Tradition trifft auf Wissenschaft, um Europas Gesundheit und Geschichte zu fördern

In Österreich wurde ein Projekt ins Leben gerufen, um die traditionelle Heilkraft von Pflanzen und Kräutern zu schützen, bevor das Wissen verloren geht.

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Produkte aus dem Projekt „Traditionelle europäische Heilkunde“. Produkte aus dem Projekt „Traditionelle europäische Heilkunde“.

" Das Projekt ‚Traditionelle europäische Heilkunde‘ hat die Region in hohem Maße beeinflusst und die zusätzliche Einkommensquelle für Produzenten wurde vor allem von den Frauen genutzt. Die abgehaltenen Kurse und die Verbreitung des traditionellen regionalen Wissens stärken die Identität der Region. Zu guter Letzt ist im Verlauf des Projekts ein Netzwerk bis weit über die Grenzen der Region hinaus entstanden. "

Astrid Hohenwarter, Leiterin, Saalachtal

In einer Gegend, die am besten für ihre atemberaubenden Berge und Skigebiete bekannt ist, arbeiten Forscher und Menschen, die altes Wissen dokumentieren wollen, Hand in Hand, um die biologische Vielfalt zu bewahren und althergebrachte Praktiken zu ergründen. Das Projekt „Traditionelle europäische Heilkunde“ ist rund um das Heilwissen des Pinzgaus in Salzburg aufgebaut. Es hat das Ziel, aus regionalem, traditionellem Heilwissen von Familien und Einzelpersonen in dieser Ecke Zentralösterreichs moderne Rezepte zu entwickeln. Die Projektbeteiligten hoffen, so lokale medizinische Pflanzen und ihre Anwendung schützen und auf dem Vertrauen, das die Menschen ihnen entgegenbringen, aufbauen zu können.

2010 fügte die österreichische UNESCO-Kommission das Wissen über die traditionelle Nutzung von Pflanzen aus dieser Gegend dem Verzeichnis der „immateriellen Kulturgüter“ hinzu. Die Studie zur traditionellen europäischen Heilkunde hat das Ziel, zu verstehen, wie Menschen die richtige Anwendung traditioneller Heilmittel in der Kindheit und Jugend kennenlernen. Die Studie sammelt traditionelle Informationen über Pflanzen und ihren medizinischen und Nährwert und analysiert diese Daten im Licht moderner wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Mehr Eigenständigkeit durch Arbeit und Bildung

Zu den bereits jetzt erkennbaren Vorteilen des Projekts „Traditionelle europäische Heilkunde“ gehören neue Beschäftigungsmöglichkeiten für Frauen und der Aufbau von drei neuen Kräuterhöfen und vier Kräutergärten. Ein neues Etikettierungssystem für Kräuterprodukte wurde entwickelt und 23 neue Kräuterprodukte wurden aus regionalen Kräutern hergestellt.

Zu dem Projekt gehört eine wissenschaftliche Studie der Universität Salzburg, die sich mit dem kulturellen Kontext traditioneller Heilkunde sowie den medizinischen Pflanzen selbst befasst. Der Einsatz traditioneller Pflanzen hat in dieser Region Salzburgs, in der auch neue Geschäftspartner im Bereich traditionelle Heilkunde aufgetreten sind, zugenommen.

In Zukunft wird dieses Projekt weiterhin die nachhaltige Beschäftigung – insbesondere von Frauen – sowie Ausbildungsprogramme unterstützen, um das Wissen immer weiter zu verbreiten.


Gesamtinvestitionen und EU-Mittel

Die Gesamtinvestitionen des Projekts „Traditionelle europäische Heilkunde“ betragen 183 000 EUR, an denen sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung mit 46 282 EUR für den Programmzeitraum 2007 bis 2013 beteiligt.


Datum des Entwurfs

12/12/2014