SEDDON – Die Verlandung der Donau aufhalten

Im EU-finanzierten Projekt SEDDON werden die Auswirkungen von Sedimenttransport und Flussmorphologie auf die Strömung der Donau untersucht und eine Reihe bewährter Praktiken für ein besseres Flussmanagement aufgestellt.

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Das Forschungsgerinne wird im Anschluss an das Projekt als Zuleitung für ein künftiges Wasserbaulabor genutzt. © Philipp Gmeiner Das Forschungsgerinne wird im Anschluss an das Projekt als Zuleitung für ein künftiges Wasserbaulabor genutzt. © Philipp Gmeiner

" Die Ergebnisse des Projekts sind für Interessenträger wie Wasserkrafterzeuger, Schifffahrt und Hochwasserrisikomanagement sowie Nationalparks, NRO und alle Bürger im Einzugsgebiet des Flusses von großer Bedeutung. All diese Beteiligten werden von den durch das Projekt SEDDON entwickelten Maßnahmen profitieren. Aus der Perspektive des Programms betrachtet ist SEDDON ein Vorzeigeprojekt, das die Bedeutung des Themas Gewässer für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit betont und insbesondere den verbindenden Charakter der Donau für Europa demonstriert. "

Tatjana Paar, Regionalmanagement Burgenland GmbH

Die Donau ist einer der wichtigsten Flüsse Europas. Aufgrund verschiedener Umwelteinflüsse ist der Zauber der Donau jedoch bedroht. So kommt es unter anderem zur Verlandung der Speicher von Wasserkraftwerken und auf freien Fließstrecken zur Sohleintiefung, wodurch der ökologische Zustand des Flusses verschlechtert und das Hochwasserrisiko sowie die Bedingungen für die Schifffahrt (z. B. die Fahrwassertiefe) beeinflusst werden. 

Das Management der Auswirkungen des Sedimenttransports wird dadurch erschwert, dass die Geschiebe auf ihrem Weg verschiedene Länder passieren. Ohne eine koordinierte Methode für Monitoring, Messung und Management des Sedimenttransports ist die Zukunft der Donau ungewiss.

Harmonisierung des Flussmanagements

Das EU-finanzierte Projekt SEDDON trug zur Harmonisierung des Flussmanagements zwischen Österreich und Ungarn bei. Im Mittelpunkt der gemeinsamen Anstrengungen stand eine Investition in die Flussinfrastruktur, wozu auch der Bau eines Forschungsgerinnes mit freiem Zufluss von bis zu 10 m³/s gehörte. Auf diese Weise konnten die Wissenschaftler den Sedimenttransport untersuchen und auf der Grundlage ihrer Ergebnisse nachhaltige und innovative Maßnahmen für eine Verbesserung der Situation entlang der gesamten Donau entwickeln.

Zum Abschluss des Projekts war es den Wissenschaftlern möglich, Vergleiche zwischen den Problemen an der Oberen und Mittleren Donau zu ziehen. Insbesondere wurden Merkmale wie steiles bzw. flaches Gefälle, Korngröße des Kies- bzw. Sandbetts und Gesamtgefälle verglichen, die bei der Bestimmung der Menge an akkumulierten oder erodierten Sedimenten als wichtige Indikatoren dienen. Anhand dieser Messwerte wurden durch das Projekt bewährte Praktiken für Mess- und Modellierungsstrategien samt standardisierten Protokollen und Handbüchern erarbeitet, die in allen Ländern entlang der Donau sowie für den Donaukanal verwendet werden können. In erster Linie wurden durch das Projekt folgende Ziele realisiert:

  •  Erarbeitung wissenschaftlicher Grundlagen für die Analyse von Sedimenttransportproblemen in Österreich und Ungarn;
  • Abstimmung der Mess- und Modellierungssysteme samt standardisierten Protokollen und Handbüchern;
  • Entwicklung praktischer Lösungsansätze für das Sedimentmanagement; 
  • Evaluierung der bestehenden Laboreinrichtungen und Messsysteme mit Empfehlungen für deren Optimierung.

Nutzen bis weit in die Zukunft

Im Anschluss an die Nutzung des Forschungsgerinnes durch das Projekt SEDDON wird das Gerinne als Zuleitung für ein Wasserbaulabor dienen, das Teil des Vorzeigeprojekts DREAM (Danube River Research and Management) der Strategie der Europäischen Union für den Donauraum ist und die Forschungsinfrastruktur im Donaubecken verbessern soll. Von den Erkenntnissen des Projekts profitieren auch die anderen Donauländer, denen die Ergebnisse und Managementstrategien von SEDDON verfügbar gemacht wurden.

Darüber hinaus erstreckt sich der Nutzen des Projekts auf verschiedene EU-Initiativen, bspw. die Richtlinie über erneuerbare Energien, die Hochwasserrichtlinie und die Wasserrahmenrichtlinie, sowie zahlreiche Akteure aus den Bereichen Wasserkraft, Schifffahrt und Hochwasserrisikomanagement, darunter auch Nationalparks und NRO. Zu guter Letzt profitieren die europäischen Bürger entlang der Donau von einem nachhaltig bewirtschafteten Flusslauf.


Gesamtinvestition und EU-Finanzierung 

Die Gesamtinvestition für das Projekt „SEDDON – Sediment Research and Management at the Danube River (SEDimentforschung und -management an der DONau)“ beläuft sich auf 3 699 055 EUR, von denen 3 144 196 EUR aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des operationellen Programms für die grenzübergreifende europäische Zusammenarbeit zwischen Österreich und Ungarn 2007-2013 finanziert werden. 


Datum des Entwurfs

03/06/2016