Mit der Kaufkraft einer Stadt die lokale Innovation fördern

RegioStars 2013 FinalistDie Stadt Wien nutzt die Kaufkraft ihres Haushalts für die öffentliche Beschaffung, um lokale Innovation und Unternehmer zu unterstützen, indem sie diese dazu ermutigt, ihre Dienste der Stadt zur Verfügung zu stellen und Wien zu ermöglichen, als führender Markt für Innovationen aufzutreten.

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Das Projekt WienWin in der österreichischen Hauptstadt Wien zielt darauf ab, den Standort Wien als Innovationszentrum zu stärken, indem die Beschaffungstätigkeit der Stadt von ungefähr 5 Mrd. EUR jährlich genutzt wird, um innovative Unternehmen in der Region zu unterstützen.

Dadurch sind die öffentlichen Beschaffungsbehörden der Stadtverwaltung in der Lage, als Erstanwender oder -kunden aufzutreten und einen führenden Markt für innovative Waren und Dienstleistungen, die von lokalen Unternehmen und Forschungsinstituten angeboten werden, zu schaffen.

In Österreich sind nachfragegetriebene Instrumente für die Technologiepolitik in der Strategie für Forschung, Technologie und Innovation (März 2011) der österreichischen Regierung verankert. Die Gründung von Initiativen wie WienWin in ganz Österreich ist eine der Empfehlungen der Expertengruppe zum Thema „Förderung der Innovation durch die öffentliche Beschaffung“.

Das Projekt WienWin hat das Ziel, Wien zu einem „Treibhaus“ für Forschung und Innovation zu machen. In seinem Mittelpunkt steht die Partnerschaft zwischen der Technologieagentur der Stadt Wien GmbH, ZIT, und den Behörden der Stadtverwaltung. Es umfasst auch ein Netzwerk aus über 900 Experten in der Stadtverwaltung und circa 200 lokalen Innovationsunternehmen.

Politisch liegt WienWin im Verantwortungsbereich der für Finanzen und Wirtschaftswachstum sowie für Humanressourcen und öffentliche Beschaffung zuständigen Stadträte, um eine gut koordinierte Verwaltungs- und Strategieabsprache zu gewährleisten.

Das Herzstück der WienWin-Initiative ist die Datenbank für innovative Produkte und Dienstleistungen, die von Wiener Unternehmern und Forschungsinstituten angeboten werden. Diese steht über das Internetportal www.wienwin.at zur Verfügung, in dem man einen ersten Überblick über die verfügbaren innovativen Waren und Dienstleistungen erhält.

Um hohe Qualitätsstandards zu gewährleisten, stellt das Internetportal nur Produkte und Dienstleistungen vor, die entweder mit F&E-Mitteln aus regionaler, nationaler oder europäischer Förderung entwickelt wurden oder bei denen es sich um Lösungen handelt, deren Innovationsniveau von einer Expertenjury bestätigt wurde. Auf der Plattform sind ungefähr 250 Produkte und Dienstleistungen aufgeführt und die Anzahl wächst ständig. Bis Ende 2013 wird mit mindestens 500 innovativen Lösungen gerechnet.

Für den regelmäßigen Informationsaustausch zwischen der Stadtverwaltung und den Triebfedern der Innovation in Wien wurden geeignete Verfahren eingerichtet. Städtische Amtsträger und ZIT-Experten überwachen die Nachfrage der Stadt nach Innovation und stellen Informationen über geeignete lokale Lösungen zur Verfügung. Wenn die Amtsträger der Stadt an einem bestimmten innovativen Produkt oder einer Dienstleistung Interesse haben, werden die betroffenen Unternehmen aufgefordert, ihre Lösungen bei den so genannten City Talks persönlich vorzustellen. Seit 2010 haben über 50 City Talks mit über 730 Teilnehmern stattgefunden.

„Nachfragegetriebene Instrumente zur Stärkung von Forschung und Innovation erhalten immer mehr Aufmerksamkeit. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Studien und Richtlinien veröffentlicht und WienWin ist eine der ersten Initiativen, mit der diese Ideen in die Praxis umgesetzt werden“, erklärt Maga Renate Brauner, Vizebürgermeisterin von Wien und zuständig für Finanzen und Wirtschaftswachstum.

Die Stadt kann nun auf mindestens 36 Erfolgsgeschichten oder Fälle bewährter Verfahren verweisen, in denen von Wiener Unternehmen und Forschungsinstituten entwickelte innovative Lösungen von der Stadt Wien eingesetzt werden. Diese WienWin-Erfolgsgeschichten werden intensiv öffentlich bekannt gemacht, um mehr innovative Unternehmen dazu zu bewegen, ihr Angebot über die Internetseite zu registrieren.


Dieses Projekt ist dazu gedacht, den Wirtschaftsstandort Wien durch Innovation zu stärken, indem die Kaufkraft der Stadt Wien genutzt wird. Wir haben das Ziel, die öffentliche Beschaffung von innovativen Waren und Dienstleistung sowie von gemeinsamen Aktivitäten bei Forschung und Entwicklung durch die Stadtverwaltung, innovative Unternehmen und lokale Forschungsinstitute zu fördern. Bei WienWin handelt es sich um ein nützliches Konzept, das an andere Städte und Regionen angepasst werden kann.
Renate Brauner, Vizebürgermeisterin von Wien


Datum des Entwurfs

25/10/2012