Unternehmen wieder in die Stadt locken

RegioStars 2010 FinalistPieper – das ist der Ort eines Stadtsanierungsprojektes in Lüttich, das Unternehmen wieder in die ostbelgische Stadt locken soll. Der circa 1,2 Hektar große Standort entstand durch die Sanierung von zwei aneinander angrenzenden Industriebrachen, die zum Kern für die wirtschaftliche Erneuerung der gesamten Region geworden sind. Anders als traditionelle Wirtschaftsgürtel, die normalerweise aus Unternehmen der Schwerindustrie bestehen und sich am Stadtrand bilden, ist der Standort Pieper vollständig in die städtische Umgebung eingebettet.

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Da die „Business street“ eine öffentliche Straße ist, werden die dort ansässigen Unternehmen besser wahrgenommen. Copyright: Europäische Kommission Da die „Business street“ eine öffentliche Straße ist, werden die dort ansässigen Unternehmen besser wahrgenommen. Copyright: Europäische Kommission

„Wir haben schon zwei Unternehmen in unserem Wirtschaftspark – ein Unternehmen für Möbeldesign und ein Heizungsunternehmen (Heizpumpen und Solarplatten). Andere werden in Kürze dazukommen, so ein Unternehmen für Glasarbeiten und Installationen sowie ein Hersteller von Photovoltaikplatten.”
Jérôme Samain, SPI+-Projektleiter, zuständig für transnationale Zusammenarbeit

Ausschließlich Unternehmen, die in umweltfreundlichen Branchen arbeiten und grüne Politiken verfolgen, dürfen sich in der neuen „Business street“ von Pieper ansiedeln. Obwohl das Gelände streng der kommerziellen Nutzung vorbehalten ist, verfügt es über ein öffentliches Straßennetz, liegt in der Nähe eines Wohngebietes und ist allen Bürgern uneingeschränkt zugänglich. Bis 2010 waren circa 75 % der Grundstücke verkauft, womit die Lebensfähigkeit des Projekts und des Gebiets gesichert ist.

Integrität der Architektur und Umweltbewusstsein gefragt

Um für den Erwerb eines Grundstücks in Frage zu kommen, müssen die Unternehmen die Bestimmungen der städtischen Charta erfüllen, die strenge Auflagen für Baumaterialien vorsieht, Unternehmen eine Liste von Anregungen zum Öko-Management und anderen nachhaltigen Entwicklungsmaßnahmen bietet und gleichzeitig über Fördermöglichkeiten der Wallonie aufklärt. Unter anderem gibt es Vorschläge für Energie- und Wassermanagement sowie für Luft- und Wasserqualität. Das alles überspannende Ziel ist die Förderung der lokalen und regionalen Wirtschaft, wobei es darum geht, langfristig Investoren mit „grünen“ Werten anzuziehen.

Eine Lösung des 21.  Jahrhunderts

Der Standort Pieper liegt im Lütticher Viertel St.-Leonard, das im 18. und 19. Jahrhundert prosperierte. Nach dem Niedergang der Bergbauindustrie blieben hier mehrere, verseuchte Industriebrachen zurück. Das Projekt ist eine ergänzende Maßnahme zur Initiative des Lütticher Stadtrats von 1995 zur städtischen Erneuerung, die die Schaffung öffentlicher und grüner Räume sowie die Gründung eines Wirtschaftsinkubators forderte.

Das Projekt wird von SPI+  durchgeführt, der Agentur für Wirtschaftsförderung der Provinz Lüttich, die den Standort kaufte und für die Sanierung, Ausrüstung und den Grundstücksverkauf und die Organisation verantwortlich zeichnet. Die Agentur arbeitet mit einem großen Netzwerk von Partnern zusammen, darunter auch der Stadtrat von Lüttich, der für die gesamte Stadterneuerung des St.-Leonard-Viertels zuständig ist, der auf die Sanierung von Industriestandorten spezialisierte SPI+-Ableger Sorasi, Ausschüsse des Viertels und lokale Unternehmen sowie die Region Wallonie.

Das Projekt hat bereits weitere Stadterneuerungsprojekte durch SPI+ inspiriert und neue Partnerschaften und Kooperationen geschaffen. Darüber hinaus gibt es Anzeichen für eine mögliche Wiederholung des Projekts in Gebieten der Euregio Maas-Rhein.


Datum des Entwurfs

23/07/2010