ARSONIC – ein innovativer, ganz dem Ton gewidmeter Raum

In der Stadt wird die Lärmbelästigung als eines der größten Probleme angesehen, weshalb die Schaffung von speziell der Musik oder der Ruhe gewidmeten Räumen fast schon eine Notwendigkeit darstellt. In Mons, der europäischen Kulturhauptstadt 2015, gibt es nun einen innovativen Raum zum Erlernen und der Förderung der modernen Musik.

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Der ARSONIC-Hauptkonzertsaal mit der Bühne verfügt über drei Sitzbereiche. © RinoNoviello Der ARSONIC-Hauptkonzertsaal mit der Bühne verfügt über drei Sitzbereiche. © RinoNoviello

" Jedes Mal, wenn ich die Treppe hinuntersteige, die von den rot bezogenen Sesseln gesäumt wird, und diesen wunderbaren Konzertsaal betrete, habe ich das Gefühl, zu mir zurückzukehren … Arsonic ermöglicht den Musikern nicht nur, ihr gesamtes Talent auszudrücken, sondern lässt das Publikum auch mit ihnen in einer Zäsur kommunizieren – eine rare Gelegenheit einen Atemzug zu teilen. "

Ivan Vanaise, Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins „Les Amis d’Arsonic“

Eine Feuerwache, die zum Kunst- und Kulturzentrum wurde

Als der belgische Komponist, Musiker und Dirigent Jean-Paul Dessy 1988 nach Mons kam, bemerkte er, dass ein der Musik gewidmeter Ort fehlte. 2009 lancierte die Direction des Infrastructures Culturelles de la Fédération Wallonie-Bruxelles (Direktion für kulturelle Infrastruktur der Französischen Gemeinschaft Belgiens) einen Architekturwettbewerb, um das Designteam zu bestimmen, das diesen Mangel aus dem Weg räumen sollte. Die Bauarbeiten wurden 2015 abgeschlossen. Die Französische Gemeinschaft, die das Projekt mit 3 637 178 EUR mitfinanzierte (davon stammten 1 029 000 EUR vom Öffentlichen Dienst der Wallonie), setzte endlich den Traum des Ensembles Musiques Nouvelles um, indem sie ARSONIC, das Klanghaus, schaffte.

Das für diesen Raum gewählte Gebäude war ursprünglich das Zuhause eines Kavallerieregiments, danach wurde es von einem Beerdigungsinstitut und der Stadtfeuerwehr genutzt. Es liegt strategisch im Herzen der Stadt. Nach dem Komplettumbau des 2500 m2 großen Gebäudes beherbergt es nun einen großen Konzertsaal mit variabler Größe, einen Übungsraum und andere Räume, die zur musikalischen Interpretation zur Verfügung stehen.

Eine auf das Gehör abgestimmte Architektur

Im Hauptsaal finden 250 Personen Platz. Die zur Bühne herabführenden Sitzreihen und ein Balkon über dem Eingang ermöglichen es dem Publikum, die Künstler einzurahmen, was eine sofortige Nähe zu den Musikern schafft. Der Tonqualität wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Akustiker Eckhard Kahle eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet. 

Neben dem Hauptsaal umfasst ARSONIC die „Chapelle du silence“ (Stillekapelle), einen 50 m2 großen und 12,6 m bis zur Decke großen Raum, der zur Stille, zum Nachdenken und Meditieren einlädt, und die „Passage des rumeurs“ (Geräuschgang), eine lange Gewölbegalerie, die als Eingangshalle und Ausstellungsraum für verschiedene Installationen und Kleinkonzerte dient. Das Gebäude beherbergt ebenfalls einen Klangwundersaal für die Kleinsten, einen sechseckigen Übungsraum, Büros, Logen, ein digitales Geigenbauatelier und eine kleine Bibliothek.

Insgesamt führte das Projekt zur Schaffung zweier neuer Stellen.


Gesamtinvestition und Finanzierung durch die EU 

Die Gesamtinvestition für das Projekt „ARSONIC – La maison de l‘écoute“ beläuft sich auf 6 250 131 EUR, an der sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung mit 1 583 953 EUR im Rahmen des operationellen Programms „Konvergenz“ für den Programmplanungszeitraum 2007-2013 beteiligte.

 


Datum des Entwurfs

11/12/2017