how auf diesem Gebiet. ORGANEXT bot zum allerersten Mal Unternehmen eine Plattform, um von diesen Einrichtungen zu lernen und mit Spitzentechnologie auf Basis organischer Materialien neue Produkte entwickeln und auf den Markt bringen zu können.

Im Rahmen des Projekts wurden die Stärken verschiedener regionaler Forschungseinrichtungen in einem virtuellen Euregionalen Analyselabor für Nanomaterialien gebündelt, in dem jeder Partner seine spezifischen Kompetenzen hatte. Dies war eine kosteneffiziente Lösung, die die Nutzung organischer Materialien förderte und zur Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern beitrug. Außerdem erhielten kleine und mittlere Unternehmen (KMU) Zugang zu hochmoderner Ausrüstung und aktuellem Know-how.

Während der vierjährigen Laufzeit des Projekts wurden mit kostengünstigen Herstellungsverfahren elektrooptische Anwendungen wie intelligente Beschichtungen, Biosensoren, elektrische Schaltkreise und Solarzellen entwickelt. Diese kostengünstigen Herstellungsverfahren haben einen Anstoßeffekt bewirkt, weil sie KMU die Möglichkeit geben, in den Wettbewerb und den Markt einzutreten, umweltfreundliche Arbeitsplätze zu schaffen und die Biowirtschaft zu stärken.

Außerdem konnte mit viel weniger Material die gleiche Funktionalität erreicht werden, was zu einer nachhaltigeren Nutzung von Ressourcen geführt hat.

Interessante Innovationen

Technische Innovation – sowohl bei druckbaren Elektronikkomponenten als auch bei organischen Solarzellen – ist ein Hauptkennzeichen von ORGANEXT. Ein interessantes Beispiel ist das organische fotovoltaische Fenster für das nachhaltige Haus der Zukunft. Ein weiteres Beispiel ist die druckbare Solarzelle, die in Textilien und sogar in gekrümmte Flächen eingebettet werden kann.

Die im Rahmen von ORGANEXT erzielten Fortschritte sind in der Tat so beeindruckend, dass Experten heute prophezeien, dass das Projekt zur Entwicklung der nächsten Generation von Solarzellen führen könnte.

Ein weiteres Hauptkennzeichen von ORGANEXT sind Aufklärungs- und Schulungsinitiativen, bei denen die Wirtschaft über das Potenzial organischer Nanomaterialien informiert wird. Junge Forscher bilden ebenfalls eine Zielgruppe, um das Konzept der Biowirtschaft in der EU zu fördern und weiterzuentwickeln.

Die Ergebnisse sprechen für sich. Im Rahmen von ORGANEXT haben über 43 Unternehmen Produktentwicklungs- und Testprozesse eingerichtet, und 1 670 Personen haben unmittelbar an grenzüberschreitenden Kooperationsprojekten teilgenommen. Es sind 76 Maßnahmen zur Aufklärung und Information von Partnern aus der Wirtschaft über die wirtschaftlichen und ökologischen Möglichkeiten durchgeführt worden. Insgesamt sind 663 Personen ausgebildet worden. Damit wurde das ursprüngliche Ziel von 270 Personen übertroffen.

Außerdem wurde ein breites Publikum über die Wirkung des Projekts informiert. Beispielsweise sind die Projektergebnisse in insgesamt 52 wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht worden.

Diese Ergebnisse deuten alle darauf hin, dass ORGANEXT das Potenzial hat, Europa an die Spitze eines wichtigen Segments der Biowirtschaft zu setzen.

Aufgrund des Erfolgs von ORGANEXT ist das Projekt in einer Benchmark-Studie der OECD über grenzüberschreitende Innovationspolitik bereits als Beispiel für vorbildliche Praktiken präsentiert worden.

„ORGANEXT bringt Spitzenforschungseinrichtungen, Unternehmen und Politiker der Euregio Maas-Rhein zusammen, um organische Optoelektronik und Solarzellen für eine intelligente und nachhaltige Zukunft zu entwickeln.“

  • Prof. Dr. Jean V. Manca von der Universität Hasselt (ORGANEXT-Projektkoordinator)

Gesamtinvestitionen und EU-Mittel

Die Gesamtinvestitionen für das Projekt „ORGANEXT“ betragen 7 491 457 EUR. Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung beteiligt sich im Rahmen des operationellen Programms „INTERREG IV-A Euregio Maas-Rhein“ für den Programmplanungszeitraum 2007-2013 mit 3 745 728 EUR daran.


Datum des Entwurfs

31/01/2014