Das Musée du Doudou zeigt die rituelle Kirmes und die Legende des Heiligen Georg

In der Wallonie (Belgien) hat Mons den ehemaligen Mont de Piété in ein Museum verwandelt, das dem Doudou, der rituellen Kirmes der Stadt gewidmet ist. Bei diesem jährlich am Trinitatis-Sonntag stattfindenden Fest wird der Mythos des Heiligen Georg, des Drachentöters, gefeiert. 2005 wurde die Ducasse de Mons von der UNESCO als „mündliches und immaterielles Erbe der Menschheit“ anerkannt. Das Musée du Doudou ermöglicht, durch einen interaktiven und virtuellen Rundgang die althergebrachten lokalen Traditionen zu entdecken. Mehrere direkte und indirekte Arbeitsplätze wurden dadurch geschaffen. Die Besuche durch Touristen sind angestiegen.

 Weitere Extras

 
Das Musée du Doudou beherbergt ein Interpretationszentrum der Ducasse de Mons, ein jährlich stattfindendes, traditionelles Fest, das von den Bewohnern sehr geschätzt wird.  © Serge Brisson Das Musée du Doudou beherbergt ein Interpretationszentrum der Ducasse de Mons, ein jährlich stattfindendes, traditionelles Fest, das von den Bewohnern sehr geschätzt wird. © Serge Brisson

" Das Museum richtet sich sowohl an die Monser, die den Doudou schon kennen, als auch an Touristen aus dem Ausland, die das Fest erst entdecken. Die Mission, die Tradition der Monser Kirmes von Generation zu Generation weiterzugeben, ist hier zentral. "

Manuela Valentino, Konservatorin des UNESCO-Weltkulturerbes, Stadt Mons

Am Trinitatis-Wochenende gehen Tausende Besucher auf die Straßen, um der Ducasse de Mons beizuwohnen. Auf diesem Fest wird die Geschichte der Stadt über die Figur der Gründerin, die Heilige Waltraud, gefeiert. Auf das Herunterholen des Reliquienschreins und die Prozession folgt eine Inszenierung des „Lumeçon“ genannten Kampfes, in dem der Heilige Georg den Drachen besiegt.

Das Musée du Doudou lädt ein, diese Monser Tradition bei einem Interpretationsrundgang mit Erklärungen, Filmen, Objekten und Musik zu entdecken. Ebenfalls angeboten werden pädagogische Aktivitäten, die dem Alter der Teilnehmer angepasst sind.

Das im ehemaligen Mont de Piété untergebrachte Musée du Doudou liegt nur wenige Schritte von der Grand‘Place Mons entfernt im Jardin du Mayeur. Das Interpretationszentrum bündelt mehrere Blickwinkel: historisch, anthropologisch, wissenschaftlich, künstlerisch, laizistisch und religiös. Während des Besuchs können die Besucher die wichtigsten Momente des Fests entdecken. Sie verstehen die Bedeutung und den Belang in den Augen der Monser, der Touristen und Besucher. 

Das Museum zeigt die wichtigsten Punkte zum Verständnis der Stimmung in der Stadt während der Ducasse: Jedes Jahr am Trinitatis-Sonntag im Mai oder Juni, je nach Kalender, versammeln sich die Menschen auf der Grand‘Place vor dem Hôtel de Ville, um dem Heiligen Georg beim Todesstoß, den er dem Drachen versetzt, zu applaudieren. Die Besucher des Musée du Doudou verstehen, wie wichtig dieses rituelle Fest für die Identitätsgefühle der Monser ist.

Seit der Eröffnung Mitte 2015 im Rahmen von „Mons 2015: Europäische Kulturhauptstadt“ ist das Musée du Doudou zum Besuchermagneten geworden. 2016 waren es 15 000 und 2017 von Januar bis November bereits 14 000. „Das Museum wird hauptsächlich von den Einheimischen und Touristen besucht, meistens Familien mit Kindern. Jedes Jahr wird eine spezielle Mediationsarbeit von den Mediatoren von Dynamusée (Bildungsdienst des Museumsbereiches Mons) durchgeführt, die hauptsächlich vor dem Fest Schülergruppen durch das Museum führen. Das Geburtstagsprogramm für den Mittwochnachmittag ist ebenfalls ein großer Erfolg,“  erklärt Manuela Valentino, Konservatorin des UNESCO-Weltkulturerbes der Stadt Mons. 

Um den Bedarf der Touristen abzudecken, wurden Führungen in mehreren Sprachen organisiert: Französisch, Englisch, Niederländisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch und Chinesisch. Wirtschaftlich gesehen hat die Attraktivität des Museums zur Eröffnung von ungefähr einem Dutzend Läden rund um die Grand‘Place und in den umliegenden Straßen geführt. Zudem konnten so direkte Vollzeit- und Teilzeitstellen geschaffen werden: Konservatorin des UNESCO-Weltkulturerbes und Assistent, ein Animator, zwei Rezeptionisten, zwei Sicherheitsbeauftragte. Mehrere weitere Berufsgruppen profitieren ebenfalls davon: unabhängige Reiseführer und Wartungspersonal. 

Zudem hat das Museum zur Schaffung indirekter Stellen beigetragen, beispielsweise durch die Herstellung von Souvenirs und Publikationen für den Shop durch regionale Unternehmen. Außerdem hilft es, Synergien mit anderen Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie dem Glockenturm, zu schaffen. 


Gesamtinvestition und Finanzierung durch die EU

Das Projekt „Musée du Doudou de Mons“ profitierte von einer Gesamtinvestition von 3 729 088 EUR. Der Beitrag des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung betrug 1 478 359 EUR im Rahmen des operationellen Programms „Wallonie (Hainaut)“ für den Programmplanungszeitraum 2007-2013.

 


Datum des Entwurfs

11/12/2017